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Marzano, Michela


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


La Repubblica - Italien | 27.10.2011

Michela Marzano über das verlorene Vertrauen in Berlusconi

Italiens Premier hat den Brüsseler Gipfelteilnehmern am Mittwochabend wie gefordert ein Papier zu künftigen Sparmaßnahmen seiner Regierung vorgelegt. Die EU-Partner wollen ihm noch einmal Glauben schenken, das Vertrauen der Italiener hingegen ist erschöpft, kommentiert die Philosophin Michela Marzano in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Wie soll man noch Vertrauen haben in eine Führungskraft, die kein einziges Versprechen gehalten, Lügen erzählt und die Realität abgestritten hat? Wie kann man von den Bürgern noch Vertrauen erwarten, wenn angesichts der weltweiten Krise des Neoliberalismus unser Premier nichts Besseres zu tun weiß, als wieder die Revolution der Liberalisierung zu versprechen? Als Berlusconi an die Macht kam, täuschte er die Italiener mit dem absurden Versprechen, das Land in ein großes Unternehmen zu verwandeln und es in Kürze aufblühen und gedeihen zu lassen wie seine eigene Firma Fininvest. Die Italiener wollen nicht, dass man ihnen das Blaue vom Himmel verspricht. Sie wollen Fakten. Sie wollen klare Worte, die über Jahre hinweg ausblieben, weil es leichter ist, Träume zu erwecken, als sich den alltäglichen Problemen zu stellen. Sie wollen Worte der Aufrichtigkeit, die wieder den Keim des Vertrauens sprießen lassen und den Menschen erlauben, auf die Empörung das Engagement folgen zu lassen, auf das Misstrauen die Hoffnung."

La Repubblica - Italien | 29.06.2011

Michela Marzano über das mangelnde Selbstvertrauen der Italienerinnen

Das italienische Parlament hat am Dienstag das Gesetz zur Einführung der Frauenquote in Vorständen börsennotierter Unternehmen verabschiedet. Das Gesetz hilft jedoch nicht gegen das mangelnde Selbstvertrauen italienischer Frauen, meint die Philosophin Michela Marzano in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Die Mentalität scheint sich immer noch nicht geändert zu haben: Wenn trotz der Kämpfe und Errungenschaften der 1960er und 70er Jahre, die Mehrheit der italienischen Frauen weiterhin den heimischen Herd für ihre wahre Bestimmung halten. Wenn immer noch viele felsenfest davon überzeugt sind, dass es das Beste für eine Frau ist zu heiraten und eine Familie zu gründen, während die Ehre, Karriere zu machen und im öffentlichen Leben zu stehen, dem Mann gebührt.… Es stimmt zwar, dass eine gläserne Decke Frauen den Zugang zu Führungspositionen und wichtigen Gremien verwehrt. Doch genauso stimmt es, dass die Frauen die Gründe des häufig von ihnen selbst herbeigeführten Ausschlusses hinterfragen sollten. Beinahe scheinen den Frauen 'naturgemäß' einige Schlüsselfähigkeiten zu fehlen, um Karriere zu machen: Selbstvertrauen, die Fähigkeit, die Gefühlswelt von der Arbeitswelt zu trennen, Verhandlungswillen und Führungskraft."

La Repubblica - Italien | 15.04.2010

Michela Marzano über Sartre und intellektuelles Engagement

Der Vater des Existenzialismus, Jean-Paul Sartre, ist vor genau 30 Jahren gestorben. Er war einer der wichtigsten Philosophen Frankreichs, der auch die politische Debatte mitbestimmt hat. Michela Marzano bedauert das mangelnde Engagement heutiger Intellektueller und ruft in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica auf, sich wieder mehr an Sartre zu orientieren: "Was bleibt vom intellektuellen Engagement, wenn die Wirklichkeit die Ideologien Lügen straft? Selbst wenn die französischen Intellektuellen es jahrelang vorzogen, mit Sartre 'Unrecht' zu haben statt mit Raymond Aron oder Albert Camus 'Recht', hat die Geschichte Sartre besiegt. Das 'Ende der Ideologien', das Camus vorausgesagt hatte, hat den Mythos des engagierten Intellektuellen ... zu Grabe getragen. Nicht einmal Camus hatte jedoch die Leere vorhergesehen, die heute die öffentliche Debatte bestimmt. Die Intellektuellen haben endgültig abgedankt: Einige von ihnen zogen sich wieder in den Elfenbeinturm zurück, andere schlossen mit der Macht oder dem Showbusiness Kompromisse. Wenn Sartres Erbe auch noch so unbequem ist, so dürfen wir es aber nicht gänzlich begraben. Die Notwendigkeit für jeden von uns, den eigenen Weg zur Freiheit zu finden, gilt noch heute. Ebenso wie die Aufforderung an die Intellektuellen, sich mit Mut für die Welt zu engagieren, in der sie leben."

La Libre Belgique - Belgien | 08.02.2007

Michela Marzano über den Körperkult

Die Philosophin Michela Marzano hat ein "Wörterbuch des Körpers" herausgegeben. Im Interview mit Geneviève Simon erklärt sie, warum. "Die Idee war, Menschen zu gewinnen, die sich schon mit dem Thema Körper befasst haben, und mit ihnen ein einmaliges Projekt zu machen. Es ist der Versuch, den Körper als Prisma aufzufassen, durch das man die heutige Gesellschaft entziffern kann - und Missstände, die sie charakterisieren, herausstellen kann... Es gibt einen wahren Körperkult. Aber nur wenige Menschen sind sich bewusst, dass der Körper, von dem die Rede ist, ein idealer Körper ist. Es wird ein Bild des Körpers gezeichnet, als ob ihn jeder erreichen könnte, obwohl er als Ideal eigentlich unerreichbar ist. Wir wollen zeigen, dass wir auch heute nicht frei sind von dem, was die Ideengeschichte immer bestimmt hat: vom Dualismus von Körper und Seele. Dieser Gegensatz hat dazu geführt, dass für viele Philosophen und Intellektuelle die Seele, das Denken, die Reflexion mehr zählte als der Körper, der - aus ideologischer und ethischer Sicht - nur als Hindernis auf dem Weg zum Bewusstsein und zur Tugend wahrgenommen wurde."

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