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Lau, Jörg

Jörg Lau ist Redakteur bei der Wochenzeitung Die Zeit. Er hat Germanistik und Philosophie studiert.



Der Autor/ die Autorin hat bisher 1 Artikel auf euro|topics veröffentlicht.


1.  Artikel | 27.09.2007

Laut ruft der Muezzin

Jörg Lau befürwortet die rechtliche Gleichstellung des Islam mit der Kirche. Die Deutschen könnten davon lernen, Toleranz nicht mit Gleichgültigkeit zu verwechseln. Und die Muslime, ihre Religion mit neuen Werten zu modernisieren. » mehr


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Zeit - Deutschland | 29.07.2010

Jochen Bittner und Jörg Lau wundern sich nicht über deutschen Wirtschaftsnationalismus

Während der Euro-Krise haben unter anderem Frankreich und die USA Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, nationale Interessen zu bevorzugen. Jochen Bittner und Jörg Lau meinen in der linksliberalen Wochenzeitung Die Zeit, dass diese Haltung Deutschlands nicht neu ist: "Aber hätte ein Helmut Kohl heute wirklich anders gehandelt als eine Angela Merkel? Hätte nicht auch er gefordert, die Euro-Zone regelfester zu machen? ... Gerhard Schröder fuhr die Ellenbogen besonders kräftig gegen Europa aus. 1999 bremste er Brüssel bei dem Versuch aus, Autohersteller zur Rücknahme von Schrottfahrzeugen zu verpflichten - VW & Co. hätte diese Richtlinie Milliarden gekostet. Und aus Angst vor polnischen Klempnern und bulgarischen Krankenschwestern, die in den deutschen Sozialstaat einwandern könnten, bestand Schröder nach der Osterweiterung der EU 2004 und 2007 auf ausgedehnten Übergangsfristen für die Freizügigkeit der Neueuropäer. Das Pochen auf deutsche Interessen hat also nicht erst mit Merkel angefangen. Die Kanzlerin galt im Gegenteil zunächst als eine, die nach Schröders Macho-Allüren endlich wieder Respekt auch vor den kleineren Nachbarstaaten zeigte ... . Ihr Image hat sich geändert."

Die Zeit - Deutschland | 22.02.2007

Jörg Lau über die Gabe des Islams

Jörg Lau versucht zu verstehen, was den Islam von anderen monotheistischen Religionen unterscheidet: "Die älteren Verwandten des Islams, Judentum und Christentum, sind Religionen mit großem Pathos: das Judentum mit seinem Traum der Erlösung des erwählten Volkes aus Bedrängnis, das Christentum mit dem Versprechen individueller Erlösung durch das Leiden des Gottes der Liebe. Der Islam ist bemerkenswert frei davon, die Beziehung von Gott und Mensch derart zu dramatisieren. Die (für die Christen fast erschreckende) Nüchternheit des Verhältnisses von Gott und Mensch gibt der muslimischen Frömmigkeit das Unverwechselbare. Kein anderer Monotheismus hat die Absolutheit und Transzendenz Gottes so konsequent zu Ende gedacht wie der Islam. Er stellt den Menschen direkt und unvermittelt vor einen Gott, der in seinem alles übersteigenden Anderssein auch dem Frommsten immer entrückt bleiben muss. Diese Gotteserfahrung zwischen Unmittelbarkeit und absoluter Transzendenz ist die große Gabe des Islams an die Menschheit. Sie ist heute verschüttet unter Bergen von politischer Ideologie und steriler Buchstabengelehrsamkeit. Doch die Grabungen haben begonnen."

Die Zeit - Deutschland | 06.07.2006

Muslime in Europa

Auf einem Treffen in Istanbul haben religiöse und intellektuelle Führer der sunnitischen Welt eine Grundsatzerklärung der europäischen Muslime beglaubigt, in der unter anderem der Terrorismus als "Krebsgeschwür" bezeichnet wird. Jörg Lau nennt diese Erklärung eine "Sensation": "Hier war es möglich, islamische Autoritäten einzubeziehen, die im Westen nicht akzeptabel wären - wie Scheich Jussuf Al-Karadawi aus Katar, der die 'Märtyreroperationen' in Israel und im Irak gerechtfertigt hat. In Istanbul saß er nun geduldig im Publikum und nahm zur Kenntnis, dass europäische Redner Mal um Mal Selbstmordterrorismus als unerträglich und unislamisch brandmarkten."

Die Zeit - Deutschland | 26.01.2006

Deutschpflicht auf dem Schulhof

Eine Berliner Schule hat in der Debatte um Integration von Immigranten für Schlagzeilen gesorgt, weil sie es zur Pflicht gemacht hat, auf dem Schulhof Deutsch zu sprechen. "Die eifernde Empörungsroutine der Kritiker steht in auffallendem Kontrast zum Pragmatismus der Betroffenen", schreibt Jörg Lau. Die vermeintlich diskriminierende Regel ist nämlich in Wahrheit von den Schülern und Eltern der Hoover-Schule mitentwickelt worden. Und die Schulkonferenz, in der alle am Schulleben beteiligten Gruppen vertreten sind, hat sie bereits vor mehr als einem Jahr debattiert und abgesegnet. Mit der Deutschpflicht hat man an der Schule gut gelebt."

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