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Scheffer, Paul
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Paul Scheffer fürchtet Populismus wegen Globalisierung
Westeuropäer sind in ihrem lokalen Umfeld stark verwurzelt, meint der Publizist Paul Scheffer in der liberalen Tageszeitung NRC Handelsblad und glaubt, dass das lokale Umfeld wegen der Globalisierung immer wichtiger wird: "Natürlich ist es ein hohes Gut, wenn das Umfeld, mit dem sich die Menschen identifizieren können, größer wird. ... Die Globalisierung führt sogar zu einer größeren Wertschätzung des lokalen Umfelds. Die etablierten Parteien der Mitte werden durch diese gegensätzlichen Bewegungen zerrissen. ... Der Populismus ist eine verständliche Reaktion auf die Globalisierung: Bei den französischen Präsidentschaftswahlen werden vermutlich etwa 30 Prozent der Wähler der rechten oder linken Variante des 'Eigenes Volk zuerst' ihre Stimme geben. Hierzulande ist es nicht anders. Die Optimisten glauben, dass wir irgendwann zu einem neuen Gleichgewicht in einer offenen Gesellschaft finden werden. Doch sicher ist das nicht: Es kann sein, dass die Globalisierung nicht nur die Souveränität berührt, sondern zugleich unseren Glauben an die Demokratie."
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Paul Scheffer verurteilt orthodoxe Intoleranz
Die jüdische Gemeinde Amsterdam hat den orthodoxen Oberrabbiner Aryeh Ralbag suspendiert, weil er Homosexualität als Krankheit bezeichnet hatte. Der Soziologe Paul Scheffer fordert in der liberalen Tageszeitung NRC Handelsblad generell mehr Klarheit von Religionsgemeinschaften und Politik gegenüber solchen Aussagen: "Eine tolerante Haltung kann nicht nur einseitig sein. Mit dem Recht auf Religionsfreiheit geht die Verantwortung einher, dieselbe Freiheit auch anderen Gläubigen und Ungläubigen zuzugestehen. ... Diese Gegenseitigkeit gilt auch für Ungläubige, die oft dazu neigen, den Glauben in die Privatsphäre zu verbannen. Religion ist aber mehr als eine Privatsache und gehört in die Öffentlichkeit. ... Religionskritik und Religionsfreiheit gehören zusammen. Und gerade bei der Pflege dieser Offenheit versagen die meisten politischen Bewegungen hoffnungslos. ... Die orthodoxe Frömmigkeit macht Widerspruch erforderlich, zuerst von den Liberalen in Kirche, Synagoge und Moschee. Leben und leben lassen erfordert Engagement, auch von der Politik. Daran mangelt es zurzeit, und daher ist die offene Gesellschaft so unsicher im Umgang mit Religion."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Religion, » Gesellschaft, » Niederlande
Paul Scheffer über Herausforderungen der Volksparteien
Im niederländischen Wahlkampf wird der Spitzenkandidat der sozialdemokratischen Partei, Job Cohen, als Brückenbauer bejubelt. Doch Versöhnung reicht in dem durch Populismus gespaltenen Land nicht aus, meint der niederländische Publizist Paul Scheffer in der Tageszeitung De Standaard: "Links ist nicht mehr links, rechts ist nicht mehr rechts, und daher hat die Mitte die Orientierung verloren. Die traditionellen Parteien mit ihren gesellschaftlichen Vorstellungen fallen langsam aber sicher auseinander. ... Zurück zum alten System geht nicht mehr, trotz aller rechter und linker Rhetorik. Unsicher tastet man sich vorwärts. Dabei muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht aus entspannten Weltbürgern besteht, sondern aus Menschen, die ein ortsgebundenes Leben führen. Das ist das große Problem dieser Zeit, denn es ist nicht gut, wenn die Gesellschaft sich weiter in Weltbürger und Kleinbürger teilt und zugleich die Kluft zwischen gut- und schlecht ausgebildeten Menschen sich weiter vertieft. Wenn der Sozialliberalismus diesen Integrationsauftrag vernachlässigt, dann verschlimmert das die gesellschaftliche Instabilität."
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Paul Scheffer über die Amsterdamer Krawalle
Im Amsterdamer Viertel Slotervaart ist am vergangenen Sonntag ein junger Marokkaner von zwei Polizisten getötet worden. Seither gibt es dort nächtliche Krawalle. Didier Burg hat sich mit dem niederländischen Soziologen Paul Scheffer unterhalten, der einen Vergleich mit den Unruhen in der Pariser Banlieue im November 2005 ablehnt: "Die Ausschreitungen sind in ihrem Ausmaß nicht vergleichbar. Aber die Entfremdung der Jugendlichen ist die gleiche – in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Da gibt es Parallelen, die man europaweit analysieren sollte... Bei uns gab es schon immer ein Gefühl der Entfremdung, des Verlusts. Von Seiten der Immigranten, die das Gefühl haben, etwas einzubüßen, wenn sie hier sind. Und von Seiten der Niederländer, die sehen, wie sich ihre Stadt oder ihr Stadtteil grundlegend verändert. Es besteht die Gefahr, dass das Gefühl des Verlusts mit einem Rückzug auf die eigene Gruppe kompensiert wird."
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Alle verfügbaren Texte von » Didier Burg
Vorgezogene Neuwahlen in den Niederlanden
Die Niederlande haben es geschafft, die Probleme Integration und Immigration hinter sich zu lassen, meint der niederländische Soziologe Paul Scheffer im Gespräch mit Pascal Martin. "Diese Themen spielen keine so große Rolle mehr wie vor vier Jahren, weil die großen Parteien sie aufgegriffen haben. Mittlerweile gibt es einen Konsens über eine striktere Immigrationspolitik und gleichzeitig mehr Engagement im Bereich der Integration... Die Leute verstehen jetzt, dass die Befreiung der 60er Jahre, die auf der Idee individueller Freiheit beruhte, zwar zu bemerkenswertem demokratischen Fortschritt führte, aber auch eine härtere und aggressivere Gesellschaft hervorgebracht hat. Heute meinen viele, dass diese kulturelle Entwicklung an ihre Grenzen gestoßen ist. Angesichts der stets zunehmenden Gewalt hat Balkenende eine Debatte über Moral und Symbolik begonnen."
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