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Kelek, Necla
Necla Kelek ist Publizistin, Sozialwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin. Sie ist in der Türkei geboren und wuchs in Deutschland auf. Heute forscht sie zum Thema Parallelgesellschaft und war Inhaberin der Mercator-Professur an der Universität Duisburg-Essen.
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Der Autor/ die Autorin hat bisher 1 Artikel auf euro|topics veröffentlicht.
1. Artikel | 27.09.2007
Islam in Beton. Zum Streit um den Bau der Freitagsmoschee in Köln-Ehrenfeld
Der Islam drängt in Deutschland auf öffentlich-rechtliche Anerkennung. Repräsentative Moscheebauten seien ein dafür gänzlich ungeeignetes Mittel, denn sie vertieften die Abgrenzung des Islam von der deutschen Kultur, meint Necla Kelek. » mehr
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Necla Kelek über "Ehrenmorde"
In Deutschland wird ein Prozess wegen des "Ehrenmordes" an Hatun Sürücü wieder aufgerollt. In der ersten Instanz wurde der damals minderjährige Bruder der Ermordeten verurteilt, die beiden älteren Brüder wurden freigesprochen. Necla Kelek schreibt: "Noch nie war die Differenz zwischen archaischer, religiös determinierter Kultur und einer aufgeklärten Gesellschaft so überdeutlich sichtbar geworden wie durch diese Tat. Jedem war klar, dass mehr als ein Mord verhandelt wurde: Die drei Schüsse entlarvten das wohlmeinende Wegschauen angesichts gegengesellschaftlicher Strukturen als tödliche Toleranz. Lange wurden solche Verbrechen eher als Familientragödie oder Eifersuchtsdrama verhandelt, oder man gestand den Angeklagten zu, ihr anderer Kulturkreis würde solche Taten rechtfertigen."
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Necla Kelek über Moscheebauten
In Köln wird über den Bau einer Zentralmoschee gestritten, die der renommierte Kirchenarchitekt Paul Böhm entworfen hat. Die Soziologin Necla Kelek hat Vorbehalte gegen den Plan: "Moscheen sind selbst nach muslimischer Lesart keine Sakralbauten wie Kirchen oder Synagogen, sondern 'Multifunktionshäuser'. Das wird gern verschwiegen. So wie der Islam eben keine Kirche ist. Der Islam begreift sich nicht nur als spirituelle Weltsicht, sondern als Weltanschauung, die das alltägliche Leben, die Politik und den Glauben als eine untrennbare Einheit sieht. Eine verbindliche theologische Lehre gibt es nicht. In diesem Sinne haben viele Islamvereine in Deutschland die Funktion einer Glaubenspartei, einer politischen Interessenvertretung. Deshalb ist die Frage des Moscheebaus auch keine Frage der Glaubensfreiheit, sondern eine politische Frage."
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Necla Keleks Kritik am Islam
In Deutschland diskutiert in der kommenden Woche die Islamkonferenz zum zweiten Mal über die Integration von Muslimen. Necla Kelek nimmt das zum Anlass, verschiedene Ansätze einer Reform des Islam unter die Lupe zu nehmen und ihre grundsätzliche Kritik am Islam zu formulieren: "Der Islam selbst hat in den 1400 Jahren seiner Geschichte in Europa so gut wie keine Wurzeln schlagen können. Der Islam ist eine arabische Religion, auch wenn sie sich universalistisch gibt. Er kennt keine Individualität, sein Menschenbild ist nicht gerüstet für die Moderne, die den selbstverantwortlichen Einzelnen braucht; der Islam verfolgt ein anderes, ein kollektivistisches Gesellschaftsmodell. Der Islam hat nicht nur den Anspruch, ein Glaube zu sein, sondern er steht als Religion für die Einheit von Leben, Glauben, Gesetzen und Politik. Dies widerspricht der Säkularisierung. Der Islam versucht, seine Rechte als Kollektiv von Gläubigen einzufordern, wobei die aufgeklärte Gesellschaft zuallererst das Recht des Einzelnen schützt."
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Necla Kelek über muslimische Migranten
Die in der Türkei geborene Soziologin Necla Kelek, bekannt geworden durch ihr Buch "Die fremde Braut" und ihren Einsatz für die Strafbarkeit von Zwangsheiraten, ist eine der umstrittensten Persönlichkeiten in der Debatte um Immigration und Integration in Deutschland. Kritiker werfen ihr vor, sie überspitze die Beschreibungen des türkischen Immigrantenmilieus und stelle den Islam einseitig dar. "Wir vergessen, dass sehr viele muslimische Migranten in Kollektiven leben, deren Weltbild der Islam ist", erklärt Kelek ihre Sicht im Interview mit Regina Mönch und Heinrich Wefing. "Was wir liebevoll Großfamilie nennen, lebt nach anderen Regeln, es gibt keine individuelle Freiheit, kein Ja oder Nein zum Kopftuch, zu importierter Braut oder Bräutigam. Wer dieses Kollektiv verlässt, begeht Verrat. Das wagen nicht viele, und weder die Schulen noch die Arbeits- oder Sozialämter senden so starke Signale aus, dass sich das ändern könnte."
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Zwangsheiraten bei türkischen Einwanderern
In einem Offenen Brief haben 60 Migrationsforscher der Autorin Necla Kelek gestern vorgeworfen, sie hätte mit ihrem Buch über türkische Zwangsheiraten "Die fremde Braut" auf populistische Weise Vorurteile gegenüber einem rückständigen Islam bedient. Heute antwortet Kelek in mehreren Zeitungen ihren Kritikern: "Kurios ist, dass gerade diese Kritiker aus der gut ausgestatteten Welt der öffentlich finanzierten Migrationsforschung kommen. Sie hätten jahrzehntelang Zeit, Mittel und Gelegenheit gehabt, die Frage von Zwangsheirat, arrangierten Ehen, Ehrenmorden, Segregation und des Islam zu untersuchen. Sie hätten die Fragen stellen können, die ich gestellt habe. Sie haben es nicht getan, weil solche Fragen nicht in ihr ideologisches Konzept des Multikulturalismus passten. Damit haben sie das Tabu akzeptiert und das Leid anderer zugelassen."
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