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Sarzynski, Piotr


In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Polityka - Polen | 26.09.2007

Die Subjektivität der polnischen Gegenwartskultur

Die polnische Gegenwartskultur entwickelt sich rasant, stellt Piotr Sarzyński fest. "Viele Kritiker meinen, das sei keine Bewegung mehr, sondern ein regelrechtes Beben. Die 90er Jahre standen hierzulande im Zeichen der so genannten kritischen Kunst. Sie war ernst, stellte grundlegende Fragen nach dem Körperlichen und der kulturellen Identifikation. Das neue Jahrhundert steht im Zeichen einer Kunst, die nicht so ernst ist, die mit der Popkultur flirtet, sich für Lebensstile interessiert, für die Möglichkeiten (und Grenzen) des Konsums. Vor allem aber speist sie sich aus den persönlichen Erlebnissen des Künstlers, seinen Problemen, seinen Widersprüchen, seinem Stress oder seinem Glück. Die Kunst schaut sich die Wirklichkeit genau an, sie lacht sie aus oder registriert sie ruhig, aber sie setzt sich nicht mit ihr auseinander. Die Kunst ist auf subjektive Anschauung eingestellt und nicht auf objektive Erzählung."

Polityka - Polen | 08.08.2007

Neblige Blasenkunst in Warschau

Durch eine künstliche Palme auf einer Straßenkreuzung und nun durch einen "Sauerstoffspender-Teich" auf dem Grzybowski-Platz verfremdet die Künstlerin Joanna Rajkowska vertraute Warschauer Stadtansichten. Spezielle Geräte erzeugen aus dem Teich aufsteigende Luftblasen und Nebel. Zwei Bürgerinitiativen wollen nun erreichen, dass der Teich bleibt und nicht wie geplant Ende September abgebaut wird. Piotr Sarzyński würdigt das Projekt: "Der Sinn dieses Werkes entsteht nicht im Augenblick seiner Fertigstellung, sondern erst im Laufe seiner weiteren Existenz und Interaktion mit der Umgebung. [Solche Kunstwerke] helfen, positive, spontane Beziehungen einzugehen. Die Künstlerin ist der Meinung, dass sich Menschen im Alltag in Kapseln verstecken, sich abschotten, vor Unbekannten Angst haben. Und sie versucht mit ihren Projekten diese Kapseln zu öffnen."

Polityka - Polen | 04.07.2007

Artur Zmijewskis Documenta-Beitrag als Lehrstück über Intoleranz

"Würde die Documenta in Kassel Preise verleihen, Zmijewski wäre mein Favorit", schreibt Piotr Sarzynski über den polnischen Künstler Artur Zmijewski und dessen 15-minütiges Video "Oni" (Sie). Vier höchst unterschiedliche Gruppen waren an dem Werkstattprojekt beteiligt: Hörerinnen des ultrarechten Radio Maryja, Mitglieder der rechtsextremen Allpolnischen Jugend, Angehörige einer linken Organisation und eine Gruppe junger polnischer Juden. Sarzynski beschreibt das Projekt: "Jede Gruppe bereitet eine Arbeit vor, die ihre ideologische Orientierung zum Ausdruck bringen soll. Die älteren Damen malen eine Kirche, die Mitglieder der Allpolnischen Jugend das Schwert der polnischen Könige mit der Nationalfahne, die Juden eine Karte mit der Aufschrift 'Polen' auf Hebräisch, die Linken den Spruch 'Freiheit'... Die anfängliche Toleranz weicht zunehmender Aggression. Die Teilnehmer zerschneiden sich gegenseitig die T-Shirts und zünden schließlich die 'feindlichen Arbeiten' an... Die letzte Szene zeigt nach dem Treffen ein Bild der Zerstörung. Eine ausgesprochen suggestive Arbeit."

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