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Picard, Maurin


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Soir - Belgien | 12.03.2008

Österreich gedenkt 1938

"Österreich hat seit Ende des Zweiten Weltkriegs immer wieder Schwierigkeiten damit gehabt, zu dem Vermächtnis dieses dunkelsten Kapitels seiner Geschichte zu stehen. Zum Gedenken an den 'Anschluss' hat die österreichische Regierung deshalb versucht, den Schwerpunkt auf die 'Reue' eines ganzen Volkes für seine aktive Zusammenarbeit dem Dritten Reich und der Elimierung seiner Eliten zu legen. Trotz dieser guten Absichten sieht es in den Herzen der Österreicher offenbar anders aus", meint Wien-Korrespondent Maurin Picard. "Ist es, weil '60 Prozent der Österreicher den Krieg nicht miterlebt haben', wie es der Wiener Bürgermeister Michael Häupl gesagt hat? Oder weil das Heraufbeschwören der dunklen Stunden für die meisten noch immer schmerzlich ist?... Für die österreichische Verwaltung, die in regelmäßigen Abständen beschuldigt wird, die Entschädigung von Opfern des Nationalsozialismus hinauszuzögern und erwiesenen Kriegsverbrechern Unterschlupf zu gewähren, ist der Weg zur 'Reue' noch lang."

Le Soir - Belgien | 23.01.2008

Zwei Imame für die österreichische Armee

"Im sehr katholischen Österreich ist eine kleine Revolution im Gange: Ab März arbeiten zwei Imame im Auftrag der österreichischen Armee als Seelsorger für junge muslimische Rekruten", berichtet Maurin Picard aus Wien. "Diese Idee kursierte seit 2006, aber wegen interner Debatten bedurfte es einiger Anstrengung, diese umstrittene Maßnahme durchzusetzen... In der Armee gibt es mehr als 1000 Soldaten muslimischen Glaubens, das sind 3,5 Prozent des militärischen Personals. Damit ist der Islam mittlerweile die zweitgrößte Religion in der Armee, noch vor dem Protestantismus... Anders als die Rechtsextremen glauben machen wollen, ist es aber nicht das erste Mal, dass der Islam in der österreichischen Armee vertreten ist. Vor dem Fall des Habsburger Reiches gab es ab 1918 ganze Einheiten mit Soldaten aus der Provinz Bosnien, die nach einem kurzen Krieg annektiert worden war. Schon damals konnten sie ihren Glauben frei praktizieren."

Le Soir - Belgien | 15.06.2007

Österreichs Umgang mit seiner NS-Vergangenheit

"Waldheim verkörperte das schlechte Gewissen Österreichs. Eine schweflige Persönlichkeit mit vielen Facetten, die sich vom Nazi-Offizier zum Uno-Generalsekretär und zum Bundespräsidenten gewandelt hat", schreibt Österreich-Korrespondentin Maurin Picard zum Tod Kurt Waldheims. "Seit seiner Pensionierung 1992 hatte sich Waldheim zurückgezogen. In der Autobiografie "Die Antwort", die vier Jahre später erschien, bekannte er, 'einen Fehler gemacht zu haben' als er seinen Wehrdienst verschwiegen hatte. Doch mit derselben Energie bestritt er, dass er an der Deportation von Tausenden griechischen Juden im Hafen von Thessaloniki beteiligt war, obwohl er dort zu dieser Zeit stationiert war. Besser ist da seine Behauptung, der Skandal um seine Person habe eine 'heilsame öffentliche Debatte' über die Einstellung der Österreicher während des Nazi-Regimes ausgelöst. Das habe zu einer verspäteten aber doch echten Bewusstwerdung geführt."

Le Soir - Belgien | 19.12.2006

Ungarns politische Krise

Der Journalist Maurin Pincard beschreibt die Lage in Ungarn: "Ferenc Gyurcsány, der von seinen Gegnern als Dilettant bezeichnet wird, weiß, das die großen Schwierigkeiten erst noch kommen... Als früherer 'Drache' Osteuropas ist Ungarn im Verlauf weniger Jahre vom Vorzeigeschüler der Klasse der jungen Europäer zum künstlich ernährten Staat geworden, der nicht in der Lage ist, einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren... Trotz dieser Unsicherheiten scheint der mit der Sturheit eines Felsens ausgestattete Ferenc Gyurcsány wieder Oberwasser zu haben. Er, der im September und Oktober sehr tief in den Meinungsumfragen abgerutscht war, ist nun wieder bei 30 Prozent Zustimmung angelangt."

Le Figaro - Frankreich | 09.08.2006

Sind die europäischen Kernkraftwerke sicher?

"Die Länder des westlichen Europas fürchten sich vor allem vor den überalteten Reaktoren in Osteuropa", schreibt Maurin Picard. "Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurden die Kernkraftwerke im ehemaligen Ostblock modernisiert und mit Hilfe westlicher Firmen auf das Niveau europäischer Sicherheitsstandards gebracht. In den 1990er Jahren wurde 'American Westinghouse' beauftragt, die aus Sowjetzeiten stammenden Druckwasserreaktoren VVER 1000 in Temelin zu erneuern, indem sie mit einem Schutzmantel umgeben wurden. Das hat aber nicht verhindern können, dass das Kernkraftwerk Temelin in Südböhmen einen 'ernsten Zwischenfall' hatte." Nach dem Zwischenfall Ende Juli im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark, ergänzt Picard, "wurde die Debatte um die nukleare Sicherheit in Europa neu angestoßen."

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