Navigation

 

Home / Autorenindex


Meiler, Oliver


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Tages-Anzeiger - Schweiz | 11.03.2011

Alte Großmacht drängt auf Weltbühne

Die plötzliche Kursänderung des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy im Libyen-Konflikt wirkt verkrampft und hilflos, meint der linksliberale Tages-Anzeiger. Deshalb werde Sarkozy sein eigentliches Ziel auch nicht erreichen: "Sein unvermitteltes Vorpreschen soll wohl in erster Linie der dramatisch geschrumpften geopolitischen Rolle seines Landes einträglich sein. Von den grossen westlichen Ländern hat Frankreich in den letzten drei Monaten dieser Zeitenwende in der arabischen Welt die bescheidenste, zuweilen kleinlichste Figur abgegeben - geprägt und geniert durch die alte Doppelmoral im Umgang mit Herrschern. ... Sarkozy operiert nun also vor allem an einer Imagekorrektur. Es drängt Frankreich, das schon immer eine verklärte und überhöhte Vorstellung seiner eigenen internationalen Rolle hatte, in diesem historischen Moment zurück auf die Weltbühne. Im Solo. Mit einem spektakulären, vielleicht gar riskanten, sicher aber höchst angestrengten und heuchlerisch anmutenden Rückwärtssalto."

Tages-Anzeiger - Schweiz | 08.11.2010

Italiens Regierung ruiniert Pompeji

Das Haus der Gladiatoren im archäologischen Gelände von Pompeji ist am Samstag eingestürzt. Der Vorfall hat in Italien eine Debatte über die Wertschätzung des Lands für seine antiken Schätze ausgelöst. Die linksliberale Tageszeitung Tages-Anzeiger sieht die Verantwortung für den Einsturz bei der Politik: "Die rechte Regierung hat in den letzten Jahren die Mittel für den Unterhalt der grossen Vermächtnisse der Antike empfindlich gekürzt - um 1,2 Milliarden Euro, wie Salvatore Settis, Italiens renommierter Kunsthistoriker und Rektor der Scuola Normale Superiore von Pisa am Sonntag in der 'Repubblica' schreibt … . Warnungen hatte es viele gegeben. Wie im Refrain wiederholten in den letzten Monaten Intendanten, Archäologen und Lokalpolitiker, dass Pompeji langsam zerfalle. Die Stadt, die in ihrer langen Geschichte Vulkanausbrüche und Bomben bewältigt hatte, droht also an der Politik zugrunde zu gehen. Es fehlt am Bewusstsein, links wie rechts, für die wahren Schätze des Belpaese, dieser Wiege der hiesigen Zivilisation - Attraktion für Millionen von Touristen."

Tages-Anzeiger - Schweiz | 30.07.2010

Sicherheitsmann Sarkozy gescheitert

Der angekündigte "harte Kurs" gegen die Roma in Frankreich ist ein rhetorisches Ablenkungsmanöver des Präsidenten Nicolas Sarkozy von eigenen Versäumnissen, meint der linksliberale Tages-Anzeiger: "Viele Franzosen dürfte er nicht mehr beeindrucken mit der martialischen Rhetorik. Den meisten ist nur allzu präsent, dass dieser Präsident seit 2002 fast ohne Unterbruch die innere Sicherheit Frankreichs verantwortet - zunächst als Innenminister, nun als Staatschef. Seinen anpackenden Stil beschrieben die Medien immer gerne als 'musclé' - mit Muskeln. Er mag den lauten Knall eines Polizeieinsatzes und die TV-Bilder dazu. Wenn Sarkozy nun also Missstände anprangert und einen Notfall an dieser Front beschwört, in den Banlieues und unter den Fahrenden, dann gesteht er das Versagen seiner Politik ein. Und wenn die Kriminalstatistiken tatsächlich ein so schlechtes Bild zeichnen, wie er behauptet, dann ist auch seine Bilanz schlecht. Sehr schlecht sogar. Es bleibt ihm nur das Reden, das Spalten und Stigmatisieren. Die Strategie ist leicht durchschaubar, aber ohne Gewähr auf Erfolg."

Berliner Zeitung - Deutschland | 27.06.2006

Italiener lehnen Verfassungsänderung ab

"Die Italiener mögen ihre Verfassung, dieses republikanische Grundgesetz aus dem Jahr 1948, das dem Land nach der 20-jährigen Erfahrung mit der faschistischen Diktatur ein neues Fundament gab. Sie wollen sie beibehalten - zusammen mit der Einheit des Landes", kommentiert Oliver Meiler das Verfassungsreferendum. "Berlusconi wollte die Figur des Ministerpräsidenten aufwerten - auf Kosten des Staatspräsidenten und des Parlaments. Ohne Erfolg. Die alte Verfassung Italiens ist ein ausgeklügeltes System von Kontrollmechanismen. Das Ziel der Verfassungsväter war klar umrissen gewesen: Dem Land sollte ein 'zweiter Duce' erspart bleiben... Zudem schätzen viele Italiener die Kontrollinstanz in der Person eines überparteilichen Staatspräsidenten. Denn Italien scheint noch immer nicht gefeit vor populistischen Regierungschefs mit napoleoneskem Selbstverständnis, wie die allerjüngste Geschichte gezeigt hat."

» Autorenindex


Weitere Inhalte