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Kreye, Andrian


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 30.07.2009

Monopol der Fragen

Die linksliberale Süddeutsche Zeitung nennt die Partnerschaft zwischen Microsoft und Yahoo einen "Kampf um die Hoheit der Fragen": "Die Konzentration wirtschaftlicher Macht in Kultur und Medien hat Kultur unwiederbringlich verändert. Längst kann man höchstens noch im westlichen Europa und an den amerikanischen Küsten zwischen Hoch- und Popkulturen unterscheiden. Bei der Fusion der digitalen Konzerne geht es jedoch nicht um Kultur und Medien, sondern um Gesellschaft und den Alltag. Da muss man sich auch vom Begriff der 'neuen Medien' verabschieden. Zum einen, weil die gar nicht mehr so neu sind. Das World Wide Web gibt es seit 15 Jahren. Es ist jedoch die neue Ausrichtung der digitalen Kultur, die eben nicht nur um Aufmerksamkeit buhlt wie die traditionellen Medien vom Buchdruck bis zum Fernsehen. Wer um die Fragen der Menschen kämpft, der will sie nicht nur unterhalten, bilden, informieren. Der will in jedem Bereich des Lebens eine Rolle spielen."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 24.06.2009

Twitter-Solidarität mit dem Iran ist eine Pose des Pop

Die linksliberale Süddeutsche Zeitung vergleicht die Solidaritätsbewegung mit der iranischen Opposition mit der politischen Kultur der 1968er-Generation: "Für Iran hat die so genannte Twitter-Revolution eine ähnliche Wirkung, wie die Fernsehberichte aus dem Vietnamkrieg für die USA und ihre westlichen Alliierten. ... Nie aber war die Simulation weltgeschichtlicher Relevanz so einfach, wie in den Social Media des Internets. Um sich für die Solidarität zu engagieren, muss man nicht einmal das Haus verlassen. ... Jetzt kann man gemeinsam mit Gleichgesinnten iranische Geheimdienstler auf Twitter und Facebook aufspüren oder subversive Twitter-Nachrichten weiterleiten. Und da liegt vielleicht der Unterschied zu 1968. Die Proteste gegen den Vietnamkrieg haben auch in Europa Veränderungen in Gang gesetzt. Was bewegt unsere Solidarität für Iran außer unsere Gemüter? ... 
Für uns Bürger der Wohlstandsländer war die Rebellion 1968 noch ein Akt der Überzeugung. Die ist uns seither jedoch fremd geworden. Heute ist der Widerstand oft nur noch eine Pose des Pop."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 21.04.2008

Öffentlich sterben für die Kunst

Der deutsche Konzeptkünstler Gregor Schneider sucht für eine künstlerische Aktion einen Freiwilligen, der in der Öffentlichkeit zu sterben bereit ist; eine amerikanische Kunststudentin hat sich mehrmals künstlich befruchten lassen und möchte das abgetriebene Gewebe ausstellen. Andrian Kreye fragt den Grenzen solch provokanter Kunst: "Zu Beginn des 21. Jahrhundertes muss die Kunst keine solchen ästhetischen und gesellschaftlichen Grenzen mehr überwinden. Im Gegenteil. Kunst existiert heute in einer Medienlandschaft, die innerhalb kürzester Zeit jede neue Form der Avantgarde vereinnahmt, um damit die Reiz- und Hemmschwellen eines Massenpublikums zu erreichen... Letztlich bedient sich die Provokationskunst nur der Show-Effekte. Die Künstler erobern damit keine neuen Freiräume, sondern schaffen nur Nervenkitzel. Wenn sich diese Nervenkitzel aus den Themen aktueller Diskurse bedienen, fordern sie keine Debatten ein."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 17.05.2006

Urheberrecht und Free Culture

Andrian Kreye diskutiert die "Free Culture"-Bewegung und den Kampf um das Copyright. Deren Vordenker, der Juraprofessor Lawrence Lessig, vertritt den Standpunkt, geistiges Eigentum sei nur "Teil einer gemeinschaftlichen Wertschöpfung" und "Piraterie zwangsläufig Teil der kulturellen Fortentwicklung". Kreye sieht das kritisch: "Was die Free-Culture-Bewegung weitgehend außer Acht lässt, ist die Tatsache, dass sich nicht nur die kulturelle Produktion, sondern auch der kulturelle Markt radikal verändert. Da gilt Karl Marx' Modell von der Macht des Eigentümers der Produktionsmittel nur noch bedingt. In einer Welt, in der sich die meisten Kulturgüter in digitale Datenpakete verpacken und beliebig vervielfältigen lassen, liegt die Macht bei den Eigentümern der Vertriebswege und das Geschäft in den Filterfunktionen. Nicht die Nutznießer von Urheberrechten gefährden eine kreative Weiterentwicklung der Kultur, sondern genau jene Systeme und Technologien, die diese Urheberrechte de facto unwirksam machen."

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