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Matvejevic, Predrag
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Predrag Matvejevic über die italienische Immigrationsdebatte
Der Schriftsteller Predrag Matvejevic, der 1991 seine Heimat Mostar in Bosnien-Herzegowina verlassen hat und 1994 ins Exil nach Rom gegangen ist, schlägt in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica vor, wie die italienische Immigrationsdebatte verbessert werden könnte: "Die Zahlen erwecken kein Mitleid. Ein Diskurs, der uns nur über die Anzahl derjenigen, die gestrandet oder im Meer ertrunken sind, informiert, wird leicht quantitativ, fast totalitär. ... Einige elementare Bezüge zu Werten - kulturellen, sozialen oder moralischen Werten des Humanismus und des Christentums - müssten ihren Platz [in der Debatte] finden können. ... Was die Möglichkeit eines 'qualitativen Ansatzes' betrifft, können wir von einer Syntax ausgehen, die von jeher von allen Emigranten benutzt wird: Sie ist von einer Art Spaltung charakterisiert, in der man 'die unsrigen' von 'den ihrigen' unterscheidet, zwischen uns, die wir von anderen Orten gekommen sind, und den Leuten des Landes, wo wir uns jetzt befinden. Dem entspricht auch eine topographische - dem Hier, wo wir angekommen sind, und dem Dort, das wir verlassen haben - ... und eine zeitliche Besonderheit, die die Biographien zweiteilt: in vorher und nachher."
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Die Erweiterung des Schengenraums
Predrag Matvejevic, bosnischer Schriftsteller und Slawist in Rom, schreibt zur Erweiterung des Schengenraums: "Viele Menschen, die eben noch selbst hinter geschlossenen Grenzen im ehemaligen Osteuropa gelebt haben, müssen nun aufmerksame Bewacher ihrer Anrainerstaaten werden... Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie ein Pole oder ein Tscheche einen Russen daran hindert, sein Territorium zu durchqueren. Aber wie verhält sich ein Slowene, der gut zwanzig Kilometer von Zagreb entfernt einen Kroaten oder Bosnier anhalten muss, mit dem er in der jüngsten Vergangenheit doch noch eine Art von Gemeinschaft hatte?"
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Predrag Matvejevic über die "Demokratur"
Der kroatische Schriftsteller Predrag Matvejevic, der in Paris und Rom lebt, wurde 2005 in Kroatien zu fünf Monaten Haft plus zwei Jahren auf Bewährung verurteilt - wegen "Diffamierung und Beleidigung". Grundlage der Vorwürfe war ein Artikel, in dem Matvejevic verschiedenen Intellektuellen "nationalen Hass" vorwarf. Matvejevic analysiert in einem Gastbeitrag die Entwicklung der Politik in den Ländern des Balkan. "In den ersten Jahren meiner Emigration habe ich den Begriff 'Demokratur' ('democradure') geprägt, um den Zustand der Länder zu beschreiben, die sich mit Mühe vom sowjetischen Joch befreit hatten... Es ist leicht, eine Demokratie auszurufen und sie in die Verfassung oder in Parteiprogramme zu schreiben. Aber das reicht nicht, um das Erbe der vorangegangenen Unterdrückung und der Konditionierung durch die totalitären Regime abzulegen. Fast überall hat sich ein Zwitter gebildet, der Züge von Diktatur und von Demokratie trägt. Diese beiden unterschiedlichen Aspekte widersprechen sich im Inneren. Und all das vor dem Hintergrund, dass Wahrheit und Gerechtigkeit nicht miteinander in Übereinstimmung gebracht wurden."
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Predrag Matvejevic über die Zeit nach Milosevic
Der kroatische Schriftsteller und Slawist Predrag Matvejevic denkt darüber nach, was nach dem Tod von Slobodan Milosevic kommt. "Wer wie ich Milosevic von Nahem erlebt hat, der konnte sehen, dass er kein wirklicher Nationalist war, sondern vor allem ein Machtmensch. Ein Mann, der grenzenlose Macht haben wollte. Die derzeitige serbische Regierung von Premier Vojislav Kostunica wird von Milosevics Partei und ihren Adepten gestützt. Bis jetzt war der Prozess der 'Entmilosevicisierung' sehr langsam und es fragt sich, ob er nach seinem Tod überhaupt weitergeht. Man muss bedenken, dass es auch in Kroatien sehr schwer war, nach dem Tod von Franjo Tudjman, der vermutlich auch vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gelandet wäre, wenn er sich uns nicht durch seinen Tod entzogen hätte, eine tiefe und wahrhaftige 'Enttudjmanisierung' durchzuführen.""
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