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Meddeb, Abdelwahab
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Abdelwahab Meddeb über den Koran als Menschenwerk
Der französisch-tunesische Schriftsteller Abdelwahab Meddeb schlägt im Interview mit Gilles Anquetil eine Rückkehr zu den Thesen der rationalistischen Theologen des 9. Jahrhunderts, der Mutaziliten, vor. "Sie haben argumentiert, der Koran sei 'geschaffen' - anders als die Wortgläubigen, die predigen, der Koran sei 'nicht geschaffen'. Aber durch was wurde der Koran 'geschaffen', wenn nicht durch den Glauben und durch von Gott inspirierte Worte, übersetzt in menschliche Sprache? Diese Vermittlung durch den Menschen impliziert die Notwendigkeit, den Text im Kontext seiner Entstehung zu betrachten und in Beziehung zu der Zeit seiner Offenbarung zu setzen, die anthropologisch überholt ist. Der Sinn des Textes wird also relativiert. Was mit der Bibel seit Ende des 17. Jahrhunderts geschehen ist, beginnt nun beim Koran. Es gibt viele muslimische Wissenschaftler oder Wissenschaftler muslimischer Herkunft, die sich daran beteiligen. Wir müssen dafür sorgen, dass ihre Ergebnisse möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden."
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Abdelwahab Meddeb über das griechische Zeitalter des Islam
Im Interview mit Beat Stauffer äußert sich der tunesische Intellektuelle Abdelwahab Meddeb zu den Quellen seiner Kritik an den Islamisten: "Ich möchte meine Religion, den Islam, auf ähnliche Weise kritisieren, wie Nietzsche dies seinerzeit mit dem Christentum getan hat. Viele Menschen wissen heute nicht mehr, dass es im Islam im 9. und 10. Jahrhundert kritische Stimmen gegeben hat, die noch um einiges radikaler waren als die heutigen Kritiker. So hat es in der islamischen Tradition immer wieder Denker gegeben, die den Propheten kritisierten - etwa Ibn al-Rawindi. Sowohl seine Zeitgenossen wie auch Theologen zweihundert Jahre später haben es damals als legitim erachtet, in der Kritik so weit zu gehen. Diese frühmittelalterlichen Denker waren 'esprits athéniens', waren stark von der griechischen Philosophie beeinflusst. Es scheint mir sehr wichtig, darauf hinweisen, dass es im Islam ein 'griechisches Zeitalter' gegeben hat."
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Abdelwahab Meddeb über das Bedauern des Papstes
In einem Interview mit Chiara Penzo vertritt der französisch-tunesische Schriftsteller Abdelwahab Meddeb den Standpunkt, der Papst hätte im Streit um seine Äußerungen nicht sein "Bedauern äußern" sollen. "Die muslimische Welt hat eine wunderbare Gelegenheit verpasst, sich selbst in Frage zu stellen. In seiner Regensburger Rede hat der Papst die Quellen dessen klar benannt, was ich in meinen Büchern 'die Krankheit des Islam' nenne - und was auch die Basis für den Islamismus ist. Die Frage der Gewalt im Islam ist eine Realität. Wenn der Papst die sehr enge Beziehung dieser Religion zur Gewalt erwähnt, dann sagt er die Wahrheit, auch wenn man den Islam nicht von der Vernunft trennen darf. Ich hätte mir gewünscht, dass ein offener und aufgeklärter Imam seine Rede aufgreift und eine Debatte eröffnet, indem er zugesteht, dass Benedikt XVI. teilweise Recht hatte. Denn es gibt nicht eine einzige islamische Lehre, sondern Texte, die es lohnt zu diskutieren und zu analysieren. Die muslimische Welt braucht die intellektuelle Auseinandersetzung."
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Abdelwahab Meddeb über den Islamismus
Der französisch-tunesische Schriftsteller Abdelwahab Meddeb spricht im Interview mit Gilles Anquetil und Francois Armanet über die Ursachen des Islamismus. "Das Scheitern der postkolonialen Staaten hat alle Hoffnungen zunichte gemacht. Ihre Ungerechtigkeit, ihre Fahrlässigkeit, ihr Despotismus haben zum Entstehen dieser Krankheit geführt. Den Diktaturen ging es gut und sie haben die Politik verwüstet. Die Rückbesinnung auf die Religion war der letzte Ausweg... Ich bin fest davon überzeugt, dass ein Gegenmittel aus Europa kommen wird. Europa ist nun in der Lage, seine Vorbildfunktion ausspielen. Es hat seine eigenen Streitigkeiten beigelegt und kann nun als historischer Akteur nach den Prinzipien handeln, die es erfunden hat. Nur Europa kann dieser doppelte Spannung Herr werden, die unsere Welt bestimmt - der Spannung zwischen der alten und der neuen Welt sowie zwischen dem Orient und dem Okzident."
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Abdelwahab Meddeb über den Islam als laizistische Religion
"Der Islam ist im Grunde eine laizistische Religion", behauptet der französisch-tunesische Schriftsteller Abdelwahab Meddeb im Interview mit Patricia Briel. "Sie besitzt keine institutionelle Macht, kein geistiges Oberhaupt. Kaiser Friedrich II . bemerkte auf seinem letzten Kreuzzug, dass die Muslime das Weltliche vom Spirituellen trennen... Man kann den Ursprung der Idee einer laizistischen Religion bis zu Averroès (1126 – 1198) zurückverfolgen. Er war der Erste, der behauptet hat, es gebe zwei Wahrheiten, eine philosophische und eine theologische. Sie gehörten für ihn wie Zwillinge zusammen. Aber es ist sein philosophisches Erbe, das die Theorie einer doppelten Wahrheit hervorgebracht und die Spaltung von Philosophie und Theologie besiegelt hat... Vergessen wir nicht, dass die Nicht-Trennung des Religiösen und des Politischen ein Teil des (Trug)Bildes ist, das sich bezüglich der Ursprünge des Islams entwickelt hat und bei den Islamisten so beliebt ist."
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