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Ross, Jan


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Zeit - Deutschland | 27.05.2011

Grüne propagieren spießigen Tugendstaat

Winfried Kretschmann, der neue grüne Ministerpräsident des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg, will sein Land zum ökologischen Vorreiter machen. Das hat er in seiner Regierungserklärung angekündigt. Die liberale Wochenzeitung Die Zeit ist skeptisch: "Der Tugendstaat ist nicht der gute, sondern der schlechte Staat. Der Liberalismus weiß, dass das Gute in der Gesellschaft in der Regel nicht durch gute Absicht und zentrale Planung entsteht, sondern durch den Wettbewerb der Ideen und Akteure. ... Daher muss es so misstrauisch stimmen, wenn die Politik den Solarstrom oder das Elektroauto als 'Zukunftsprodukte' identifiziert und fördert - welchem Produkt die Zukunft gehört, weiß die Gegenwart nicht, schon gar kein Beamter und auch kein Parlament. ... Natürlich kann man es mit der Freiheit übertreiben. ... Aber das ist nicht die Gefahr, in der die rasant ergrünende Bundesrepublik des Frühsommers 2011 schwebt. Ihre Gefahr ist der Tugendstaat - ein Gemeinwesen von hochmoderner, umweltverträglicher und moralisch vorbildlicher Spießigkeit."

Die Zeit - Deutschland | 09.09.2010

Jan Ross über die gefährliche Intoleranz nach 9/11

Zum neunten Jahrestag der Terroranschläge auf New York und Washington am 11. September 2001 wünscht sich Jan Ross in der liberalen Wochenzeitung Die Zeit, dass der Westen vereint gegen Intoleranz eintritt, damit die Gesellschaft nicht auseinanderbricht: "Der 11. September 2010 ... hätte ein Datum der Hoffnung werden können. ... Stattdessen ist heute, in Europa wie in Amerika, die Gefahr eines Kulturkampfes mit dem Islam so dramatisch wie seit Jahren nicht mehr. ... Die eigentliche, große Gefahr der neuen Konflikte mit dem Islam sind die inneren Spannungen im Westen selbst. Der äußere, militärische Kampf mit den radikalen Muslimen wird zurückgefahren, im Irak und eines Tages auch in Afghanistan. Im selben Augenblick jedoch wächst die Gereiztheit der öffentlichen Debatte, mehren sich Misstrauen und Intoleranz. In dieser Lage kommt alles darauf an, dem Virus der Militanz und Engherzigkeit zu widerstehen und der Spaltung der Gesellschaft entgegenzutreten. ... Jetzt, am 11. September 2010, geht es um die moralische Integrität des Westens, und sie ist nicht weniger wichtig als die Sicherheit. Der Sieg der Intoleranz wäre eine Niederlage für alles, wofür wir stehen."

Die Zeit - Deutschland | 30.12.2009

Jan Ross über die Inspiration von 1989 für Europas Nebenrolle

Im Rückblick auf die im vergangenen Jahr gefeierten Jubiläen des Jahres 1989 meint Jan Ross in der Wochenzeitung Die Zeit, dass Europa trotz seines globalen Bedeutungsverlusts eine wichtig Funktion ausüben kann: "1989 bedeutete die Gelegenheit, einen 'europäischen Traum' zu etablieren, so wie es den 'amerikanischen Traum' gibt - einen europäischen Traum, der von der Versöhnung von Politik und Moral handeln würde, nicht so fanfarenhaft optimistisch wie in den Vereinigten Staaten, sondern leiser, historisch gebrochen, als Lehre aus den Schrecken der Vergangenheit. Doch Europa droht seinen Traum zu verspielen. … Europa spielt eine Nebenrolle auf der Weltbühne. Das ist unvermeidlich; es ist Teil der Relativierung des Westens im Vergleich mit dem Süden und Osten, die inzwischen auch die Vereinigten Staaten erfasst hat. Aber es gibt belanglose und faszinierende Nebenrollen; auch ein Erdteil, der den Lauf der Welt nicht mehr zu bestimmen vermag, kann ihr die richtigen Ideen geben. Sozial und ökologisch, mit seinem gebremsten Kapitalismus und seinem Sinn für Nachhaltigkeit, ist eine solche Rolle Europas erkennbar. Viel weniger, wenn es um die Zukunft der politischen Freiheit geht. Wer dem abhelfen wollte, müsste sich von 1989 inspirieren lassen."

Die Zeit - Deutschland | 20.07.2006

Die Kaczynski-Brüder regieren Polen

Mit Jaroslaw Kaczynskis Ernennung zum neuen Regierungschef ist für Jan Ross die Vorspielphase zu Ende gegangen, in der sich die Brüder Kaczynski noch mit ihrem bürgerlich-konservativen Regierungschef Kazimierz Marcinkiewicz arrangieren mussten: "Nun wird man sehen, was Kaczynski pur heißt. Bisher hat die Regierung mit Lust nach der Kontrolle über die staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender gegriffen, eine Antikorruptionsbehörde geschaffen und den alten Militärgeheimdienst aufgelöst. Die Überprüfung und Ahndung von Spitzeldiensten unter dem kommunistischen Regime soll verschärft werden. Ein starker, misstrauischer und sendungsbewusster Machtwille ist spürbar, eine Gefährdung der polnischen Demokratie schwerlich, die das alles überaus lebhaft und streitlustig diskutiert."

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