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Manea, Norman


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


El País - Spanien | 24.04.2009

Norman Manea über das vereinende Licht aus dem Westen

Der rumänische Schriftsteller Norman Manea reflektiert in der Tageszeitung El País über die Entwicklung der osteuropäischen Länder seit dem Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren. Er sieht einen starken Wunsch der Anbindung an Europa: "Der Wunsch, sich an Europa anzubinden, nährt sich nicht nur aus den damit verbundenen wirtschaftlichen Interessen, sondern hat auch tief liegende historische Wurzeln, die neben anderen Dingen mit der katholischen oder protestantischen Religion zu tun haben (in Polen, Ungarn, Ostdeutschland, den Baltische Staaten) oder mit den lateinischen Wurzeln (im Fall Rumäniens). In fast allen Gebieten geht die Entfernung von Russland mit einem normalen Gefühl der Erleichterung voran. Der Slogan 'Das Licht kommt aus dem Osten', der in den ersten Jahren des Kommunismus bis zum Umfallen wiederholt wurde, entpuppte sich bald als zynisch, nicht nur aufgrund der Unterdrückung, die Ungarn, die Tschechoslowakei und Polen erfuhren, sondern auch wegen des Larven-Alltags unter einem schweren Mantel der Dunkelheit, zu dem der ganze Ostblock verdammt war. Leider erzeugt Russland bis heute eher Angst. ... Das Licht kommt noch immer aus dem vereinten und vereinenden Westen."

România Liberă - Rumänien | 28.11.2008

Norman Manea über die dunkle Vergangenheit großer Schriftsteller

Der prominente rumänische SchriftstellersNorman Manea macht sich in der Tageszeitung Romania libera über jene Schriftsteller Gedanken, die in der Vergangenheit mit totalitären Regimes zu tun hatten. "Der Fall Kundera ist kein Einzelfall. Im Jahr 2006 enthüllte der deutsche Schriftsteller und Nobel-Preisträger Günter Grass, dass er bei der Waffen-SS war. Vor einigen Jahren war die Welt schockiert, als sie erfuhr, dass der berühmte italienische Autor Ignazio Silone in seiner Jugend mit den Faschisten kollaboriert hatte. ... Ich bin mit denen, die sagen, es sei nicht interessant, welche dunklen Episoden das Leben eines großen Schriftstellers enthalten, nicht einverstanden. Warum? Die Vergangenheit sollte uns interessieren, nicht aus der Perspektive einer Strafverfolgung, sondern um tieferes Wissen über die blutige, demagogische und tyrannische Utopie zu erhalten - und über die menschlichen Schwächen und die menschliche Verwundbarkeit. Wir könnten auch denken, dass ein solches Interesse eine Hommage an die Fähigkeit eines Künstlers ist, die Fehler der Vergangenheit hinter sich zu lassen und weiterhin Werke von unschätzbarem Wert zu schreiben. ... Um zu verzeihen, müssen wir wissen, was wir verzeihen. In Osteuropa warten Jung und Alt gleichermaßen darauf, aus dieser Lektion der Vergangenheit etwas zu lernen."

Revista 22 - Rumänien | 25.01.2008

Norman Manea und seine vergesslichen Landsleute

Der rumänisch- jüdische Schriftsteller Norman Manea, der heute in den USA lebt, spricht mit Rocica Palade über den Umgang mit der Vergangenheit: "944 hatte Rumänien eine vernachlässigbare Zahl von 1000 Kommunisten. Im Jahr 1989 waren es dann vier Millionen Mitglieder, die eine der größten kommunistischen Parteien in Osteuropa bildeten... Zwei Tage nach dem Tod des 'beliebtesten Sohnes des Volkes', [des Diktators] Nikolae Ceausescu, erwachten die beglückten Zuschauer als Unschuldige und Antikommunisten. Wer Oden geschrieben, Maskeraden der Verbeugung getanzt und gesungen hatte, freute sich über die wenigen Almosen, die von den Emporkömmlingen der Macht vergeben wurden. Wer aus der politischen Hierarchie und den Organen des Repressionsstaates kam, hatte alles vergessen. Nur wenige waren gewillt, die eigene Schuld und Verstrickung zu untersuchen."

Le Monde - Frankreich | 28.11.2007

Norman Manea über vorbildliche Europäer

Der rumänische Schriftsteller Norman Manea wünscht sich von der EU vorbildliches Verhalten im Streit um die mögliche Ausweisung von Rumänen aus Italien. "Ein ohnehin tragisches individuelles Verbrechen aufzubauschen und mit einer kollektiven Strafe zu belegen, die eine ganze Gemeinschaft trifft, ist im höchsten Maße unverantwortlich, belastend und verhängnisvoll. Das gilt für die Opfer wie auch für die Gemeinschaft, der der Schuldige angehört... Seit einiger Zeit wird Zorn über Europa und die neuen Probleme, die sein Einigungsprozess unweigerlich mit sich bringt, laut. Die Freizügigkeit führt zu einem Zusammenleben, das auf gegenseitigem Nutzen beruht... Europa verdient es, wirklich zu einer Gemeinschaft zu werden - und zwar auf einem ihm gemäßen zivilisatorischen Niveau: mit Respekt für Unterschiede, demokratisch, spirituell, frei und erfolgreich. Ein vorbildlicher Kontinent."

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