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Marchand, Stéphane
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Franzosen lehnen das "reale Europa" ab
Eine Umfrage hat vor kurzem gezeigt, dass sieben von zehn Franzosen "stolz darauf sind, Europäer zu sein". Stéphane Marchand fragt sich, wo das Frankreich des "Neins" [gegen die europäische Verfassung] geblieben ist. "Es scheint, als ob es in den französischen Köpfen zwei Europas gebe. Die Franzosen lieben die Schönheit und Größe der europäischen Idee in der Theorie, doch was ihre Anwendung angeht fürchtet man sich vor den Risiken... In jedem Land der Europäischen Union und besonders in denen, die am weitesten entwickelt sind, ist es nicht einfach, die Idee Europas mit dem real existierenden Europa zu versöhnen. Es bräuchte mehr politische Pädagogik. Darin besteht ohne Zweifel die größte Schwäche Frankreichs... Die Präsidentschaftswahl am 22. April wird in Paris eine neue Generation von Führungskräften auftauchen lassen. Wenn diese es - wie versprochen - unternehmen, Frankreich zu reformieren, wird es möglich sein, mit der Doppelzüngigkeit aufzuhören und die Franzosen zu erziehen, Europa als das zu akzeptieren was es ist: eine große Idee, an der noch immer gearbeitet wird."
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Frankreich bremst Deutschland aus
Stéphane Marchand beschäftigt sich mit den ökonomischen Verschiebungen zwischen Frankreich und Deutschland. "Es scheint, als befände sich die Wirtschaft auf den beiden Seiten des Rheins in verschiedenen Jahrhunderten. Nach fünf Jahren Reformen durch die SPD- und später durch die CDU-geführte Regierung ist unser Nachbar ein anderes Land geworden... Obwohl sie brutal war, war die Kur politisch möglich, weil erst Gerhard Schröder und dann Angela Merkel ein klares Ziel hatten: eine Transformation der deutschen Wirtschaft vom Industriezeitalter zur Wissensgesellschaft... Sie sind im Begriff, damit Erfolg zu haben, aber der Wandel kann nur im Rahmen der Eurozone funktionieren. Deutschland benötigt die Hilfe eines anderen großen Industrielands. Aber Frankreich ist dazu noch nicht bereit. Bis auf wenige Ausnahmen hat es die notwendigen Reformen nicht vollzogen... [Deutschland] ärgert sich über diese verpasste Gelegenheit. Sein Motor läuft auf Hochtouren, es brennt darauf, den Aufbau Europas weiter voranzutreiben - aber Frankreich bremst es aus."
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Kann Deutschland Europa voranbringen?
"Es ist die ewige Frage, die wieder aktuell ist: Kann Deutschland Europa verändern? Seit Montag befindet sich die Bundesrepublik in einer besonders günstigen Ausgangsposition, um dies zu tun, da sie gleichzeitig den EU- und den G8-Vorsitz inne hat", erklärt Stéphane Marchand. "Kanzlerin Angela Merkel bemüht sich, ihre Ambitionen bescheiden erscheinen zu lassen, aber ihre Prioritäten sind bekannt. Sie würde die europäische Verfassung gern wieder zum Leben erwecken... Diplomatisch gesehen scheint diese Aufgabe leider unmöglich. In der Tat kommt der sechsmonatige EU-Vorsitz für die Kanzlerin zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Deutschlands wichtigste Partner (Frankreich und Großbritannien) stehen kurz vor einem politischen Wechsel, was Fortschritte bei einem so facettenreichen und komplexen Thema wie der Verfassung nahezu ausschließt... Was tun? Angela Merkel könnte versuchen, sich um zwei andere ihrer erklärten Prioritäten zu kümmern: den Klimawandel und die Energieversorgung. Dazu eignet sich die Kombination von EU-Vorsitz und weltweiter Verantwortung durch den G8-Vorsitz gut."
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