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Quirico, Domenico


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


La Stampa - Italien | 14.07.2011

Westen verschuldet Hungersnot in Somalia

Nach lang anhaltender Dürre herrscht in Nordostafrika eine Hungersnot, von der mehr als elf Millionen Menschen betroffen sind. Tausende von Menschen aus Somalia sind auf der Flucht. Die Schuld trägt der Westen, nicht das Wetter, schreibt die liberale Tageszeitung La Stampa: "Der große Hunger hat nichts mit Meteorologie zu tun, er hängt von einem unmenschlichen Teufelkreis ab. In Somalia, Äthiopien und Kenia, lebt die Bevölkerung seit jeher mit Dürre-Perioden. Sie weiß mit ihr umzugehen. Was sie tötet, was sie zu Flüchtlingen werden lässt, sind Krieg und Politik. Seit zwanzig Jahren kennt Somalia Hungersnöte und keinen Frieden. Der kraftstrotzende Westen, der den Mund leicht voll nimmt, beobachtete die Situation zunächst mit reger Neugier, dann förderte er den Krieg, um sich der islamischen Fundamentalisten zu entledigen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Am Ende wendete er sich ab. Nun haben die al-Shabaab [islamistische militante Bewegung in Somalia] angekündigt, dass sie den Hilfsorganisationen den Zutritt in die von ihnen kontrollierten Gebiete gestatten, um der Bevölkerung zu helfen. Bevor es - wieder einmal - zu spät ist."

La Stampa - Italien | 24.11.2010

U-Boot-Affäre bringt Sarkozy in Bedrängnis

Im Pariser Haushaltsministerium sind Medienberichten zufolge handschriftliche Vermerke zur Karatschi-Affäre aufgetaucht, die Präsident Nicolas Sarkozy belasten. In den 1990er Jahren soll aus Frankreich Schmiergeld in Millionenhöhe für U-Boot-Verkäufe nach Pakistan geflossen sein. Vermutlich wurden die Zahlungen gestoppt, woraufhin 2002 ein Attentat in Karatschi verübt wurde, bei dem elf Franzosen starben. Die Affäre wächst sich zu einer veritablen Bedrohung für Sarkozy aus, meint die liberale Tageszeitung La Stampa: "Wenn es nicht jene elf Toten gäbe, wäre es nur ein kleiner Skandal. ... Doch die elf Särge haben eine alte Geschichte in eine finstere Angelegenheit verwandelt, die die Stufen des Elysée-Palastes hinaufsteigen könnte. Denn am Ende des Tunnels aus Unterlassungen, Halbwahrheiten und Staatsgeheimnissen, den zwei Untersuchungsrichter zu beleuchten versuchen, steht Sarkozys Schatten. Sein Name wurde im Rahmen der Ermittlungen genannt und in Verbindung gebracht mit Schmiergeld und Rückzahlungen über Scheingesellschaften, … also mit Details zu jenem Feudalismus des schmutzigen Gelds, den ausgerechnet Sarkozy verflucht und zu verbannen versprochen hat."

La Stampa - Italien | 06.10.2010

Der allumfassend Schuldige

Das Urteil gegen den Ex-Börsenhändler Jérôme Kerviel wäscht seinen ehemaligen Arbeitgeber Société Générale rein, kritisiert die liberale La Stampa: "Schuldig also, vollkommen und vor allem ganz allein, lautet das Urteil in einem Finanzskandal, der einen Koloss des französischen Bankensystems in den Abgrund zu reißen drohte. … Die Verurteilung von Kerviel spricht automatisch das Bankensystem frei. Es hat einen allumfassend Schuldigen gefunden … . Eine milde Strafe hätte Kerviel zum Opfer des Spekulationssystems gemacht, zum Handlanger, den die Bank anspornte, deckte und dem sie half, solange er Gewinne brachte, ihn aber verstieß, als das Wunder sich als falsch, als Pappmaschee erwies - wie er selbst hartnäckig während des Prozesses beteuerte."

La Stampa - Italien | 23.05.2007

Le Monde-Redaktion probt den Widerstand

Die Redaktion der französischen Zeitung Le Monde hat gestern die Zustimmung für eine Verlängerung der Tätigkeit von Jean-Marie Colombani als Chef der Zeitung verweigert - dabei ist Colombani der Gründer und Chef der Zeitung und Mediengruppe. Paris-Korrespondent Domenico Quirico analysiert diese Protestabstimmung. "Im Grunde genommen ist es eine weitere Präsidentschaftswahl, denn Le Monde ist die französische Leuchtturm-Zeitung; sie ist das tägliche Gegengewicht am Kiosk zur Regierungsmacht... Jean-Marie Colombani verkörpert seit 13 Jahren Le Monde mit seinem Stil, mit seiner Wirkungskraft, seinen Fehlern und Widersprüchen, aber vor allem durch seine schwierige Suche nach einem neuen Weg... Le Monde ist einflussreich und wird verehrt. In 13 Jahren ist der Umsatz der Gruppe von 90 auf 600 Millionen Euro gestiegen. Aber das reicht natürlich nicht. Neben dieser reinen Arithmetik stellt sich noch eine komplexere Frage: Was wird aus Le Monde in der Ära Sarkozy?"

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