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Keel, Aldo
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Dänische Grabsitten
Kopenhagen hat neben christlichen Friedhöfen auch einen jüdischen und einen muslimischen Friedhof. Der berühmte Assistens-Friedhof hat einen Bereich für Schwule und Lesben reserviert und künftig wird es einen Extra-Friedhof für Atheisten geben, berichtet Aldo Keel. "Den Segen des Kirchenministers vorausgesetzt, wird der Atheisten-Friedhof im Sommer 2009 eröffnet. Bis dahin soll ein Sektor des ehemaligen Armenfriedhofs, wo nie zuvor Särge oder Urnen bestattet waren, offiziell 'entsegnet' werden, um Atheisten als Gräberfeld zu dienen. Die neue Friedhofskultur wird so zum Spiegel der pluralistischen Gesellschaft. Noch 1855 kam es bei Søren Kierkegaards Beerdigung zu tumultartigen Szenen. Der Wunsch des Philosophen, der sich eine kirchliche Bestattung verbeten hatte, wurde nicht befolgt. Als sich der Pastor anschickte, eine Handvoll Erde auf den Sarg zu werfen, holte Kierkegaards Neffe zu einer Rede aus, in der er die Kirche des Leichenraubs bezichtigte."
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Der Islam in den skandinavischen Ländern
Der Skandinavist Aldo Keel vergleicht, wie in Dänemark, Schweden und Norwegen mit den Themen Islam und Integration umgegangen wird. "Trotz Schwedens großzügiger Asylpolitik misslang den xenophoben Schwedendemokraten bei den jüngsten Wahlen mit 2,9 Prozent der Sprung in den Reichstag, während in Dänemark die nationalistische Volkspartei die drittstärkste Fraktion stellt und in Norwegen die populistische Fortschrittspartei in Umfragen mit 30 Prozent auftrumpft. In Schweden gehört es zum guten Ton, über Ausländer nicht laut zu lästern. Ganz anders in Dänemark. Abgeordnete der Volkspartei, die im Parlament als Mehrheitsbeschafferin der Regierung wirkt, beschimpfen den Islam als 'Terrororganisation', 'Pest' und 'Krebsgeschwür' und die dänischen Muslime als 'Besatzungstruppe'. Die Karikaturenkrise spitzte die Rhetorik nochmals zu.... Im Bewusstsein vieler Dänen trugen die Imame die Hauptschuld an der Eskalation. Die Journalisten Seidenfaden und Larsen erklären jedoch in einer Monographie der Affäre, der Einfluss der dänischen Imame in den islamischen Ländern werde überschätzt."
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Dänische Globalisierung auf Englisch
In Dänemark sorgt der Vorschlag der linksliberalen Partei Radikale Venstre, Englisch zur zweiten offiziellen Landessprache zu erklären, für Aufregung. Aldo Keel kommentiert diesen Versuch, sich der Globalisierung zu stellen. "Wie sich die Zeiten ändern. Noch vor fünf Jahren kürzte das Dänische Filminstitut ein Subventionsgesuch des Dogma-Regisseurs Thomas Vinterberg für einen englischsprachigen Film, weil ein dänischer Film ein Film sei, in dem Dänisch gesprochen werde. Dass die Seele des Volkes in der Muttersprache liege, ist ein dänisches Axiom. Doch ist auch diese Überzeugung historisch gewachsen. Noch vor zweihundert Jahren war Kopenhagen die Metropole eines Vielvölkerstaates, zu dem die Herzogtümer Schleswig und Holstein gehörten... Nach der Niederlage von 1864 gegen Preußen und Österreich entwickelte sich Dänemark auch emotional zum Klein- und Nationalstaat. In Gedichten auf die 'Muttersprache' feierte sich der Sprachpatriotismus. Und jetzt erlebt Dänemark erneut eine Epoche des Übergangs. Wie aber die Bevölkerung die neuen Ideen aufnimmt und ob die Dänen jetzt auch das Bedürfnis nach einer 'Vatersprache' verspüren, ist offen."
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