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Meister, Ulrich


In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 12.02.2008

Großbritannien debattiert über die Scharia

Der Erzbischof von Canterbury verteidigt seine Position nicht überzeugend, findet London-Korrespondent Ulrich Meister. "Letztlich rettete er sich in die defensive Haltung des Gläubigen, der behauptet, dass das staatliche Gesetz, zu dem die europäischen Menschenrechte gehören, den Glauben und das Gewissen aller Religiösen nicht immer ausreichend schütze... Hingegen hat er opportunistische Argumente wiederholt, nämlich dass Scharia-Gerichte in England seit langem bereits für zivile Streitfälle wie Scheidungen (einfach für Männer, langwierig für Frauen) und Erbe existieren und die orthodoxen Juden die Beth Din ebenfalls für zivile und kommerzielle Divergenzen haben. Das englische Recht gestattet außerhalb krimineller Delikte in der Tat solche Schiedsgerichte von dritter Seite... Der Druck der religiösen oder Clan-Gemeinschaft - anstelle einer unabhängigen Justiz - wird in solchen Fällen vollkommen unterschätzt."

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 07.07.2006

London, ein Jahr nach den Anschlägen

Das Verhältnis zwischen den Briten und ihrer muslimischen Bevölkerung ist weiterhin von gegenseitigem Misstrauen geprägt, stellt Ulrich Meister fest und kreidet diesen Umstand auch dem ambivalenten Verhalten von Premierminister Tony Blair an: "Das Abwägen zwischen der Sicherheit der Bevölkerung und individuellen Freiheitsrechten bereitet auch in anderen demokratischen Rechtsstaaten Probleme. In Großbritannien ist es noch heikler, weil die Justiz mangels geschriebener Verfassung eine stärkere Rolle einnimmt. Ein einzelnes Urteil, zum Beispiel über die Unzulässigkeit einer Verwahrung verdächtiger Terroristen, bringt allein schon ein ganzes Gesetz zu Fall. Blairs Kritik an den Richtern ist aber insofern inkonsequent, als er selbst seine politischen Kompetenzen für die Integration der Muslime nicht voll ausnützt oder jedenfalls widersprüchliche Signale gibt. Ein Beispiel dafür ist die offizielle Unterstützung für die Gründung neuer religiöser Schulen."

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