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Ortega, Andrés
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Ein neuer Staat in Europa
Andrés Ortega fragt nach der Zukunft des neuen Staates. "Bis auf die Unabhängigkeitserklärung ist der Kosovo extrem abhängig. Das Land ist nicht lebensfähig und in jeder Hinsicht auf internationale Hilfe angewiesen - wirtschaftlich, militärisch, polizeilich und bürokratisch. Nur so kann es seine Existenz sichern und zu einem Staat zu werden, der diese Bezeichnung verdient... Die Unabhängigkeit des Kosovo bedeutet ein Versagen der Europäer; und es wird sicher nicht das letzte Scheitern sein, denn es sind noch viele Konflikte zu lösen, die aus dem langen und blutigen Zerfall Jugoslawiens herrühren. Dessen Teile wollen sich paradoxerweise alle in Zukunft mit der EU vereinigen. Die EU wird so Schritt für Schritt um kleine, ethnisch homogene Staaten erweitert... In Europa ensteht ein neuer abhängiger Staat. Kein Grund zur Freude."
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Andrés Ortega über die neue Realität Europas
Chefredakteur Andrés Ortega sieht einen Zusammenhang zwischen den Migrationsströmen und dem Herausbilden eines neuen Europas: "Die ersten Erweiterungen der EU hatten keine größeren Verschiebungen zufolge, obwohl Migration erlaubt war. Auch nach dem Beitritt Portugals und Spaniens kam es trotz der damaligen Befürchtungen Frankreichs nicht dazu... Anders dagegen verhält es sich mit dem jüngsten Beitritt weiterer zwölf Länder. Sie haben starke Bevölkerungswanderungen innerhalb der EU in Gang gesetzt – eine Bewegung, die bis dahin vielleicht durch den Kalten Krieg verhindert worden war. Hinzu kamen Einwanderer aus dem Maghreb, aus Asien, aus Afrika und aus Lateinamerika... Die neue Migration ist dabei, die Realität in der EU in einer beispiellosen Weise zu verändern, die Zusammensetzung ihrer nationalen Gesellschaften und selbst ihre Vorstellung von Grenzen zu beeinflussen."
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Die Europäer und die Kosovofrage
Andrés Ortega fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Frage des Kosovo-Status mit extremer Vorsicht zu entscheiden. "Angesichts der Ungeduld Washingtons und Londons könnte der Kosovo bald ein neues europäisches Land werden. Aber damit riskiert man am Ende einen neuen Konflikt, eine Teilung oder ein 'schwarzes Loch' in Europa. Nicht deswegen hat die Nato Krieg geführt, sondern um eine 'ethnische Säuberung' zu verhindern. Der UN-Sicherheitsrat wird über den westlichen Vorschlag einer Resolution diskutieren, der sich auf die Idee einer von der internationalen Gemeinschaft 'überwachten Unabhängigkeit' stützt... Wenn Russland kein Veto einlegt (was trotz des auf Moskau ausgeübten Drucks wenig wahrscheinlich ist), dann wird die EU eine Front sein und die Probleme werden geringer. Aber sollte Russland sein Veto einlegen, dann könnte dies zu enormen Problemen führen: Pristina wird einseitig seine Unabhängigkeit erklären, die Amerikaner und Briten werden sich beeilen, den neuen Staat anzuerkennen, und die EU wird gespalten sein."
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Andrés Ortega über die Erfolge der EU
Andrés Ortega bedauert, dass der Erfolg des europäischen Projekts von den aktuellen Krisen überschattet wird. "Ein trauriger Geburtstag. Das ist es, was sich die EU anschickt, am kommenden Sonntag zu feiern, wenn es an 50 Jahre Römische Verträge erinnert. Dabei handelt es sich um das beste Projekt in der Geschichte seit der Herausbildung der Nationalstaaten, der größte Beitrag Europas für die politischen Systeme. Es ist ein großer Erfolg, der viele Sichtweisen - auch bei den Themen Frieden und Wohlstand - in einer Union vereint, die es verstanden hat, das Prinzip der Freiwilligkeit dem Zwang vorzuziehen, um so die verschiedenen Identitäten zu bewahren. Die politischen Architekten der Nachkriegszeit haben es richtig gemacht. Doch heute fehlt es an einer Vision: Europa, das sich als Gegenpol zur Mauer des Kalten Krieges entwickelt hat, kann sich heute nicht mehr negativ gegen etwas entwickeln, sondern muss lernen, sich positiv zu definieren."
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Andrés Ortega über den Umgang mit der Vergangenheit
Der spanische Journalist Andrés Ortega untersucht, wie verschiedene Länder mit ihrer Vergangenheit umgehen. "Die Völker müssen lernen, sich mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen und sie von ihren guten wie auch schlechten Seiten kennenzulernen. Hannah Arendt, die heute 100 Jahre alt geworden wäre, hat unterschieden zwischen dem Verzeihen, das in gespaltenen Gesellschaften notwendig ist, und dem Vergessen einer Untat, von der wir uns losmachen wollen. Ohne das Erinnern an die Untat wird diese fortbestehen, doch ohne das Verzeihen ist ein Wiederanküpfen an ein normales politisches Leben unmöglich. Das Verzeihen ist also eine Form interner (und externer) Versöhnung, die uns von der Vergangenheit befreit und dabei die Erinnerung bewahrt."
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