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Klett, Renate


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 29.11.2006

Der lettische Kultregisseur Alvis Hermanis

Renate Klett freut sich am Talent des lettischen Regisseurs Alvis Hermanis, dessen Inszenierung des Stückes "Ljod" nach einem Roman von Wladimir Sorokin sie beim Theaterfestival in Riga gesehen hat. "Die Leichtigkeit, mit der Hermanis den pathetischen Text in ein großes kindliches Spiel verwandelt, und wie er aus der Kraftmeierei viel Grazie, aus brünstigem Männerkitsch eine leichtfüßige Ironie herauskitzelt, das wirkt in Riga eleganter und komischer als in Frankfurt [wo er dasselbe Stück inszeniert hat]... Hermanis ist keiner, der die großen Gefühle scheut, aber er lässt sich von ihnen nie die Intelligenz vernebeln oder den Theaterinstinkt. Der Mann könnte das Telefonbuch inszenieren, und es wäre aufregender als fast alles sonst; und dass er immer wieder etwas Neues ausprobiert, ist auch rar in Zeiten des Markenstylings."

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 07.11.2006

Vereinbarkeit des Unvereinbaren in Madrid

Renate Klett hat mit viel Begeisterung "eines der größten, reichsten und unbekanntesten Festivals von Europa" besucht, das Festival de Otoño in Madrid, bei dem es Theater und Tanz aus aller Welt zu sehen gibt. "Dass Leben unsinnig und Identität fliessend ist, würden sicher auch die Tiger Lillies unterschreiben, jenes großartige britische Trio um den Falsettsänger Martyn Jacques... In ihrer jüngsten Produktion, 'The Little Match Girl', erzählen sie Andersens Märchen vom kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzern als makabre Bühnenmoritat voller Wollust und Schmerz. Alles ist traurig und komisch, herzzerreissend und zynisch zugleich. Im immer grösser werdenden Bühnenraum verändern sich fürs immer kälter werdende Opfer Temperaturen, Perspektiven und Oktaven wie von selbst. Der morbide Liederzyklus, vorgetragen von einer Stimme aus Reibeisen und Harfentönen, schwelgt im Wort 'suffering', lässt das nackte Mädchen in einen Kühlschrank kriechen oder wie Jesus das Leid der ganzen Menschheit auf sich nehmen. Keine Gruppe passt besser nach Madrid als diese, denn die Vereinbarkeit des Unvereinbaren lässt sich dort täglich studieren."

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