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Lengyel, László
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
László Lengyel über die Walze Orbán
Die heutige Machtpraxis in Ungarn weist neonationalistische und sozialpopulistische Züge auf, schreibt der Politikwissenschaftler László Lengyel in der linksliberalen Tageszeitung Népszabadság: "Es gibt mehrere Gründe hierfür. Erstens: die Unabgeschlossenheit und gesellschaftliche Erfolglosigkeit des postkommunistischen Transformationsprozesses. Zweitens: die Probleme des westlichen Modells, das als Richtschnur für den Anschluss an Westeuropa galt. ... Drittens: die Zwangsmodernisierung, die mit aggressiven, diktatorischen Reformschritten einher ging. ... Viertens: die fehlende Kooperation zwischen den west- und osteuropäischen Ländern, was sich einerseits in nationalem Egoismus, andererseits in nationalem Trotz niedergeschlagen hat. ... Die Regierung Viktor Orbáns funktioniert weder auf der Grundlage einer weitsichtigen Strategie noch eines durchdachten Modells. Im Gegenteil. Die Regierung legt ein Verhalten an den Tag, das in Ungarn in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten gang und gäbe war. In Ermangelung eines strategischen Plans wissen wir nicht, wo die Fahrt hingeht. ... Was wir seit dem Regierungswechsel bisher zu sehen bekamen, ist lediglich eine andere Auffassung und Praxis der Machtausübung. Diese läuft darauf hinaus, alles niederzuwalzen, was sich ihr in den Weg stellt."
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Ungarische Sozialisten müssen Neuanfang wagen
Am kommenden Sonntag sind Ungarns Wähler zur zweiten Runde der Parlamentswahlen aufgerufen. Der Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP) bleibt nach ihrer verheerenden Niederlage im ersten Wahlgang ein Neuanfang nicht erspart, meint der Politologe László Lengyel in der der linksliberalen Wochenzeitung Heti Világgazdaság: "Wenn die MSZP eine Volkspartei bleiben will, die eine Alternative zu den rechtskonservativen Jungdemokraten (Fidesz) unter Viktor Orbán ist, muss sie sich verändern. ... Die größte Niederlage haben die Sozialisten im armen und rückständigen Nordosten des Landes hinnehmen müssen. Sofern die MSZP nicht bereit ist, der Tatsache ins Auge zu blicken, dass sie es war, die in den vergangenen acht Jahren dem Vormarsch der rechtsradikalen Partei Jobbik den Boden bereitet hat, wird sie ihren Status als Volkspartei endgültig verlieren. Die Sozialisten können nicht umhin, den Kampf mit Jobbik aufzunehmen. Sie müssen von der ideologisierten Politik, die von Ex-Regierungschef Ferenc Gyurcsány verfolgt wurde, Abstand nehmen und den Menschen praktische Lösungen anbieten."
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Ungarns Konservative kämpfen mit Rechtsradikalen
Am 11. April findet in Ungarn die erste Runde der Parlamentswahlen statt. Der vermutliche Sieger, die konservative Partei Fidesz, muss sich diesmal nicht nur mit den Sozialisten herumschlagen, sondern auch mit der rechtsradikalen Jobbik, schreibt der Politologe László Lengyel in der Wirtschaftszeitung Figyelö: "Zwischen den bürgerlichen Mitterechtswählern des Fidesz und den rechtsradikalen, nationalistischen Wählern von Jobbik ist ein Bruderkrieg ausgebrochen. Kein Schauspiel, keine Manipulation, sondern ein echter, blutiger Zusammenstoß. ... Der Fidesz ringt jetzt nicht nur um die parlamentarische Zweidrittelmehrheit. Die Partei muss auch Jobbik in die Schranken weisen. Gelingt es ihr nicht, Jobbik niederzuringen, warten in der Regierung schwierige Zeiten auf sie. Jobbik wird nämlich alles tun, das Leben einer Fidesz-Regierung zu erschweren. Die rechtsradikale Partei wird weder davor zurückschrecken, große Straßendemonstrationen zu initiieren, noch mit Volksabstimmungen das Land lahmzulegen."
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László Lengyel über die Wahlen in Ungarn
Kommt nach den Zeitaltern Franz Josephs, Miklós Horthys und János Kádárs das autoritäre Zeitalter des rechten Oppositionsführers Viktor Orbán, dem ein Sieg bei den Parlamentswahlen im Mai vorhergesagt wird? Diese Frage stellt der Politologe László Lengyel in der Wochenendbeilage der linksliberalen Tageszeitung Népszabadság: "Die ungarische Gesellschaft hat sich in den vergangenen 150 Jahren an lange ... Zyklen gewöhnt. Franz Joseph I., Miklós Horthy und János Kádár haben den Ungarn einen dauerhaften Autoritarismus oktroyiert. ... Die Zeit sei gekommen - sagen viele meiner linken Freunde -, dass nun ein viertes autoritäres Zeitalter anbricht. ... Dies ist weder schlecht noch gut, sondern eine Realität. Eine Linke gibt es nicht: Ihren Untergang hat sie selbst herbeigeführt. Das Land befindet sich unter einem doppelten Druck: durch die Weltwirtschaftskrise einerseits und den Vormarsch der Rechtsradikalen andererseits. Viele Menschen sehnen sich aus diesem Grund nach einem starken Staat und Autorität. Wenn es zur Lösung der Probleme einer Zweidrittelmehrheit für Viktor Orbán und seiner [Partei des] oppositionellen Fidesz bedarf, ... sei's drum. Es ist mittlerweile egal, wer das Land konsolidiert, es soll sich nur endlich konsolidieren."
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Ungarns Sonderweg in Ostmitteleuropa
Ungarn geht in Ostmitteleuropa einen Sonderweg, meint der Politikwissenschaftler Laszlo Lengyel: "Die seit zwölf Jahren stabile sozialliberale Koalition ist einzigartig im ostmitteleuropäischen Raum. Sie erinnert an die deutschen Regierungen der 1970er Jahre, an die Brandt-Scheel-Schmidt-Genscher-Linie." Das restliche Ostmitteleuropa, "das 'Neue Europa', zeichnet sich durch Wirtschaftsliberalismus oder nationalen Radikalismus aus, orientiert sich an den USA und widersetzt sich Kontinentaleuropa und Russland... Das ungarische Pendant dieser Strömung, den (nach Oppositionsführer Viktor Orban benannten) 'ungarischen Viktorianismus', lehnten die Wähler ab. Der großungarische Nationalismus, Wirtschaftspatriotismus, die Ausrichtung der gesamten Politik auf einen einzigen Anführer, der Versuch, das gesamte konservative Lager in einer einzigen Volkspartei zu vereinigen, ist gescheitert. Ungarn hat die Bahn des osteuropäischen Nationalismus verlassen."
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