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Krustiņš, Voldemārs
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Rigas Bürgermeister beweist Weitsicht
Nach dem Referendum über die Einführung von Russisch als Amtssprache im Februar diskutiert Lettland nun, ob eine weitere Volksabstimmung zum Thema Staatsbürgerschaft stattfinden soll. In dieser könnten die Bürger darüber entscheiden, ob alle Einwanderer, die zu Sowjetzeiten nach Lettland einwanderten, automatisch die lettische Staatsbürgerschaft erhalten sollen. Der russischstämmige Bürgermeister der Hauptstadt Riga, Nil Uschakow, hat sich gegen ein solches Referendum ausgesprochen. Die konservative Tageszeitung Latvijas Avīze ist darüber erleichtert: "Bürgermeister Uschakow zeigt, dass er ein Realpolitiker ist. Ein weiteres Referendum hätte fürwahr keine Aussichten auf Erfolg. … Die Berater von Uschakow sind klüger [als die Politiker, die das Referendum fordern]. … Sie haben verstanden, dass ein neuerliches Referendum nur die Unzufriedenheit und die Wut der lettischen Mehrheitsbevölkerung schüren würde. Selbst die größten Hardliner innerhalb des Harmoniezentrums [Name der Partei der russischen Minderheit, der Uschakow angehört] müssen einsehen, dass Konfrontationen im Interesse der russischen Minderheit die Stabilität in Lettland nicht fördern."
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Deportationen nach Sibirien nicht vergessen
Am 25. März 1949 wurden in einer groß angelegten Aktion der Sowjetmacht rund 43.000 Menschen aus Lettland nach Sibirien deportiert. Die Tageszeitung Latvijas Avīze fordert zum Gedenken an dieses Datum auf: "Diese willkürliche Strafaktion der Besatzer erfolgte schon kurze Zeit nach der Rückkehr der Sowjets [1944/45], und sie sollte fortführen, was während des ersten Jahres der Besatzung [1940/41 vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, als ebenfalls Massendeportationen stattfanden] nicht erledigt worden war. Wir haben unsere Freiheit zurückerhalten, und jedes Jahr gedenkt die Bevölkerung oder zumindest ein Teil von ihr dieses historischen Datums, und Dank sei allen, die diese Erinnerung bewahren. Dank sei unseren Historikern, die diese Pflicht professionell erledigen, und Dank sei jeder Familie, die die Erinnerungen von Generation zu Generation weitergibt. Das offizielle Gedenken bereitet dagegen weniger Freude - es ist vor allem von Routine bestimmt, oder noch schlimmer, ... bestimmte Personen fordern immer wieder, man solle sich doch nicht so viel erinnern."
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Zu viel Aufregung um Moskauer Siegesfeier
In Moskau wird am 9. Mai mit einer großen Parade der 65. Jahrestag des Weltkriegsendes begangen. Die Tageszeitung Latvijas Avīze fragt nach dem Sinn einer Teilnahme von Lettlands Staatspräsident Valdis Zatlers: "Inzwischen wissen wir, dass der Kreml durch das Außenministerium hat verlauten lassen, dass Herr Zatlers zu der Feier nach Moskau fahren darf, und wer die traditionelle russische Gastfreundschaft kennt, der weiß, dass er dort tüchtig durchgefüttert wird. Mehr gab es bislang nicht zu erfahren, zumindest nicht für das gemeine Volk. … Aus innenpolitischen Gründen wäre es vermutlich sinnvoller, wenn der Präsident am 9. Mai in Moskau und nicht in Riga wäre. Dagegen ist es reichlich überflüssig, jetzt über die Bedingungen für eine solche Reise zu diskutieren. Schließlich gab [die frühere lettische Präsidentin] Vaira Vīķe-Freiberga dort vor fünf Jahren eine Aufsehen erregende Erklärung ab, aber bis auf den heutigen Tag hat sich in unserem Verhältnis nichts Wesentliches geändert."
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Politische Probleme nicht mit Polizeigewalt lösen
Jedes Jahr kommt es am so genannten Tag der Legionäre [Lettische Kämpfer im Zweiten Weltkrieg] in Lettland zu erhitzten Debatten oder sogar zu Konfrontationen, bemerkt die Tageszeitung Latvijas Avize: "Der 16. März erinnert an die Geschichte, zeigt aber auch, dass sich politische Probleme nicht mit Polizeigewalt lösen lassen, und sie lassen sich auch deshalb nicht lösen, solange sich der Kreml massiv in die lettische Innenpolitik einmischt. Wir können uns freuen, dass der 16. März in diesem Jahr in Riga friedlich über die Bühne gegangen ist, und in der Tat haben 1.200 Polizisten für Ruhe gesorgt, und Sicherheitskräfte haben verhindert, dass vorgebliche Kämpfer gegen den Faschismus überhaupt nach Lettland einreisen durften. … Aber die gegen Lettland gerichtete negative oder sogar bösartige und verlogene Propaganda wird auch in Zukunft weitergehen und vielleicht sogar an Stärke zunehmen, indem zum Beispiel russische Politiker unser Land und unsere Innenpolitik attackieren."
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Regierungskrise in Lettland
In Lettland haben am Wochenende die größten Demonstrationen seit der Unabhängigkeit des Landes stattgefunden. Anlass war die Entlassung des Chefs der Anti-Korruptionsbehörde Aleksejs Loskutovs durch Premierminister Aigars Kalvitis. Außenminister Artis Pabriks trat zurück, und die Regierung muss sich nun im Parlament einem Misstrauensvotum stellen. Voldemars Krustins ist aber skeptisch, ob das zu einem Wechsel führen wird: "Es sieht so aus, als habe das Selbstbewusstsein von Herrn Kalvitis bislang keinen Schaden genommen. Ein paar tausend Demonstranten vor dem Parlament? Na und. Ein paar Unzufriedene gibt es immer, nicht wahr? Aber mal im Ernst – wer sollte an seiner Stelle Premierminister werden? Sein bisheriger Reservist Stokenbergs ist politisch liquidiert. Am Ende könnten viele misstrauische Letten doch an Kalvitis festhalten, denn bei ihm weiß man wenigstens, an wem man ist."
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