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Maslon, Krzysztof
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Péter Esterházy über historische Kontinuität in Europa
Der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy sieht in Bezug auf ihre historische Entwicklung große Unterschiede zwischen Westeuropa und den einst kommunistischen Ländern in Ostmitteleuropa. Im Interview mit Krzysztof Maslon erklärt Esterházy, in Westeuropa sei die Geschichte linearer verlaufen. "Die Geschichte zu unterbrechen und sie jedes Mal wieder neu anzufangen, ist meiner Meinung nach ein mitteleuropäisches Phänomen. Wir haben keine seit Jahrhunderten in derselben Form, am selben Ort bestehende Institutionen. In London gibt es einen Pub, der ein königliches Privileg aus dem 18. Jahrhundert genießt: Er darf sieben Minuten länger geöffnet haben als andere Pubs - gerade lange genug für eine letzte Runde. Das ist etwas Großartiges. Dank der Tatsache, dass ein Monarch vor Jahrhunderten etwas entschieden hat, kehre ich eine Viertelstunde später nach Hause zurück... Doch welche Folgen haben für Ungarn die Worte von König Matthias Corvinus oder für Polen die Worte von Stefan Batory? Passiert in Budapest oder in Warschau etwas, das eine tatsächliche Verbindung zu dem hat, was vor einigen Jahrhunderten passierte? Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen beiden Teilen Europas. Wir tragen nicht zu Ende erzählte Geschichten in uns, die wir nicht loswerden, nicht fertig erzählen können."
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Schriftsteller Ryszard Kapuscinski gestorben
Der polnische Journalist und Schriftsteller Ryszard Kapuscinski ist am Dienstag im Alter von 74 Jahren in Warschau gestorben. Krzysztof Maslon würdigt den einstigen Afrikakorrespondenten der polnischen Nachrichtenagentur PAP. "Obwohl Ryszard Kapuscinski sich beklagte, dass solche Verpflichtungen ihn vom Schreiben abhielten, mochte er die Treffen mit Lesern und Journalisten oder Vorträge und Diskussionen. Er betonte, dass Journalismus - wie er ihn betrieben hat - kein Beruf für Zyniker ist. Er zeigte eine andere Welt, eine unvorstellbar karge Welt, die für manche nur aus einem Hemd, einem Topf, einer Schüssel, einem Schluck Wasser besteht. In solch einer tauben und stummen Welt leben aber zwei Drittel der Menschheit. Er erinnerte uns, die immer unzufrieden und unersättlich sind, daran, was unwesentlich und nachrangig ist."
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Zum Tod des Dichters Jan Twardowski
Krzysztof Maslon schreibt über den im Alter von 90 Jahren verstorbenen großen polnischen Priester und Dichter Jan Twardowski. "Der meist geliebte polnische Dichter ist gestorben... Die Verdienste des Schöpfers von 'Gott vergelt's' für die Kirche und für Polen sind nicht zu überschätzen und – lasst uns dies in Großbuchstaben schreiben – für die Poesie. Jeder, der seine Gedichte gelesen hat, die immer an einen konkreten Menschen gerichtet waren, nie an die Menschheit als solche, weiß das. Er schrieb Gedichte als würde er sich ständig wundern, dass das gleiche Gedicht so viele Menschen einzeln erreicht. Er selbst erklärte, in einer gefüllten Kirche spreche man zu vielen Menschen zugleich, die Beichte habe einen völlig anderen, individuellen Charakter. Das war die eigenartige Koketterie eines priesterlichen Dichters."
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