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Lulle, Baiba
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Ländliches Lettland leidet unter Abwanderung
Lettlands Sozialministerin Ilze Viņķele hat angeregt, dass der Staat den Umzug von Arbeitslosen fördern soll, die an einem anderen Ort eine Stelle gefunden haben. Weil das die Abwanderung vom Land in die Stadt befördern könnte, sieht die Tagszeitung Neatkarīgā die Idee kritisch: "Egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitsloser, die Bevölkerung ist das Wichtigste auf dem Land. Meistens bleiben die Menschen sowieso lieber dort, wo ihre Wurzeln, ihre Familie und ihre Bekannten sind, und pendeln zur Arbeit. Deshalb ist die öffentliche Unterstützung für Pendler begrüßenswerter. Aber auch sie kann nur eine kurzfristige Lösung sein. ... Langfristig müssen die Unternehmen motiviert werden, auf dem Land zu investieren, und der Staat sollte beim Umzug eher Spezialisten unterstützen, die von der Stadt aufs Land gehen. Das gilt besonders für Lettgallen [Region im Osten Lettlands], wo nach Umfragen das größte Investitionshemmnis im Mangel qualifizierter Arbeitskräfte liegt. Und damit sind wir bei einem altbekannten Problem: dem Fehlen einer Strategie für regionale Entwicklung."
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Letten bekommen Kinder lieber im Ausland
Im Ausland lebende Letten haben in den ersten Monaten des Jahres deutlich mehr Kinder bekommen als im Vorjahreszeitraum. Ein Alarmsignal, meint die nationalkonservative Tageszeitung Neatkarīgā rīta avīze: "Dies zeigt wieder einmal, dass gerade junge Menschen immer öfter mit ihren Familien Lettland verlassen. Und die Kinder kommen nicht im Ausland zur Welt, weil dort die Geburtskliniken besser wären, sondern weil die Menschen dort langfristig ihren Lebensmittelpunkt sehen. Dass diese Kinder die lettische Staatsbürgerschaft erhalten, ist dabei mehr ein Symbol und eine Absicherung für den Fall der Fälle, denn immer häufiger wird für die Kinder gleich der Pass des Geburtslandes beantragt. … Die traurige demografische Situation in Lettland verschlechtert sich dadurch weiter, die Gesellschaft altert, und dies beschert den arbeitsfähigen Einwohnern höhere Soziallasten, was wiederum dazu animiert, anderswo bessere Lebensbedingungen zu suchen - ein Teufelskreis."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Bevölkerungsentwicklung, » Lettland, » Europa
Sparen beim Sport verringert Lebensqualität
Die Weltbank hat Lettland vorgeschlagen, zur Konsolidierung seines Staatshaushalts massiv bei der Sportförderung zu sparen. Die Tageszeitung Neatkarīgā rīta avīze ist empört: "Es wäre geradezu zynisch, diese ohnehin schon geringen staatlichen Zuwendungen zu streichen. Um die Regierung und die Gesellschaft von der Notwendigkeit der Unterstützung des Sports zu überzeugen, ist kein Argument zu viel und keine Aktion überflüssig. Vielleicht helfen ja Drohungen des Olympischen Komitees, das Land zu verlassen? Es geht hier darum, wie sich der Staat um seine Bewohner, ihre Lebensqualität, die Qualität der Gesellschaft, den guten Namen Lettlands und den Nationalstolz kümmert. ... Hat man den Sport erst einmal aufgegeben, ist ein Wiederaufbau deutlich teurer, als wenn man den Sport am Leben erhält, und noch schwerer wird es sein, das Vertrauen der Menschen in einen Staat wiederherzustellen, der seine Grundwerte verraten hat, denn Sport ist kein Luxusartikel."
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Arrogante Reaktion auf Studierendenproteste
In Riga haben tausende Studierende gegen Sparpläne der lettischen Regierung im Hochschulbereich demonstriert und den Rücktritt von Kulturministerin Tatjana Koķe gefordert. Diese erklärte sich zu Gesprächen mit einzelnen Vertretern bereit, nicht jedoch "mit der Masse". Die Tageszeitung Neatkarīgā rīta avīze findet diese Formulierung missglückt: "In der Psychologie versteht man unter der 'Masse' eine leicht zu manipulierende Menschenmenge, die keinen Standpunkt hat, nicht logisch denkt und deren Teilnehmer nicht zu selbstständigem Handeln fähig sind. Es ist die Arroganz der Macht, wenn eine solche Einteilung zwischen der 'Masse' einerseits und der 'Elite' andererseits vorgenommen wird. Im Vergleich zu den Unruhen am 13. Januar in Riga war dieser Protest keine nächtliche Krawallaktion, sondern es wurden konkrete, zuvor bereits fertig formulierte Forderungen vorgetragen. Nach einer aufgehetzten amorphen Masse sahen diese Studenten jedenfalls nicht aus."
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Demonstrationen in Lettland
Die Stimmung in Lettland ist seit Tagen angespannt. Der Regierung von Premierminister Aigars Kalvitis wird Korruption vorgeworfen. Am Wochenende haben tausende Bürger in der Hauptstadt Riga demonstriert und den Rücktritt der Regierung gefordert. Baiba Lulle warnt vor einer Herrschaft der Straße. "Was passiert, wenn die Macht mit einem großen Hurra an die Revolutionäre übergeht, können wir zurzeit in der Ukraine und in Georgien mitverfolgen. Die Forderungen der Masse nach einer Auflösung des Parlaments als populistisch zu bezeichnen, wäre dabei ein noch zu mildes Urteil. In der jetzigen Situation wäre dies ein gefährliches Abenteuer, aus dem nichts Gutes erwachsen kann... Es ist ziemlich klar, wogegen protestiert wird, aber besteht auch Einigkeit darüber, wofür man eigentlich ist?"
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