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Paral, Pavel
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Dauerhilfe für Athen ist kontraproduktiv
Private Gläubiger verhandeln derzeit in Athen mit der Regierung über einen Teilerlass der Schulden, aber die Gespräche stocken. Ein Erlass von rund 100 Milliarden Euro ist Voraussetzung für das zweite Griechenland-Hilfsprogramm von IWF und Euro-Ländern über insgesamt 130 Milliarden Euro. Die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes fordert ein schnelles Ende des Elends: "Wenn Griechenland vor zwei Jahren Bankrott gegangen wäre, dann würde es den Menschen dort besser gehen. Und Europa hätte Geld für andere, wichtigere Fälle. ... Jetzt wächst die Spannung in Europa und es ist nicht ausgeschlossen, dass Griechenland binnen ein paar Tagen oder Wochen zusammenbricht. Eine Verlängerung dieser Agonie ist kontraproduktiv. Der Zusammenbruch wäre keine Katastrophe. In Zusammenarbeit mit der EU ließe sich die Lage sehr schnell stabilisieren, und das noch vor Beginn der Urlaubssaison. Der Tourismus ist noch immer die wichtigste Einnahmequelle Griechenlands und wird es auf Dauer auch bleiben."
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Europa zahlt für Deutschlands Atomausstieg
In Deutschland mehren sich die politischen Anzeichen für einen baldigen Atomausstieg. Doch dieser kommt die Nachbarn teuer zu stehen, klagt die liberale Tageszeitung Mladá fronta dnes: "Tschechien wird das schnell spüren. Die Entwicklung alternativer Energiequellen wird ernste Folgen haben. Schon jetzt destabilisieren diese alternativen Quellen die Stromleitungen in Teilen Europas stark. Damit es nicht zum Zusammenbruch der Netze kommt, werden die Nachbarn Milliarden in ihre Leitungen investieren müssen. Das wird die Energie verteuern. ... Hundertprozentig sicher ist zudem, dass die Abhängigkeit Europas von Erdgasimporten wachsen wird. Gazprom hat schon jetzt Preissteigerungen von derzeit 350 auf demnächst 500 Dollar für 1.000 Kubikmeter angekündigt. Mit der teurer werdenden Energie sinkt aber auch die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Industrie. Dabei ist die Atomindustrie die einzige Branche weltweit, die systematisch alle Havarien analysiert und die Regeln für den Betrieb der Atommeiler aktualisiert. In der chemischen Industrie, die vergleichbar gefährlich ist, gibt es derlei nicht."
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Griechenland-Hilfe bedeutet Sprung ins Ungewisse
Die Länder der Eurozone haben sich auf die Modalitäten zur Unterstützung Griechenlands bei der Bewältigung seiner Finanzkrise verständigt. Athen könnte bei drohender Zahlungsunfähigkeit bis zu 30 Milliarden Euro zu günstigen Zinsen erhalten. Die liberale Tageszeitung Mladá fronta Dnes äußert sich kritisch: "Wo wird es hinführen, wenn kein Land der Eurozone Bankrott gehen kann? Es wird so enden wie unlängst bei den großen Banken, die nur durch milliardenschwere Finanzspritzen aus Europa und den USA gerettet werden konnten. Nur, das jetzige moralische Hasardspiel wird am Ende niemand mehr bezahlen können. ... Deshalb waren ursprünglich Finanzhilfen innerhalb der Eurozone strikt verboten. Dieses Verbot ist definitiv gefallen. Für Griechenland bringt es nur einen kleinen und eher zu kurzen Schritt in Richtung Rettung. Aber für den Euro ist es ein großer Sprung. Freilich weiß niemand, wohin."
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Griechen unter EU-Protektorat
Die Europäische Union hat auf ihrem Sondergipfel am Donnerstag in Brüssel beschlossen, die griechische Regierung bei der Bewältigung der Schuldenkrise zu unterstützen. Dies könnte Athen auch missfallen, bemerkt die liberale Tageszeitung Mladá Fronta Dnes: "Selbst in ihrer prekären Lage sind sich die Griechen nicht sicher, ob der Staatsbankrott nicht besser sei als eine Art Protektorat. ... Die lange Krise gibt denen Recht, die dem Euro skeptisch gegenüber stehen. Eine gemeinsame Währung erfordert auch eine gemeinsame Haushaltspolitik. Die gestrige Entscheidung geht in diese Richtung. Freilich sind die deutschen Steuerzahler nicht bereit, griechische Lehrer zu finanzieren, die in ihrer Arbeitszeit lieber Gyros am Badestrand verkaufen. Also was? Eine Zwangsverwaltung mit einem deutschen oder französischem Protektor? Wie wird das der griechische Lehrer finden?"
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Vorwurf des Sozialbetrugs gegen tschechischen Vizepremier
Der tschechische Vizepremier und Chef der Christdemokraten, Jiri Cunek, steht vor dem politischen Aus. Das tschechische Fernsehen hatte diese Woche berichtet, dass Cunek 1998 Sozialhilfe und Wohngeld für seine Familie bezogen haben soll. Zu dieser Zeit war Cunek zwar noch nicht in der Politik, verfügte aber über 3,5 Millionen Kronen (130 000 Euro) auf verschiedenen Konten. Pikant daran ist, dass Cunek mit dem Ziel in die Politik gegangen ist, dem Sozialmissbrauch einen Riegel vorzuschieben. Pavel Paral kommentiert: "Es ist unvorstellbar, dass Cunek in der Politik bleiben kann. Er kann über die Berechtigung von Sozialleistungen sagen, was er will. Aber er sollte begreifen, dass dieses Geld dazu dient, Leuten in einer vorübergehenden Notsituation zu helfen, und nicht dazu, Millionen zu sparen. Dass sein Verbleiben in der Politik nicht mehr möglich ist, haben inzwischen auch die eigenen Parteifreunde eingesehen. Sie riefen ihn zum Rücktritt auf."
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