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Ottone, Piero
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Italiens demokratische Defizite
Italiens Premier Silvio Berlusconi hat die Justiz wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Begünstigung von Prostitution und des Amtsmissbrauchs scharf attackiert. Auch wenn der Skandal den Premier zu Fall bringen sollte, hat das Land immer noch ein schwerwiegendes Problem, analysiert die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Das eigentliche Problem ist nicht Berlusconi. Das Problem sind wir Italiener. … Das Vermögen oder Unvermögen des Regierens ist der schmerzlichste Punkt auf der Liste all unserer Mängel. Die parlamentarische Demokratie ist eine hoch entwickelte Regierungsform, die das Bürgerbewusstsein widerspiegelt, sofern es vorhanden ist. Uns fehlt es. … Wenig geübt in der Handhabung der parlamentarischen Demokratie haben wir 1922 auf Mussolini zurückgegriffen. 1994 auf Berlusconi. Das Ergebnis ist vor unser aller Augen. Der Unterschied besteht darin, dass Mussolini ein Diktator war, der die Freiheit unterdrückte und Berlusconi nichts unterdrückt hat. Er hat sich darauf beschränkt, die Demokratie zu seinen Zwecken umzuformen."
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Alitalia soll an Air France-KLM verkauft werden
Die Gewerkschaften haben sich gegen einen Verkauf der italienischen Luftfahrtgesellschaft Alitalia an Air France-KLM ausgesprochen. Der Verkauf bedarf ihrer Zustimmung, ein Umstand, den Piero Ottone beklagt: "Auf der einen Seite gibt es die französische Verwandtschaft: gelassen, selbstsicher, sie haben die Situation im Griff, spielen ihre Karten aus und lassen sich nicht aus der Fassung bringen. Auf der anderen Seite: Stöhnen, Anschuldigungen, Beleidigungen, alle Anzeichen der Ohnmacht. Es stimmt, dass Alitalia kränkelt. Aber in anderen Ländern arbeiten alle politischen und gewerkschaftlichen Kräfte, Firmenmanager und Arbeitnehmerverteter, zusammen, wenn ein Unternehmen in eine schwere Krise gerät. Sie tun das mit gutem Willen und ohne Anmaßung, um eine Lösung zu finden. Bei uns herrschen Krieg, Androhung von Ultimaten, Beleidigungen und vor allem Undurchsichtigkeit."
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Tony Blairs Verhältnis zu den Medien
Der italienische Publizist Piero Ottone nimmt die Kritik von Tony Blair an der britischen Presse zum Anlass, über Veränderungen der Printmedien in Großbritannien zu schreiben. "Wenn Blair behauptet, die Mitglieder der Regierung seien von früh bis spät von den Printmedien kontrolliert, so übertreibt er natürlich. Er hat eine Obsession, die für einen Menschen, der auf die öffentliche Meinung angewiesen ist, verständlich ist. Blair ist weniger Premierminister als ein Fachmann für Öffentlichkeitsarbeit. Die britische Presse hat sich grundlegend gewandelt, meist zum schlechteren... Am Ende übertreibt Blair zwar, hat aber nicht ganz Unrecht. Denn die Tagespresse ist boulevardesker geworden, weil sie auf die Konkurrenz von Fernsehen und Internet reagiert hat."
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Das Ende der Ära Berlusconi
Piero Ottone ist davon überzeugt, dass Silvio Berlusconi die nächsten Parlamentswahlen verlieren wird, und fragt sich, wie er so lange an der Macht bleiben konnte. "Wir sind am Ende des Berlusconi-Jahrzehnts angelangt… zehn Jahre, in denen wir von einer abnormen Persönlichkeit beherrscht wurden, die im Land eine Art kollektive geistige Gleichgewichtsstörung verursacht hat. In den kommenden Jahren wird man zu analysieren versuchen, wie eine solche, aus der Welt der Werbung kommende Gestalt, ein Vertretertyp, ein Schönredner, der nichts vom Regieren verstand und in ehrenrührige Gerichtsverfahren verwickelt war, so lange unser Land führen konnte… Um zu beweisen, dass er unbesiegbar und unvergleichlich ist, muss Berlusconi ständig nach vorne preschen – ohne jedoch zu wissen, wohin. Ich glaube nicht, dass das Land geneigt ist, ihm auf diesem unsinnigen und verrückten Weg weiter zu folgen."
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