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Kläsgen, Michael


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 19.10.2011

Abwertung Frankreichs bedroht Europa

Die Rating-Agentur Moody's hat am Dienstag gedroht, Frankreichs Bonität herabzustufen, falls Paris nicht weitere Reformen auf den Weg bringt. Eine berechtigte Warnung, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Paris beschloss zwar kürzlich ein Sparprogramm von zwölf Milliarden Euro. Doch der Plan ist Makulatur. Er fußt auf einer Wachstumsprognose von 1,75 Prozent im kommenden Jahr, die illusorisch ist. ... Falls das Wachstum einbrechen sollte, könnte Frankreich nicht einmal sein wenig ambitioniertes Sparziel einhalten. ... Das Land ist neben Deutschland ein Schwergewicht in Europa. Beide Länder sind die Garanten für die Stabilität des Euro. Sie tragen die Verantwortung für die Überwindung der Krise. Eine Herabstufung Frankreichs würde deswegen auch Deutschland belasten. Verlöre Frankreich sein Triple A, würde auch der Euro-Rettungsfonds seine Top-Bonität kaum halten können. Deutschland wäre die letzte Bastion im Kampf um das Vertrauen der Märkte. Und allein überfordert, für den Rest der Währungsunion zu bürgen."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 09.05.2008

Korruption? Kein Problem!

Michael Kläsgen kommentiert die öffentliche Wahrnehmung der Schmiergeldaffäre um den französischen Industriekonzern Alstom: "Man muss schon genau hinschauen, um überhaupt mitzubekommen, dass gegen Alstom ermittelt wird. ... Die Franzosen, so unsinnig Verallgemeinerungen auch sein mögen, haben offensichtlich ein entspannteres Verhältnis zu Affären oder im weitesten Sinne zu Lug und Trug, Korruption und Mauschelei. Woher diese Abgeklärtheit oder besser: Abgestumpftheit kommt, darüber lässt sich nur mutmaßen. ... Gib anderen nie eine Blöße, so musst du auch selber nie das Gesicht verlieren, lautet eine Maxime, die zur Bewältigung des Alltags unerlässlich ist. ... So gesehen ist es kein Wunder, dass Alstom am Tag zwei der Enthüllung in Frankreich nicht am Pranger steht. ... Es ist auch weit und breit nichts davon zu spüren, dass eine irgendwie geartete Aufräumarbeit beginnen würde. ... Wenn nicht eine ausländische Zeitung von dem Fall berichtet hätte - die Affäre wäre wohl nie aufgetaucht, wie vermutlich viele andere Affären es nie taten."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 04.10.2007

Insiderhandel bei EADS

Michael Kläsgen bezweifelt, dass der mögliche Insiderhandel bei EADS juristisch nachweisbar ist: "Die Ermittler werden weder ein Datum festsetzen können, von dem an intern unwiderruflich feststand, dass es zu Lieferverzögerungen kommen wird. Sie werden auch keinen Zusammenhang zwischen dem Verkauf der Aktien und dem vermeintlichen Wissen um die Probleme herstellen können. Auch werden sie nie belegen können, dass die mutmaßlich Eingeweihten ahnen konnten, dass das Bekanntwerden der Verzögerung zu einem Kurssturz von 26 Prozent führen würde... Immerhin beginnt die Staatsanwaltschaft mit Ermittlungen. Aber selbst wenn es zu einem Verfahren kommen sollte, wird es trotz Plausibilität der Fakten und der moralischen Verwerflichkeit kaum Verurteilungen geben."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 04.09.2007

Skepsis gegenüber der Fusion von GDF und Suez

Michael Kläsgen analysiert die Rolle des französischen Präsidenten bei der Fusion, die 18 Monate lang vorbereitet wurde. "Nicolas Sarkozy, der mit der Überraschungsaktion nicht befasst war und sich damals davon distanzierte, hätte das Blatt jetzt wenden und sich für eine europäische Lösung stark machen können. Zumal sich die Pläne für eine Fusion an einem toten Punkt befanden. Doch Sarkozy handelte anders. Er schaltete sich in die Gespräche ein, machte Vorgaben und vereinbarte persönlich mit den größten Aktionären von Suez einen Kompromiss... Wie weit Sarkozy zu gehen bereit war, verdeutlicht der Umstand, dass er die bisher private Suez faktisch zum Teil verstaatlichte. Dies widerspricht nicht nur den Prinzipien des Binnenmarktes in Europa."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 22.06.2006

EADS in der Krise

Michael Kläsgen analysiert die Krise beim Luftfahrtkonzern EADS und verliert die Geduld mit dem französischen Ministerpräsidenten Dominique de Villepin: "Jetzt schwächt Paris mit seiner Euroskepsis einen ganzen Industriekonzern. Damit hat Villepin eine gefährliche Grenze überschritten... Vor genau einem Jahr hatte der französische Staat nach langem Machtkampf ausgerechnet den Mann an die Spitze des Konzerns gehievt, dem nun die Hauptschuld an der Krise bei EADS gegeben wird: Noël Forgeard. Der ehemalige Airbus-Chef ist ein mittlerweile in Ungnade gefallener Vertrauter von Staatspräsident Jacques Chirac. Kurz vor dem Kurssturz der EADS-Aktie, verursacht durch die verzögerte Auslieferung des A380, hatte er Aktien in Millionenhöhe verkauft. Obwohl der Verdacht des Insiderhandels erhoben wurde, zeigte sich Villepin jedoch nachsichtig."

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