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Mindruta, Lucian


In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Dilema Veche - Rumänien | 27.06.2008

Die Südamerikaner Europas

Der Journalist Lucian Mindruta von der rumänischen Wochenzeitung Dilema Veche sieht nur noch teure Autos in seinem Wohnviertel und fragt sich, ob Rumänien auf dem Weg ist, ein reiches Land zu werden: "Unsere Autos zeigen genau den Gegensatz auf: Dass wir Teil der Armen sind, die aber nicht als solche erscheinen wollen. Diese Hypothese wurde von einer US-amerikanischen Studie an sozialen Gruppen geprüft, die eindeutig ärmer sind als der Durchschnitt: an Afrikanern und Südamerikanern. Bei beiden Gruppen haben die Autoren den selben Trend beobachtet: Leute, die wenig Geld haben, geben für Autos, Kleider und Schmuck 25 Prozent mehr Geld aus, als die Mehrheit der Bevölkerung. Das Geld muss irgendwo herkommen: Die Studie zeigt, dass man die eigenen Mittel für Bildung oder Unterhaltung kürzt. Praktisch werden Investitionen in Dinge getätigt, die sichtbar sind. ... Man kauft eine Uhr statt einer Enzyklopädie. ... Wir in Rumänien sind die Südamerikaner Europas, das ist klar. Ärmer als der Rest und noch gewillter, diese Tatsache zu vergessen, sind wir schrecklich darauf bedacht, reich zu erscheinen. ... Das zeigt nur, wie arm wir doch sind - als Menschen, als Nation."

Dilema Veche - Rumänien | 16.08.2007

Abschied von Florian Pittiş

Lucian Mindruta erinnert an den am 5. August verstorbenen Schauspieler und Sänger Florian Pittiş und beschreibt, welchen Einfluss Pittiş auf ihn und seine Generation hatte. "Ich kann nicht sagen, das Pittiş ein Dissident oder der Anstifter einer Revolte war. Er war ein Vermeider, kein Che Guevara", schreibt Mindruta über den überzeugten Langhaarträger, von dem die Partei im Ceausescu-Regime verlangt hatte, er solle es kurz tragen. Er lasse sich nicht "beschneiden", sagte er und nahm stattdessen ein Bühnenverbot in Kauf. "Pittiş war einer der Gründe, warum das System im Inneren porös wurde... Auch er wird vergessen werden, doch bleibt er irgendwie in meiner Generation lebendig und wir können den Kindern, wenn sie alt genug sind, sagen: 'Es ist besser frei als reich zu sein.' ... Diese Worte stammen nicht von Pittiş. Doch ohne ihn hätte ich so etwas nicht schreiben können."

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