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Kershaw, Ian
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Ian Kershaw über die Gefahr einer neuen "Machtergreifung"
Der britische Historiker Ian Kershaw untersucht in einem Essay, wie die Demokratie im Deutschen Reich "ein Monster gebären" konnte. "Was 1933 passiert ist, erinnert uns daran, dass wir kooperieren müssen, um die 'tollwütigen Hunde' unter Kontrolle zu bekommen, die auf der Bühne der Weltpolitik auftauchen können, bevor sie gefährlich genug sind, um zuzubeißen. Kann sich das wiederholen? Da sich vergangene Woche die Machtergreifung Hitlers zum 75. Mal jährte, kommt einem diese Frage unweigerlich in den Sinn. Überall erheben sich (und werden es auch zukünftig tun) Formen des Autoritarismus (manche davon haben sogar die Unterstützung demokratischer Regierungen). Doch die modernen autoritären Regierungen haben in ihrer Art der Machtergreifung und Machtausübung kaum etwas mit Hitler gemein. Und die internationalen Organisationen und Institutionen, die im Europa der Zwischenkriegszeit nicht existiert haben, sind die Bollwerke gegen das Unheil, das Deutschland damals heimgesucht hatte."
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Ian Kershaw über die deutschen Opfer alliierter Bombardements
Stilisieren sich die Deutschen mit Filmen und Büchern, die an Flächenbombardement und Vertreibung erinnern, gerade zum neuen Opfervolk des Zweiten Weltkriegs? Deutsche Opfer gab es natürlich, ein Opfervolk waren die Deutschen aber nicht, sagt der britische Historiker Ian Kershaw im Gespräch mit Christian Schlüter. "Das Flächenbombardement war ein grausames, gegen die Zivilbevölkerung gerichtetes Kriegsmittel. Niemand würde das heute noch gutheißen. Gleichwohl hatte Deutschland die Möglichkeit, das zu verhindern: Bei einer frühzeitigen Kapitulation hätte es keine Bomben mehr gegeben. Die Opfer der Nationalsozialisten hatten keine Möglichkeit, ihr Leid zu beenden. Die Bombardierung unterscheidet sich daher grundlegend von den Verbrechen, die im deutschen Namen begangen wurden, übrigens nicht nur in Hinblick auf die Vernichtung der Juden, sondern auch in Hinblick auf die Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten, gerade im Osten. Die Verbrechen des NS-Regimes waren ideologisch bedingt, die Bombardierung war ein, wie ich noch einmal unterstreichen möchte, grausames Kriegsmittel."
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