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Kovács, Zoltán
Chefredakteur der liberalintellektuellen Wochenzeitung Élet és Irodalom
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Fidesz nimmt Obdachlose ins Visier
Der Innenminister der rechtskonservativen Regierung in Ungarn, Sándor Pintér, hat den Obdachlosen den Kampf angesagt. Er will sie von allen öffentlichen Plätzen entfernen. Diese Haltung erbost die liberalintellektuelle Wochenzeitung Élet és Irodalom: "Derart erbarmungslos ist noch keine Regierung mit den Obdachlosen umgegangen. Es ist doch offensichtlich: Wenn ein Obdachloser von den Ordnungskräften aus einem U-Bahnhof gejagt wird, geht er in den nächsten. Unweigerlich wird er auch von dort weggejagt, und weil er kein Dach über dem Kopf hat (schließlich ist er ja obdachlos), wird er überall dort weggejagt, wo er sich gerade aufhält. Die Obdachlosenheime sind bekanntlich überfüllt. So landet der Mensch, der allenthalben davongejagt und obendrein mit Geldstrafen belegt wird, die er naturgemäß nicht bezahlen kann, im Gefängnis. Doch sind auch die Gefängnisse überfüllt, weil für diese Regierung die Bestrafung oberste Priorität hat. ... Es ist nur wichtig, dass die Obdachlosen hinter Mauern kommen. ... Ein solches Vorgehen macht jedwede Rückintegration in die Gesellschaft selbstredend zunichte."
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Schweinegrippe-Diskussion ist intellektueller Tiefpunkt
Ungarn ist gespalten. Während sich eine Hälfte der Bevölkerung gegen die Schweinegrippe impfen lassen will, sträubt sich die andere Hälfte gegen eine Impfung. Zoltán Kovács kommentiert in der liberalen Wochenzeitung Élet és Irodalom die Situation: "Unlängst hat ein Politiker der rechtskonservativen Opposition im Radio bemerkt, dass er sich nicht impfen lasse, weil die Regierung die Gefahr der Schweinegrippe auf dilettantische Weise gehandhabt und die Bevölkerung mithin verunsichert habe. Ein anderer rechter Politiker hat sich in der Öffentlichkeit ebenfalls demonstrativ gegen die Impfung ausgesprochen. Rechte Abgeordnete lassen sich nicht impfen. Demgegenüber - ich werde hier nichts Überraschendes vermelden - lassen sich linke Politiker impfen. Laut einer Erhebung ist die Bevölkerung in dieser Frage ebenfalls zweigeteilt, je nach politischer Präferenz. ... Das Land hat den intellektuellen Tiefpunkt erreicht. ... Die Menschen sind ratlos."
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Ruf nach Expertenregierung
Chefradakteur Zoltán Kovács macht sich über den Mangel an politischen Programmen in Ungarn Gedanken. Im Gegensatz zu anderen Kommentatoren befürwortet er die Bildung einer Expertenregierung: "Entgegen seiner vermutlich wohlgemeinten Absichten schreibt Regierungschef Ferenc Gyurcsány seit einem Jahr nur Überlebensprogramme. Sein jüngstes Programm fügt sich hier nahtlos ein. ... Es läuft ... stets nach demselben Schema ab: Der Premier konsultiert nur eigene Leute, bisweilen macht er Schaubesuche in Instituten und Heimen, und am Abend äußert er sich inbrünstig im Fernsehen. Ohne bösartig sein zu wollen, erinnert diese Situation frappant an die Zeiten des real existierenden Sozialismus ... . Was das Land heute braucht, ist eine neue Stimme und eine neue Kraft. Was es aber am meisten benötigt, ist eine Regierung mit Fachwissen. Es liegt nun in der Verantwortung der beiden Großparteien im Parlament, der Sozialisten und der konservativen Jungdemokraten, eine Expertenregierung auf die Beine zu stellen, die Glaubwürdigkeit und internationales Ansehen hat. ..."
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Pressefreiheit in Ungarn
Zoltán Kovács, Chefredakteur der Wochenzeitung "Élet és Irodalom", äußert Kritik an Gábor Széles, dem die Mehrheit der Tageszeitung "Magyar Hírlap" gehört. Széles hatte kürzlich die gesamte Chefredaktion und führende Journalisten der Zeitung entlassen, um die politische Linie der Zeitung zu ändern. Kovács kritisiert, Wirtschaft und Parteien nähmen zu viel Einfluss auf die ungarische Presse: "Bei uns kann ein Eigentümer mit seiner Zeitung machen, was er will. Die Tradition der Zeitung, ihr über Jahrzehnte entwickeltes Profil ist für die Eigentümer nebensächlich." Kovács nennt die amerikanischen Zeitungen als Gegenbeispiel: "Die New York Times genießt in der Welt größtes Ansehen - und das ist unter anderem Verdienst der Eigentümer... Die Sulzbergers – und die meisten Journalisten und Eigentümer wichtiger amerikanischer Zeitungen – glauben daran, dass es gesellschaftliche Verantwortung gibt, dass man die Wahrheit sagen und der Moral folgen soll, dass ihre Ziele und Interessen denen der Gesellschaft nicht widersprechen."
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Das Recht, Gerichtsurteile zu kritisieren
Der Vorsitzende Richter des Obersten Gerichtshofs in Ungarn, Zoltan Lomnici, hat gefordert, Kritik an Gerichtsurteilen nicht in Tages- und Wochenzeitungen, sondern allein in Fachzeitschriften zu erlauben. Zoltan Kovacs, Chefredakteur der Wochenzeitung Elet es Irodalom, verteidigt das Recht der Presse, sich in alles einzumischen: "Nach der Wende sind viele Hoffnungen unerfüllt geblieben, aber Öffentlichkeit ist trotz einiger Mängel ein hoher Wert. Sie wirkt positiv auf Strukturen, die fünfzig Jahre lang verschlossen blieben. Sie verhindert, dass sich staatliche Behörden wieder isolieren und so der gesellschaftlichen Kontrolle entziehen können... Zoltan Lomnici glaubt, dass diese Kontrolle nicht funktioniert, weshalb sie eingeschränkt werden soll. Für ihn wäre es angenehmer, eine Debatte über seine Urteile nur Fachzeitschriften zu erlauben, weil diese weniger Leser haben. Es ist anstrengend, sich mit der Kritik der Presse auseinander zu setzen."
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