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Pecican, Ovidiu


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


România Liberă - Rumänien | 07.03.2011

Rumänen zeigen Naturverbundenheit

Unter der Schirmherrschaft des EU-Kommissars für Umwelt hat eine tschechische Umweltstiftung bis zum Sonntag online über den Europäischen Baum des Jahres 2011 abstimmen lassen. Die Abstimmungsseite musste geschlossen werden, da Nutzer auf betrügerische Weise versuchten, eine 500 Jahre alte Linde aus Siebenbürgen auf Platz 1 zu wählen. Die Tageszeitung România Liberă sieht darin die Naturverbundenheit der Rumänen: "Es lässt sich schwer sagen, seit wann sich die Rumänen für altehrwürdige Bäume interessieren. Dieses scheinbar tief verwurzelte Verhalten zeigt, dass wohl doch noch das Herz für Natur und Geschichte schlägt, obwohl wir in einer Epoche des Kahlschlags von Wäldern leben und Grünflächen in Städten zubetonieren. ... Wir widmen den Bäumen Aufmerksamkeit, weil sie zum symbolischen Erbe der Nation gehören und ein Produkt der kultivierten Eliten sind, die der Nation gedient haben. ... Möglicherweise bedeutet der Versuch, die Linde aus dem Dorf Leliceni auf die Tagesordnung der rumänischen Öffentlichkeit zu setzen, dass der zivilgesellschaftliche Geist langsam erwacht. Dieser ist hinsichtlich der nationalen Solidarität und der Solidarität innerhalb der Gemeinschaft schwer beschädigt."

România Liberă - Rumänien | 14.06.2010

Die Speaker's Corner von Bukarest

Vor 20 Jahren, vom 13. bis 15. Juni 1990, wurde der friedliche antikommunistische Protest gegen die erste frei gewählte Regierung Rumäniens gewaltsam von Bergarbeitern niedergeschlagen. Sechs Menschen starben, über 700 wurden verletzt. Die Tageszeitung România Liberă erinnert an das Ereignis: "Wir hatten auf dem Universitätsplatz - dem ehrfurchtsvollen Platz der Revolution ... - einen Platz der Freiheit, der an die Speaker's Corner im Hyde Park von London erinnerte, wo jeder sichtbar für alle sagen konnte, was und wie er es wollte. ... Niemand und nichts hätte damals Ion Iliescu [erster Staatschef] ... daran gehindert, zu den Dauerdemonstranten zu gehen und geduldig seine Ansichten zu erklären oder wenigsten denjenigen zuzuhören, die vom Lauf der Dinge enttäuscht waren. ... Doch damals hielten die Führer der Arbeiterklasse es nicht für nötig, mit den einfachen Menschen in den Dialog zu treten. ... Heute, nach so vielen Jahren, stehen die Regierenden wieder vor möglichen Streiks. Werden wir angesichts der Wirtschaftskrise und der inkompetenten Innenpolitik neue Konfrontationen haben? Die Gas- und Stromrechnungen im Herbst und Winter werden die Antwort bringen."

România Liberă - Rumänien | 09.10.2009

Die Wunde wird nie heilen

In ihren Büchern verarbeitet die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller unter anderem ihr Leben in der rumänischen Diktatur, schreibt die Tageszeitung România Liberă: "Die Kombination dieser Elemente, denen sie die Erfahrungen der Deportationen ihrer Eltern, inmitten des Zweiten Weltkriegs in die Dobrudscha [Landschaft in Südost-Rumänien und Nordost-Bulgarien] und die UdSSR hinzufügte, ... gibt den Texten von Herta Müller die Dimension einer Tragödie, die die persönliche Erfahrung übersteigt, und lässt sie zur Sprecherin einer größeren Botschaft werden, eines kollektiven Schicksals eines Archetyps des Leidens. ... Es gibt hier eine symbolische Relevanz nicht nur für die Banater Schwaben, nicht nur für die deutschen Kulturen an der Donau und in den Karpaten, sondern auch für jene, die vom kommunistischen System mit Füßen getreten wurden. Wir als Rumänen haben Jahrzehnte verloren, während wir teils verzweifelt auf ein anderes Leben hofften und durchhielten ... . Herta Müller hat sich den Orten und Leuten, von denen sie stammt, nicht verweigert. ... Ihre verschiedenen öffentlichen Äußerungen ... sind der Beweis, dass das Land, aus dem sie stammt, sie immer noch schmerzt, und dass die Wunde nie heilen wird."

România Liberă - Rumänien | 23.03.2009

Organhandel hat historische Hintergründe

Zwei Rumänen haben vergangene Woche versucht, ihre Kinder im Alter von sechs und acht Jahren zu verkaufen. Die beiden Kinder sollten Organspender für kranke Kinder aus reicheren Familien sein. Die Tageszeitung Romania Libera kommentiert: "Nicht nur die Gefühlslosigkeit dieser sozial Zurückgebliebenen hat dazu beigetragen, sondern auch ein Erziehungsklima, das die Idee verbreitet, alles sei verkäuflich; eine in der anonymen, perspektivlosen Welt unserer Dörfer relativ verbreitete Welt- und Lebensanschauung; aber auch eine gewisse Tradition ('Gerissenheit lohnt sich, Geld regiert die Welt!'). Die Dinge müssen in den richtigen Kontext gebracht werden, um den tieferen Sinn zu ergründen. Und dieser Kontext entstammt natürlicherweise der Situation vor einigen Jahrzehnten, als in Rumänien auf höchster Ebene bestimmte Kategorien von Menschen [Auslösung von Angehörigen deutscher Minderheiten in Rumänien durch den deutschen Staat] zur standardisierten Ware wurden."

România Liberă - Rumänien | 08.04.2008

Cluj - Wirtschaftswunder und Umweltzerstörung

Cluj ist die drittgrößte Stadt Rumäniens, hier hat sich unter anderem der finnische Mobilkfunkhersteller Nokia angesiedelt. Ovidiu Pecican berichtet: "Die Ökologie in Cluj leidet seit Jahren massiv. Die letzten Grünflächen und Parkanlagen werden liquidiert, eine Shopping-Mall hat hier die Größe eines Sees, der nicht mehr existiert, und die unverantwortliche Umgestaltung von Orten, die es eigentlich zu schützen gilt, setzt sich fort, während die heutigen Unternehmer – egal was passiert - neue Gebäude bauen, mit denen es sich gut auf dem Immobilienmarkt spekulieren lässt. Auch der Verkehr hat wahnsinnig zugenommen... Voraussagen zufolge wird sich Cluj in den kommenden vier Jahren zu einem ökonomischen Zentrum des Landes entwickeln. Bleibt die Frage: Ist es gut, dass sich die Entwicklung in Rumänien nur auf einige wenige Städte konzentriert, während die übrigen drei Viertel des Landes der völligen Unterentwicklung überlassen werden?"

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