Bereichsmenü: Home
Home / Autorenindex
Mink, Georges
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Georges Mink über das Geschichtsverständnis in Ost und West
Der Soziologe Georges Mink vom Wissenschaftszentrum CNRS beschäftigt sich mit dem unterschiedlichen Geschichtsverständnis in West- und Osteuropa. "Sie fordern uns heraus, uns mit ihrem Geschichtsverständnis auseinanderzusetzen... Seit 1989 haben die mitteleuropäischen Länder die Strategie verfolgt, dem Westen eine 'Schuld' gegenüber dem Osten zu geben, um so den Druck auf die EU zu erhöhen und um eine Anpassung des Geschichtsverständnisses verbunden mit kompensatorischen Reparationen zu fordern... Wir leben in einer heiklen Phase des europäischen Projekts. Sollten wir da nicht den Willen der Länder, die aus dem Zusammenbruch des Sowjetsystems hervorgegangen sind, stärker berücksichtigen? Sie wollen ihre Erfahrung mit der sowjetischen Herrschaft stärker in den Fundamente der europäischen Geschichtsschreibung einbauen. So könnte man eine Spaltung des Geschichtsverständnisses vermeiden."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Geschichte, » Europa, » Mitteleuropa
Georges Mink über die Geheimdienstarchive Osteuropas
Der französische Forscher Georges Mink erklärt, warum es um die Frage der 'Entkommunisierung' in einigen ehemaligen kommunistischen Ländern immer wieder Streit gibt. "Für manche besonders pflichtbewusste Politiker ist die Ankündigung, mit den unmoralischen Folgen des Kommunismus aufräumen zu wollen, nützliche Rhetorik, um das gegenteilige Ziel zu erreichen: Sie wollen die Aktenfunde so lange wie möglich benutzen, denn das Erzeugen von 'Dissenz' bei der Erinnerung garantiert diesen Politikern eine gute Ausgangsposition in der Politik. Dass die Archive schwer zugänglich sind, nährt den sorgsam aufrecht erhaltenen Verdacht, dort lagere ein unerschöpfliches Potenzial von versteckten Beweisen für die Existenz und das fortdauernde Wirken des Feindes. Die mehr oder weniger gezielt geschlagenen Informationslecks sollen glauben machen, dass die Justiz von einem Netz von Komplizen dieses Feindes an ihrer Arbeit gehindert wird... In diesem Klima der allgemeinen Denunziation stellt sich die Frage, ob die demokratischen Mechanismen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Geschichte, » Mitteleuropa, » Osteuropa
Georges Mink über die Lustration in Polen
Der Politologe Georges Mink, der am Europa-Kolleg Natolin in Warschau lehrt, erläutert im Interview mit Jean-François Verdonnet Polens Umgang mit seiner Vergangenheit. "Die Machthaber haben ihre Wahl der Forderung nach entschiedener 'Entkommunisierung' zu verdanken. Polen war das erste Land Osteuropas, das sich vom sowjetischen Lager losgesagt hat. Damals wurde der Austritt unter der Bedingung ausgehandelt, im Gegenzug Milde gegenüber denen walten zu lassen, die dem kommunistischen Regime gedient hatten. Heute jedoch übt die Mehrheit Kritik an dieser Übereinkunft. Die lange verschleppte Lustration wird nun von Funktionären vor allem deshalb verteidigt, weil sie sich so einen Platz auf der politischen Bühne sichern wollen. Das birgt ein Risiko, wie Jacek Kuron einst sagte: Der ehemalige demokratische Oppositionsführer verglich die Lustration mit einer 'Granate, die man in eine Jauchegrube wirft. Sie bespritzt alles um sich herum, lange.'"
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Polen