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Saramago, José
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
José Saramago über Netanjahus Grundsatzrede zum Nahostkonflikt
Der portugiesische Literatur-Nobelpreisträger José Saramago beschäftigt sich in seinem Blog "Caderno de Saramago” mit den Friedenschancen im Nahen Osten. Die israelischen Siedlungen in den palästinensischen Gebieten seien das Haupthindernis für den Frieden in der Region, meint Saramago: "Das Westjordanland, theoretisch das Land des palästinensischen Volkes, ist mit Siedlungen bedeckt. Das weiß die ganze Welt. Einige 'legal' (das heißt von der Regierung in Tel Aviv erlaubt und gebaut), andere 'illegal' (jene, bei denen die Regierung ein Auge zudrückt). Insgesamt sind es über 200 Siedlungen, ... die heute das Haupthindernis auf dem Weg zum Frieden darstellen. ... Israels ehemaliger Ministerpräsident Ehud Olmert schien sich dessen bewusst zu sein. In einem Interview mit der Zeitung Haaretz im November 1907 (sic!) sagte er, dass der 'israelische Staat ein Ende haben würde', wenn man sich nicht bald auf die Zwei-Staaten-Lösung einigen würde. Er unternahm nichts um die Situation zu lösen. Doch seine Worte wurden registriert. Sie helfen zu verstehen, dass die Siedler immer das Damoklesschwert waren, das über den israelischen Regierungen hing und nun ... über Netanjahus Kopf. ... Bislang hatte Israel nicht die für einen Frieden nötige Regierung."
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Baltasar Garzón und die Tür zur Wahrheit
Der portugiesische Schriftsteller und Nobelpreisträger José Saramago unterstützt in seinem Blog das Vorhaben des spanischen Ermittlungsrichter Baltasar Garzón, die Verbrechen der spanischen Bürgerkriegszeit und der nachfolgenden Diktatur von General Francisco Franco aufzurollen: "Garzón ist der Ermittlungsrichter, der bislang denen, die noch an Justiz glauben, am meisten Freude bereitet hat. ... In Folge von Beschwerden die bei ihm eingingen, mischte er sich in einer Angelegenheit ein, die größer als er selbst und als alle Gerichtsinstitutionen ist: ... Er weiß, dass er vielleicht [irgendwann] aufgeben muss, doch nun stehen die Türen zur Wahrheit offen. ... Garzón hat dazu einen Beitrag geleistet. Nie zuvor hatten die Opfer des Bürgerkriegs solch eine Freude empfunden. ... Für Garzón sind alle menschlichen Angelegenheiten seine eigenen. Er mischt sich in die Angelegenheiten ein, die er als kriminell bezeichnet, weil er die Rechtskraft dazu hat."
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José Saramago über seine kritische Haltung zu Portugal
Nach einer schweren Krankheit hat der 85jährige portugiesische Schriftsteller José Saramago zum ersten Mal wieder an einer öffentlichen Veranstaltung teilgenommen: an der Eröffnung einer ihm gewidmeten Ausstellung in Lissabon. Im Interview mit Juan Cruz spricht er über seine Verbundenheit mit Portugal. "Ich sehe die soziale und politische Situation in diesem Land sehr kritisch. Es steht schlecht um die Moral der Menschen, als hätten sie die Zukunft aufgegeben. Wir sind wie eine Schafherde. Aber es ist mein Land. Vor einigen Jahren wurde ich gefragt, wie ich zu diesem Stück Erde stehe. Ich habe geantwortet: 'Mir gefällt, was dieses Land aus mir gemacht hat.' Es ist nicht das schönste, das klügste oder das innovativste Land, aber es ist mein Heimatland... Im Grunde ist die Frage ganz einfach: Ich kann Portugal kritisieren und mich gleichzeitig fragen, wer ich wäre, wenn ich nicht an diesem Ort geboren wäre."
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José Saramago sieht Portugal und Spanien vereint
"Machen Sie keinen Propheten aus mir, aber ich bin in der Tat überzeugt davon, dass sich Portugal Spanien anschließen wird", sagt der portugiesische Schriftsteller José Saramago im Interview mit João Céu e Silva. "Katalonien hat eine eigene Kultur, die aber gleichzeitig allen Spaniern gemeinsam ist, etwas Ähnliches spielt sich im Baskenland oder in Galizien ab. Wir werden sicher nicht zu Spaniern werden. Aber wenn wir die iberische Halbinsel betrachten, was sehen wir dann? Eine Einheit, die nicht aus vielen Teilen besteht, sondern die vielmehr ein Ganzes ist, das sich aus verschiedenen Nationalitäten zusammensetzt, die in manchen Fällen unterschiedliche Sprachen sprechen und die mehr oder weniger in Frieden miteinander leben. Wenn wir Teil davon würden, was würde geschehen? Wir würden nicht aufhören portugiesisch zu sprechen, wir würden nicht aufhören, in unserer Sprache zu schreiben. Aber mit unseren zehn Millionen Menschen würden wir aus so einer territorialen, administrativen und strukturellen Annäherung sicher großen Nutzen ziehen."
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Alle verfügbaren Texte von » João Céu e Silva
José Saramago über demokratische Fassaden
In seinem Buch "Stadt der Sehenden" (das jetzt auf französisch unter dem Titel 'La Lucidité' erscheint) denkt der portugiesische Schriftsteller José Saramago über das Funktionieren der Demokratie nach. In einem Interview mit Christine Rousseau wehrt er sich gegen Vorwürfe, er würde auf den Schwächen und Inkohärenzen dieses Systems herum reiten. "Wir leben in einer Zeit, in der man über alles diskutieren kann. Seltsamerweise gilt das nicht für das Thema Demokratie. Es ist schon bemerkenswert, dass man die Demokratie nicht hinterfragt: Wozu ist sie gut, wem dient sie? Wie die Heilige Jungfrau, die man nicht berühren darf. Man hat das Gefühl, sie sei eine gegebene Tatsache. Wir müssten eine tiefer gehende Debatte auf internationaler Ebene anleiern und kämen dann bestimmt zu dem Schluss, dass wir nicht in einer Demokratie leben, sondern dass sie nur eine Fassade ist."
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