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Kamalzadeh, Dominik
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Sechs Bob-Dylan-Darsteller in einem Film
Dominik Kamalzadeh hat beim Filmfestival in Venedig etwas gesehen, was alle anderen Filme "blass aussehen lässt": den Bob-Dylan-Film "I'm Not There" von Todd Haynes. "Haynes, der schon in 'Velvet Goldmine' Pop-Geschichte innovativ behandelte, hat ein dichtes Gewebe entworfen, in dem sich Pop, Politik und Zeitgeschichte nicht voneinander lösen lassen. In dem vibrierenden Dylan-Kompendium verwandelt sich nicht ein Darsteller in einem Kraftakt den Musiker an, vielmehr agieren gleich sechs Figuren unterschiedliche Identitätsentwürfe aus... Zum filmisch herausfordernden Parcours durch ein Künstlerleben wird 'I'm Not There' aber erst durch den Umstand, dass Haynes jedes Dylan-Ich in ein anderes ästhetisches Ambiente einbettet und diese dann unaufhörlich ineinander übergehen lässt... Angetrieben und kommentiert von zahlreichen Dylan-Songs reicht der Film damit ständig über seine Hauptfigur hinaus und erzählt auch davon, wie sich Pop-Bilder und -Songs verselbstständigen, ein Eigenleben führen."
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Borat, der kasachische Reporter
Dominik Kamalzadeh bespricht den heftig umstrittenen Film "Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan", der nun weltweit in die Kinos kommt. Darin reist der kasachische Reporter Borat Sagdiyev, verkörpert vom britischen Komiker Sacha Baron Cohen, in die USA: "Politisch radikal inkorrekt, unter anderem antisemitisch, rassistisch, homophob und misogyn, tritt der schnurrbärtige, schlaksige Journalist aus dem Wilden Osten in grauen Anzügen und mit radebrechendem Englisch der Welt entgegen. Seine Vorurteile trägt er offen zur Schau, nur um dann hinter der vermeintlichen Liberalität seines Gegenübers ähnliche, aber besser verborgene Ressentiments freizulegen... Bezeichnenderweise stößt Borat bei Unterprivilegierten auf viel weniger Widerstand. Eine Gruppe jugendlicher Schwarzer sieht in ihm nicht den rassistischen Kasachen, sondern einen ausgefallenen Freak, der sich bereitwillig ihre Codes aneignet. Es sind die Außenseiter, die hier eine neue Art der Gemeinschaft ermöglichen, in die sogar der Fremde aufgehen kann."
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Venedig und Rom als Filmfestival-Rivalen
"Dass das umfangreiche Programm auch in diesem Jahr noch mit einer Reihe von Hollywood-Premieren garniert wird, gehört mittlerweile zum festen Bestandteil eines A-Festivals wie Venedig", meint Dominik Kamalzadeh. "Die Filmbiennale hat diese Strategien umso mehr nötig, als sie ein neuer – hoch budgetierter – Konkurrent erwartet. Im Oktober wird erstmals ein Festival in Rom stattfinden, zu dem etwa bereits Nicole Kidman ihr Kommen zugesagt hat. Darüber hinaus plagen Venedig schon seit längerer Zeit infrastrukturelle Probleme: Die Kinos sind veraltet, der Festivalpalast verwandelte sich letztes Jahr nach einem Gewitter kurzzeitig in ein Badehaus. Rom dagegen verfügt über ein neues Auditorium von Stararchitekt Renzo Piano. Direktor Müller, ein geschickter Lobbyist, kann gegen diese Umstände nur das Renomee der Biennale ausspielen. Wie es aussieht, dürfte er sich zumindest heuer mit seinem hochkarätigem Programm als Sieger erweisen."
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