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Kurkow, Andrej


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


taz - Deutschland | 28.09.2007

Andrej Kurkow über die europäische Idee in der Ukraine

Im Interview mit Barbara Oertel geht der ukrainische Autor Andrej Kurkow scharf mit den Politikern der "Orangen Revolution" ins Gericht und befindet sein Land noch nicht reif für einen EU-Beitritt. "Europa hat genug eigene Probleme. Wichtig ist, dass Polen und Litauen weiterhin als Anwalt der Ukraine auftreten. Das reicht, um die europäische Idee in der Ukraine am Leben zu erhalten. In den nächsten 15 Jahren wird die Ukraine sowieso nicht so weit sein, um EU-Mitglied zu werden. Wir müssen Geduld haben und abwarten, wie die EU in fünfzehn Jahren aussehen wird. Dann wird sich zeigen, ob ein EU-Beitritt für die Ukraine erstrebenswert ist."

Delo - Slowenien | 06.09.2007

Ein pessimistischer Optimist: Andrej Kurkow

Der in der Ukraine aufgewachsene russische Schriftsteller Andrej Kurkow ist erstmals ins Slowenische übersetzt worden. Im Interview mit Zdenko Matoz erklärt Kurkow seine Form des Schreibens, seine besondere Form von Humor: "Zu Beginn der postsowjetischen Ära, Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, entstanden in Russland vor allem finstere, pessimistische Romane über die raue und sinnlose Realität, tragische Geschichten. Als die Menschen in diesen Romanen lasen, wie ärmlich sie in Wirklichkeit leben, haben sie fast Selbstmord begangen. Auch ich wollte über die Wirklichkeit schreiben, aber ebenso über die Hoffnung. Ich kann von mir behaupten, ein pessimistischer Optimist zu sein... Humor und schwarzer Humor mildern die tragische Wahrheit in meinen Romanen. Ich mag Humor, vor allem den von Daniil Charms, dem Vater des russischen Surrealismus und Absurden. Streng realistisch kann ich einfach nicht schreiben."

New Statesman - Großbritannien | 24.04.2006

20 Jahre nach Tschernobyl

Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow war zum Zeitpunkt der Tschernobyl-Katastrophe ein 25jähriger Wehrpflichtiger der Truppen des Innenministeriums in Odessa. Er erinnert sich an die Willkür des sowjetischen Krisenmanagements. "Ein sowjetischer Beamter bekam 1986 eine Karte in die Hand gedrückt mit dem Auftrag, die 'Zone von Tschernobyl' einzutragen. Zufällig hatte er einen Zirkel zur Hand. Also steckte er die Nadel in das Atomkraftwerk und zog zwei Kreise darum: einen mit einem Radius von zehn und einen zweiten von 30 Kilometern. So wurde die 'Zone' definiert: ein geschlossenes, schwer bewachtes und sehr gefährliches Gebiet. Tatsächlich hat das von radioaktiver Verseuchung betroffene Gebiet kaum etwas mit diesen Kreisen auf der Karte zu tun. Die wirkliche 'Gefahrenzone' ähnelt mehr einem riesigen Ei, dessen eine Hälfte in Weißrussland liegt. Außerhalb der offiziellen Zone gibt es Gebiete, in denen die Strahlung weit höher liegt als der Durchschnitt innerhalb der geschlossenen, runden Zone. Diese Diskrepanz ist schlicht das Resultat von Moskaus Hang zur Geometrie."

Die Welt - Deutschland | 24.01.2006

Kurkow über Juschtschenko als Anti-Held

Der in Kiew lebende Schriftsteller Andrej Kurkow macht sich Gedanken, ob der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko tatsächlich zum Helden taugt. "Wir haben es schwer mit ihm. Er will kein Held sein. Er will Demokrat sein. Doch Demokraten sind weder in der sowjetischen noch in der postsowjetischen Literatur je zu Helden geworden", stellt er fest. "Viktor Juschtschenko ist ein Don Quijote, der gegen Russland und gegen seine einheimischen Feinde kämpft, die im Parlament sitzen. Überdies ist sein Schicksal tragischer als das Don Quijotes. Denn Juschtschenko hat keinen Sancho Pansa. Er ist dort oben ganz allein. Das Volk liebte und unterstützte ihn anfangs; jetzt bedauert es ihn eher, als dass es ihn liebt. Das Volk wollte einen entschlossenen Präsidenten, den seine Feinde fürchten. Das erste halbe Jahr lang fürchteten sie ihn tatsächlich. Aber dann begannen sie zu denken: 'Wovor fürchten wir uns eigentlich? Juschtschenko ist doch ein guter, stiller Romantiker.' Er züchtet Bienen und sammelt ukrainische Volkskunst."

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