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Navarro-Valls, Joaquin


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


La Repubblica - Italien | 10.12.2010

Joaquín Navarro-Valls über Schein und Sein in der Wikileaks-Ära

In der aktuellen Wikileaks-Debatte verteidigt der Ex-Vatikan-Sprecher Joaquín Navarro-Valls in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica die moralische Tragweite der durch die Enthüllungen geschaffenen Transparenz: "Das Phänomen Wikileaks ist letztendlich keine schwere Krankheit, die die Medienwelt befallen hat, sondern zeigt die Unfähigkeit der alten Politik, sich einer Wirklichkeit entsprechend zu verhalten, in der alles enthüllt werden kann. ... Die einzige Abhilfe, die den Politikern gegen das globale Anprangern bleibt, besteht darin, verantwortungsvoll und integer ihre Macht auszuüben. Denn in Zukunft ist es unmöglich, pervers zu sein und rein zu erscheinen, ein Kriegstreiber zu sein und als Pazifist aufzutreten. Die Internetära ist gnadenlos. Nicht so sehr, weil der Schein mehr zählt als das Sein, sondern weil das Sein untrennbar mit dem Schein verbunden ist. Als gut kann nur erscheinen, wer es wirklich ist, als böse auch der, der alles daran setzt, gut zu scheinen. Ein Paradox, das eher Heuchelei vertreibt, als dass es Politiker schwächt. Wikileaks könnte zur letzten Garantie dafür werden, dass Werte, die keine Tugenden sind, nicht überleben, denn früher oder später werden sie von den inkonsequenten Verhaltensweisen der Fälscher der öffentlichen Moral enttarnt."

La Repubblica - Italien | 07.01.2009

Islamische Kundgebungen in Italien

Der langjährige Direktor des Pressebüros des Vatikans, Joaquin Navarro-Valls, unterstreicht in seinem Kommentar die Bedeutung der Religionsfreiheit, die die Kundgebungen der Muslime in Italien aus Protest gegen Israels Einmarsch in den Gazastreifen legitimiert. "Die Nutzung des öffentlichen Gebets für politische Zwecke darf nicht mit der Verquickung von Religion und Terrorismus gleichgesetzt werden. Im Gegenteil: Die Präsenz eines eindeutig religiösen Anliegens, das heißt der Wunsch, eine politische und kulturelle Identität im traditionellen Glauben zu suchen, ist kein Vorposten des Terrorismus, sondern sein wirksamstes Gegenmittel. ... Es ist außerordentlich wichtig, dass wir uns bewusst werden, dass die Freiheit, auf die wir in Europa so stolz sind - eine Freiheit, die wir politisch und gesetzlich noch in nur wenigen anderen Kontinenten gewährleistet sehen - immer und ausschließlich auf der Religionsfreiheit der anderen basiert. ... Zu sehen, dass in Italien Moslems gestattet wird, vor den Kathedralen den Islam zu praktizieren, wird sicherlich das Bewusstsein vieler Moslems anregen, die gleichen Rechte den christlichen und jüdischen Minderheiten einzuräumen."

La Repubblica - Italien | 01.10.2007

Joaquin Navarro-Valls über die Krise der Demokratie

Der ehemalige Sprecher von Papst Johannes Paul II, Joaquin Navarro-Valls, sieht die europäischen Demokratien in der Krise. "Zwischen den Politikern und den Bürgern gibt es eine unüberwindliche Distanz. Der Bruch zwischen dem politischen Leben und dem eigentlichen Leben der Menschen begünstigt Demagogie und Defaitismus. Das Problem beginnt fast immer mit einem Verlust von Hoffnung, der alles - bis hin zur Politik - in einen pessimistischen Strudel reißt... Die Demokratie existiert nur dank des Engagements der Bürger in den Institutionen. Deshalb müssen die Institutionen dafür sorgen, dass die Bürger eine aktive Rolle spielen... Wenn diese Beteiligung nicht zustande kommt, funktioniert die Demokratie nicht mehr richtig, sie gerät in die Krise."

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