Navigation

 

Home / Autorenindex


Marthoz, Jean-Paul


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Soir - Belgien | 27.05.2008

Unglaubwürdiger UN-Menschenrechtsrat

Der Essayist Jean-Paul Marthoz kritisiert die Toleranz des UN-Menschenrechtsrates gegenüber nicht-demokratischen Staaten und stellt den Sinn dieser Institution in Frage: "Der UN-Menschenrechtsrat hat noch sieben Monate, um dem Jahr 2008 Ehre zu machen, in dem der 60. Jahrestag der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gefeiert wird. Letzte Woche haben sich die Zweideutigkeiten dieser Institution, die im Juni 2006 gegründet wurde, noch verstärkt: Mehrere Staaten mit bedenklichem Ruf wurden in den Rat aufgenommen. ... Während der Sitzung im März hat der Rat über Tibet geschwiegen. Er hat das Mandat seines Experten in der demokratischen Republik Kongo beendet, als ob die Krise gelöst wäre. Er hat den guten Willen der sudanesischen Regierung hinsichtlich Darfur begrüßt, während Ausschreitungen weitergehen. ... In dieser Stimmung der Kungelei und Heuchelei sind die Ratsbeschlüsse oft einseitig und parteilich ... und von echter moralischer Kraft beraubt."

Le Soir - Belgien | 25.03.2008

China und die europäischen Werte

"Die Reaktionen der westlichen Demokratien auf die Unterdrückung in Tibet haben deutlich gezeigt, wo die Grenzen der Außenpolitik liegen. Zumindest wenn es nicht um einen kleinen Schurkenstaat wie Birma geht, sondern um eine Großmacht, deren Wirtschaft zu einem Teil die Stabilität der Finanzen der Welt bestimmt", schreibt der Essayist Jean-Paul Marthoz. "Die 'Politik der Werte', die die europäischen Länder für sich reklamiert, scheint von Bequemlichkeit bestimmt und ist damit wenig überzeugend. Die Rollenverteilung sieht so aus: Die Pflicht zur Empörung wird an Institutionen delegiert, die keine reale Macht haben, das Recht anzuprangern haben allein Oppositionsführer. Einerseits spricht der Präsident des Europaparlaments, der deutsche Christdemokrat Hans-Gert Pöttering, von der Möglichkeit eines Boykotts der Olympischen Spiele in Peking, falls die Unterdückung weitergehe; auf der anderen Seite schließen die europäischen Sportminister Sanktionen aus. Im Parlament herrscht also virtuelle Moral; im Rat und in der Kommission aber herrschen reale Interessen."

Le Soir - Belgien | 10.10.2006

Mord an Anna Politkowskaja - Wie stellt sich der Westen zu Russland?

Vier belgische Wissenschaftler und Journalisten appellieren an die europäischen Politiker, gegenüber Russland härter aufzutreten. "Geleitet von kurzfristigen geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen verschwindet die europäische Politik gegenüber Russland zugunsten unilateraler Beziehungen der einzelnen Mitglieder. Die EU ist träge und schwach und bestärkt so Präsident Wladimir Putin bei der Konsolidierung seines Systems. Sie erschwert es auf diese Weise noch mehr, in Russland die fundamentalen Regeln der Demokratie wieder einzuführen. Der Mord an Anna Politkowskaja zeigt, wie sehr die mit Realpolitik vermischte Indifferenz der europäischen Politiker zur Komplizenschaft wird... Wir fordern, dass unsere Politiker mit ihren russischen Kollegen klar und offen reden, damit der Zustand der Straflosigkeit ein Ende hat."

Le Soir - Belgien | 07.03.2006

Europäische Aufklärung

Wenn die Europäer ihr Leid klagen, trösten sie sich manchmal mit der riesigen Bewunderung, die das EU-Projekt außerhalb der Unionsgrenzen hervorruft", schreibt Jean-Paul Marthoz, Chef der Zeitschrift "Enjeux internationaux" (Internationale Fragen). "Das lässt uns an 'europäische Außergewöhnlichkeit' glauben, an ein angeborenes Engagement für Demokratie, für Menschenrechte, für Frieden und Toleranz. Doch wenn wir einen Blick auf die aktuelle Lage werfen, hält dieses Bild nicht Stand. Silvio Berlusconi turtelt vor der Enkelin Mussolinis. Die neuen Könige Polens feiern gemeinsam mit den Feinden der Aufklärung ihres Landes... Von welchen 'europäischen Werten' reden wir also? Es gibt noch ein anderes Europa, das 'europäische Werte' für sich beansprucht, um sich über andere zu erheben und die Zugbrücke hochzuziehen... Das ist ein Europa der Finsternis."

» Autorenindex


Weitere Inhalte