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Misik, Robert


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


taz - Deutschland | 08.02.2008

Robert Misik über Religionskritik

Die Religionskritik der Aufklärung wollte nicht gegen eine Religion hetzen, sondern Menschen schaffen, die sich nicht verhetzen lassen, schreibt Robert Misik und überlegt, welche Formen von Religionskritik heute angemessen sind. "Kritik, besonders wenn sie sich mächtige religiöse Autoritäten vornimmt, kommt ohne Spott nicht aus. Aber Spott ist auch nicht gleich Spott. 'Hohn und Spott', schreibt [der Leipziger Philosoph] Christoph Türcke, 'waren stets nur da aufklärerisch, wo Schwache sie als Waffe gegen Mächtige führten.' Wenn Mächtige oder kulturell Etablierte über Underdogs spotten, dann ist das eine Siegerpose von oben herab und schrammt hart an rassistisches Ressentiment heran. Kurzum: Es macht schon einen Unterschied, ob ein Exmuslim den Propheten Mohammed einen 'Kinderschänder' nennt oder ob die Kritik von Spießbürgern aus Charlottenburg [Bezirk in Westberlin] kommt, die über die rückständigen Türken und Araber die Nase rümpfen."

taz - Deutschland | 10.08.2007

Robert Misik über politisch intervenierende Intellektuelle

In einem Essay in der New York Times hat der Intellektuelle und linksliberale Politiker Michael Ignatieff seine Unterstützung des Irak-Kriegs bereut. Robert Misik kann nicht nachvollziehen, warum Ignatieff in seinem Text zwischen denkenden Intellektuellen und handelnden Politikern unterscheidet. "Der neue politisch intervenierende Intellektuelle ist freilich eher ein intellektueller Politiker. Er weiß, im besten Falle, mehr als der normale Politiker über die Kompliziertheit der Welt und die Aporien sozialer Systeme, aber anders als der 'bloße' Intellektuelle trifft er am Ende des Tages auch seine Entscheidung: als Kommentator, als Ratgeber. Er ist gewiss anderen Anreizsystemen und völlig anderem Druck ausgesetzt als ein Politiker, aber 'at the end of the day' sind die Rollen so verschieden nicht... Wer eine Entscheidung trifft, kann Irrtümer nicht ausschließen. Allerdings, die Konsequenzen sind andere. Der Intellektuelle ist bestenfalls blamiert. Der Politiker muss, wenn alles schiefläuft, seine Karriere an den Nagel hängen. Nun, sie werdens überstehen. Das gilt nicht immer für die Objekte des Irrtums - die sind gelegentlich nämlich tot."

Der Standard - Österreich | 11.01.2007

Das Ende der Ära Schüssel

Mit dem Abgang des abgewählten österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel gehen für Robert Misik "ziemlich düstere Jahre" zu Ende. Misik erinnert an die schwere europäische Krise, die Schüssel im Jahr 2000 ausgelöst hatte, als er Jörg Haiders rechtspopulistische FPÖ mit in die Regierung nahm, und an die Folgen für das Land selbst: "Das Land war in der Mitte gespalten - und blieb es. Hier der schwarz-blaue Block - da alle anderen. Regierungsziel: 'Die roten Gfrieser' (Nichtsnutze) wegräumen. All dies fand bis zuletzt statt, wenn auch aus zwei Gründen zunehmend unterhalb der Wahrnehmungsschwelle: Einerseits, weil den Haiderleuten durch den Niedergang und am Ende die Spaltung ihrer Partei die Kraft zum Bössein verloren ging, andererseits aber auch, weil man sich an manches, was andernorts ein Skandal wäre, einfach gewöhnt hatte... Mit dem Ausscheiden der beiden freiheitlichen Spaltprodukte BZÖ und FPÖ aus der Regierung ist der direkte Zugriff xenophober Radaubrüder auf die Politik fürs Erste gestoppt, ihre symbolische Promotion zu Staatsrepräsentanten Vergangenheit. Und das ist ein gehöriger zivilisatorischer Fortschritt."

taz - Deutschland | 20.12.2006

Robert Misik über die neue Lust an der Konfrontation

"Wenn man den Kampf der Kulturen nur lange genug beschwört, dann kriegt man ihn am Ende auch", glaubt Robert Misik und stellt eine neue Lust am "Jargon der Konfrontation" fest: "Auch wenn die realen Streitfragen mehr mit Macht, Gerechtigkeit und Ökonomie zu tun haben als mit Kultur, so werden sie doch in die Sprache von Kultur, Religion und Identität übersetzt. Für viel zu viele Muslime geht alles, was schief läuft in der Welt - besonders in der muslimischen Welt -, auf das Konto einer westlichen Verschwörung, die den Islam unterdrückt, seine religiösen Gefühle vorsätzlich verletzt, die Traditionen der Muslime mit kommerziellem Teufelszeug vernichtet und die Rohstoffe aus ihren Ländern plündert. Die relativ neue Spezies der westlichen Liberalmilitanten beschwört im Gegenzug einen täglichen Kampf gegen den islamischen Totalitarismus. Wo drei Männer mit Vollbart beieinander stehen, wittern sie eine Bedrohung von Freiheit, Abendland und Frauenemanzipation."

taz - Deutschland | 13.06.2006

Neuer deutscher Patriotismus?

Skeptisch beobachtet Robert Misik, wie die Begeisterung der Deutschen für ihre Nationalmannschaft vom "Verein der Freunde des Patriotismus" als Zeichen für ein neu erwachtes Nationalgefühl gedeutet wird: "Da wehen schwarzrotgoldene Fahnen aus Fenstern, da flattern schwarzrotgoldene Wimpel am Auto, da malen sich junge Mädchen die Nationalfarben ins Gesicht - schon ist vom Patriotismus mit freundlichem Antlitz die Rede, dass die Deutschen endlich entspannt 'für Deutschland' sein können... Wenn der Patriotismus aber ein Angebot im Portefeuille der Event-Kultur ist, dann geschieht am Ende das, was die Patrioten am wenigsten wünschen: Wenn der Event vorbei ist, gehen die Konsumenten wieder nach Hause und halten Ausschau nach dem nächsten Spektakel, das einzigartige Erlebnisse verspricht."

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