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Pretenderis, Ioannis
To Vima, Greece
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Papandreou übersteht Stimmungstest erstmal
Griechenlands Premier Giorgos Papandreou hat trotz Stimmenverlusten seiner Sozialisten bei den Regional- und Kommunalwahlen am Sonntag vorgezogene Parlamentswahlen ausgeschlossen. Die linksliberale Tageszeitung Ta Nea fragt sich, ob das nur viel Lärm um nichts war: "Wir haben schon zuvor geschrieben, dass es in Europa viele Regierungen gibt, die Regional- oder Kommunalwahlen verloren haben, ohne dass sie dies am Regieren gehindert hätte. ... Gab es jemanden, der von der Botschaft der Unzufriedenheit und der Missbilligung überrascht war? Gab es einen Menschen, der mit einem Blick auf die Wahlergebnisse aus allen Wolken gefallen wäre? Ich glaube nicht. ... Nach den gestrigen Ergebnissen wird sich jetzt nicht nur zeigen, ob Griechenland eine starke Regierung hat (was niemand bestreitet), sondern auch, ob es wieder eine starke Opposition gibt. Im Augenblick sieht alles danach aus. Der Rest wird in Kürze sichtbar. Denn es kann tatsächlich viel Lärm um nichts gemacht worden sein. Aber es kann sich erweisen, dass auch ein wenig Lärm seine Bedeutung hat."
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Paketbomben aus Griechenland verbreiten Angst
Unbekannte haben aus Griechenland zahlreiche Paketbomben verschickt, unter anderem an die deutsche Bundeskanzlerin, den französischen Präsidenten und mehrere Botschaften. Bis auf Weiteres ist alle Luftfracht von Griechenland ins Ausland gestoppt. Die linksliberale Tageszeitung Ta Nea fragt sich, was noch passieren muss, damit diese Aggressionen endlich ernst genommen werden: "Wir müssen absolut ehrlich sein: Es gibt keinen schlimmeren Umgang mit einer Bedrohung als die Verharmlosung. ... Aus einigen paranoiden und wahrscheinlich unerklärlichen Gründen heraus hat unsere Gesellschaft generell die Sicherheitsfrage dämonisiert: Sicherheit vor Terrorismus, aber auch Sicherheit vor allen Gefahren und Bedrohungen der modernen Gesellschaft. Ist das ein Zeichen antiautoritärer Angeberei, ideologischen Unsinns, sozialer Rückständigkeit oder linker Beschränktheit? Das sollen die Spezialisten herausfinden. ... Aber niemand kann leugnen, dass es diese Aggressionen gibt und dass sie wachsen. Und solange sie vorherrschen, solange sie weiter genährt werden, sind wir eine Gesellschaft, die zunehmend in Angst und Unsicherheit versinkt. Und im Terrorismus."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Innenpolitik, » Kriminalität, » Griechenland
Kabinettsumbildung gefährdet Griechenlands Sanierung
Griechenlands Premier Giorgos Papandreou hat seine Regierung umgebildet, wichtige Positionen neu besetzt und die Zahl der Minister und ihrer Stellvertreter von 37 auf 48 erhöht. Doch das könnte die Sanierungspläne der Regierung verzögern, befürchtet die linksliberale Tageszeitung Ta Nea: "Die Zusammensetzung einer Regierung garantiert nicht im Voraus deren Leistungen. Das gilt nun noch weniger, da die jetzige Konstellation viel komplizierter ist. ... Das Risiko, dass der Ministerpräsident eingeht, betrifft vor allem den Umfang der Umbesetzung. Man muss hoffen, dass die neuen Leute sich sehr schnell an ihre neuen Rollen gewöhnen. Andernfalls ist die Regierung in Gefahr, das Spiel gegen die Zeit zu verlieren, und die Troika [aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds] lauert bereits."
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Ioannis Pretenderis über die Banalität der Gewalt
Die Gewalt hat sich in der griechischen Gesellschaft etabliert, findet der Kolumnist Ioannis Pretenderis in der Tageszeitung To Vima mit Blick auf die Straßenschlachten Jugendlicher mit der Polizei in Athen: "Am Wochenende herrschte Kriegsstimmung in Athen, so als ob die Türken kurz vor einem Angriff stünden. Leider stellen die Krawalle keine Ausnahme dar. Das gleiche passiert jedes Jahr beim Gedenken an das Polytechnikum [Aufstand der Studierenden des Athener Polytechnikums gegen die Militärdiktatur am 17 November 1973]. ... Wir erleben all das so, als ob wir dazu verpflichtet wären, uns mit der einen oder anderen Seite zu identifizieren, als ob wir zu einem permanenten Bürgerkrieg verdammt wären. ... Das Problem ist nicht die Gewalt. Das Problem liegt bei der Legalisierung der Gewalt derjenigen, die sie als 'Teil des Spiels' empfinden. Hannah Arendt hat im Eichmann-Prozess als erste über die 'Banalität des Bösen' gesprochen. Ich befürchte, dass sich in unserer Gesellschaft die Banalität der Gewalt durchsetzt."
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Halbzeitbilanz der Regierung
"Das Regierungschiff steuert seit zwei Jahren in unbekannten Gewässern und das schlägt sich in den Umfragen nieder", schreibt die Zeitung in ihrer Bilanz zur Halbzeit der aktuellen Regierung. "Austausch der Regierungsmannschaft, wenig Erfolg beim Gestalten der griechisch-türkischen Beziehungen, EU-Kritik an der Wirtschaft des Landes, der Skandal mit den Pakistanern [mutmaßliche Terroristen, die in Griechenland festgenommen wurden], die Abhöraffäre und das Festhalten an einer klerikalen Macht. All das führt in der öffentlichen Meinung zu großer Verwirrung und das Ergebnis ist niederschmetternd. Die regierenden Konservativen (Nea Dimokratia) gewinnen zwar die Umfragen, aber nur mit einem Vorsprung von 0,2 Prozent. Und nur, weil die Griechen der sozialistischen Pasok-Partei noch nicht zutrauen, das Land zu regieren."
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