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Rebhandl, Bert


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 26.09.2007

"Auf der anderen Seite" von Fatih Akin

Bert Rebhandl bespricht den neuen Film des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin "Auf der anderen Seite", der in Deutschland und der Türkei spielt. "Die Devise 'kurz und schmerzlos', mit der Fatih Akin in das deutsche Kino gestürmt ist, ist nicht länger das Maß, aber auch der exaltierte Schmerz aus 'Gegen die Wand' lässt sich nicht prolongieren. 'Auf der anderen Seite' erzählt von dem, was sich erzählen lässt, wenn der Schmerz in das Leben integriert werden muss. Hanna Schygulla in der Rolle der Susanne Staub macht das vor. Sie fährt ihrer Tochter nach Istanbul hinterher, einem Verlust auf der Spur, den sie in Deutschland vielleicht schon hätte bemerken können, auf den sie in der Türkei nun aber dramatisch gestoßen wird... Diese Szenen machen besonders deutlich, was sich zwischen 'Gegen die Wand' und 'Auf der anderen Seite' verändert hat...: Fatih Akin findet in seinem neuen Film einen Weg, die Erfahrungen des Fremdseins so zu erzählen, dass sie nicht mehr in erster Linie kulturell bestimmt sind."

Der Standard - Österreich | 10.04.2007

Endspurt im französischen Präsidentschaftswahlkampf

Der französische Philosoph André Glucksmann, der sich selbst als Anhänger des konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy geoutet hat, erklärt im Interview mit Bert Rebhandl den Erfolg des Zentristen Francois Bayrou mit einer "Idealisierung des ländlichen Frankreich auf linker wie rechter Seite": "Der dritte Mann, der Kandidat Francois Bayrou, präsentiert sich als 'Traktor', als 'la France profonde'. Bayrou betont immer wieder, dass seine Wurzeln auf dem Land sind. Bei Proust lernen wir aber: Leben auf dem Dorf heißt auch Grausamkeit, Gerede, Kontrolle. Bayrou verkörpert eine Nostalgie. Nicht das Filmfestival in Cannes ist das wichtigste Festival in Frankreich, sondern der Landwirtschaftliche Salon. In Frankreich waren die Historiker immer das, was in Deutschland die Philosophen sind. Seit Michelet leben wir mit einer imaginären Vergangenheit. Davon lebt Bayrou."

Der Standard - Österreich | 28.09.2006

Empörung über Idomeneo-Absetzung in Berlin

Bert Rebhandl beleuchtet das Verhältnis von Kultur und Religion in westlichen Gesellschaften und meint, im Zweifel stehe die Kunstfreiheit höher: "Die Idee von Hans Neuenfels ist typisch für ein Regietheater, das relativ frei mit Ideen handelt. Darüber kann man streiten, aber man kann es nicht mit guten Gründen verbieten. Politiker schlagen sich gern auf die Seite des gesunden Menschenverstands. Sie verurteilen das Extreme, dabei ist es doch gerade die extreme Bandbreite einer offenen Gesellschaft, die der Kulturbetrieb abbilden muss... Den Westen erleben viele Muslime als kulturelle Diaspora, mit einem Überangebot, von dem sie sich nicht angesprochen fühlen. Sie finden in der Religion ihre eigene Kultur. Trotzdem wäre es falsch, der schrankenlosen Kultur in den liberalen Gesellschaften engere Grenzen ziehen zu wollen, sie mit den Religionen wieder kompatibler machen zu wollen. Die Frage nach der Zulässigkeit von Ideen kann nur im freien Kräftespiel entschieden werden, das in der Demokratie ausgeprägt wurde: die Produzenten, die Geldgeber, Kritik und Publikum müssen das untereinander ausmachen."

Der Standard - Österreich | 22.08.2006

Eine Ausstellung verstärkt die deutsch-polnischen Spannungen

Auch Bert Rebhandl befasst sich anlässlich der Berliner Ausstellung "Erzwungene Wege" mit dem deutsch-polnischen Verhältnis: "Mit äußerster politischer Korrektheit wird im Kronprinzenpalais... jegliche Anmutung vermieden, es ginge nur um Erzwungene Wege von Deutschen, die ihre Güter in Ostpreußen oder ihr Haus an der Wolga verloren haben. Das 20. Jahrhundert - und das erweist sich dann auch als Grundproblem der Ausstellung - war so bewegt, dass Vertreibungen als spezifisch 'nationales' Phänomen (neben Genoziden, ethnischen Säuberungen, religiösen Konflikten, auch der Wirtschaftsmigration) nicht immer eindeutig zu bestimmen sind... Eine Ausstellung mit dem Thema Vertreibungen steht entweder vor der schwierigen Aufgabe, die Ideologisierung des Themas nach 1945 gleich mit zu behandeln, oder aber, das Phänomen so allgemein zu fassen, dass niemand daran Anstoß nehmen dürfte."

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