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Kocher, Victor
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Aufständische sind unbekannte Partner
Da sich der Konflikt in Libyen zum Bürgerkrieg ausgewachsen hat, wird eine Intervention des Westens immer schwieriger, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung. Ein Eingreifen auf Seiten der Aufständischen wäre nun die Unterstützung einer Kriegspartei: "Die friedlichen Kundgebungsteilnehmer, die von Ghadhafis Truppen abgeschlachtet wurden, gibt es mittlerweile nicht mehr. Soll man durch eine Flugverbotszone Ghadhafis Luftwaffe am Boden festnageln, so dass die Aufständischen mit einem internationalen Schutzschirm gegen Sirt und Tripolis marschieren können? Damit verbündet man sich faktisch mit einer Partei in dem Bürgerkrieg, von der man heute wenig mehr weiss, als dass sie gegen Ghadhafi ist. Was dieser neue Partner taugt und was er mit Libyen im Sinn hat, falls er mehr als nur einen Teil des Landes unter Kontrolle bringt, das wird sich erst nach geraumer Zeit weisen. ... Die hehren Slogans von einer neuen Ära, die sich auf den Respekt für die Rechte gründen soll, sind leicht postuliert, aber nicht so einfach in praktische Politik umzusetzen."
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Zypern wählt einen kommunistischen Präsidenten
"Zypern hat als erster Staat der Europäischen Union einen kommunistischen Präsidenten erhalten", schreibt Victor Kocher. "Der 61-jährige Berufspolitiker Christofias weist in der Tat als in Moskau ausgebildeter Historiker, langjähriger Leiter der zypriotischen kommunistischen Partei Akel, mit einem Parlamentsmandat seit 1991 und dem Vorsitz im Haus seit 2001 einige Merkmale eines Apparatschiks auf. Doch hat sich seine Partei unter dem Druck der Gesellschaft lange vor dem Fall der Sowjetunion allmählich zu einer sozialistischen Bewegung, ähnlich der deutschen Linkspartei PDS, gewandelt. Geblieben ist in Christofias Wahlversprechen vor allem der Akzent auf Sozialpolitik und auf der Nutzung der historischen Bande zwischen den Linksformationen in beiden Teilen der Insel für eine gerechte Lösung."
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Wahlsieg der Hamas
Nach Äußerungen des Chefs des Hamas-Politbüros, Khaled Mashal, glaubt Victor Kocher hingegen, eine Strategie bei der Hamas zu erkennen: "Die erste These Mashals bei seiner großen Pressekonferenz in Damaskus am Samstag lautete: 'Das Osloer Autonomieabkommen ist tot und hat keinerlei Wirksamkeit mehr.' Demnach kann die Hamas ruhig zusehen, wie Israel und seine Freunde die Autonomiebehörde finanziell erdrosseln; das ist der sicherste Weg, um die letzten Osloer Hinterlassenschaften loszuwerden. Dass die westlichen Vorkämpfer der Demokratie damit zugleich den gesetzlichen Rahmen eines späteren Machtwechsels durch die Urne abschaffen, nehmen die heutigen islamistischen Wahlsieger lächelnd zur Kenntnis."
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