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Mazower, Mark

History professor at Columbia University


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Financial Times - Großbritannien | 17.11.2008

Mark Mazower über Fremdenfeindlichkeit in Europa

Der Historiker Mark Mazower reflektiert in der Tageszeitung Financial Times über Fremdenfeindlichkeit in Europa: "Europäer finden es schwer, sich an eine farbenblinde Welt zu gewöhnen. Ihre Zögerlichkeit wächst sogar. In Österreich verzeichnete die extrem Rechte große Zugewinne bei den Wahlen im September. ... Europa als Ganzes ist neuesten Umfragen zufolge in den letzten Jahren deutlich fremdenfeindlicher geworden. Ängste vor islamischem Terrorismus und die Furcht vor der Globalisierung haben diesen Trend genährt. Dasselbe hat auch die negative Stimmung gegenüber der Europäischen Union [bewirkt], die streng mit der Anti-Immigrationsrhetorik korreliert. ... Kulturell treibt die Globalisierung viele Europäer – ob für oder gegen Europa – in eine Art Konservatismus. Während der Kontinent darum kämpft, sich in eine politische Kraft zu verwandeln, die fähig ist, an der Seite ehemaliger Kolonien wie den USA und Indien oder aufsteigender Mächte wie China auf der Weltbühne zu agieren, fallen seine Eliten zurück auf die Erinnerungen an eine Zeit, in der Europa die Welt seine Werte lehrte. ... Zu viele Europäer sprechen und handeln immer noch, als ob ihre Aufgabe die Verteidigung der westlichen Zivilisation gegen die Barbaren sei ... Die Europäer leben in zunehmend globalisierten, multi-ethnischen Gesellschaften, aber ihre Einstellungen sind noch immer von der Mentalität des 19. Jahrhunderts geprägt."

Financial Times - Großbritannien | 01.02.2007

Mark Mazower über das türkische Verhältnis zur Geschichte

Mark Mazower, Geschichtsprofessor an der Columbia University, nimmt das Verhältnis der Türkei zu ihrer Vergangenheit und insbesondere zum Massenmord an den Armeniern in den Jahren 1915/16 unter die Lupe: "Die meisten Türken leugnen nicht so sehr die Morde selbst. Sie verlangen aber, dass man sie in den Kontext eines umfassenderen Angriffs auf die Überreste des Osmanischen Reichs einordnet. Es stimmt - auch wenn Europa diese unliebsame Tatsache ignoriert -, dass die Ausbreitung der meist christlichen Nationalstaaten mit der Tötung und Vertreibung von Muslimen in den Balkanländern und Russland einherging. Erklären heißt nicht, etwas zu rechtfertigen. Die Entfesselung von Gewalt in Anatolien nach 1914 hing sicherlich mit den vorhergegangenen Aufständen zusammen. Eine offenere Diskussion über den armenischen Völkermord birgt die Chance, einen völlig neuen Blick auf Europas moderne Geschichte als Ganzes zu werfen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie die türkische Regierung dabei helfen kann."

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