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Schlögel, Karl


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Magyar Lettre Internationale - Ungarn | 01.10.2009

Karl Schlögel über das neue Europa seit 1989

In der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift Magyar Lettre International schreibt der deutsche Historiker Karl Schlögel über die Entwicklung des neuen Europa vor dem Hintergrund der politischen Wende im Jahr 1989: "Die Wende von 1989 hat einen neuen Erfahrungsraum geöffnet. ... Es gab plötzlich kein Ost oder West mehr, sondern etwas dazwischen: das mittlere Europa. Städte, die jahrzehntelang unerreichbar waren, waren plötzlich in die Nachbarschaft gerückt. ... Mit dieser Öffnung änderte sich fast alles: der Erfahrungsraum, der Aktionsradius, die Urlaubspläne und vielleicht sogar die Lebensplanung. ... Es sind die langfristigen, eher unmerklichen Veränderungen, die prägen: die Herausbildung von neuen Achsen zwischen den europäischen Zentren. ... Dieses neue Europa wird zusammengehalten von Tag für Tag sich neu knüpfenden Netzwerken, in denen Güter, Menschen, Ideen zirkulieren, mächtige Kriechströme zwischen Rotterdam und Moskau, zwischen Malmö und Rom, an denen die Routinen des ganzen Kontinents hängen. Diese Korridore, diese Kriechströme, die über die alte Grenze hinwegführen, sind die wahren Säulen des europäischen Zusammenhalts. An ihnen hängen die Routinen des Austausches, des Zusammenlebens, des europäischen Alltags vielleicht mehr als an den Beschlüssen von Brüssel, Straßburg, Bologna oder Lissabon."

Der Spiegel - Deutschland | 02.01.2006

Karl Schlögel über den Geist Europas

Im Interview prophezeit der Historiker Karl Schlögel ein Wiedererwachen des europäischen Geistes in den Städten des Osten: "Ich ärgere mich schon lange darüber, dass immer so getan wird, als entstehe das neue Europa bei den Konferenzen in Straßburg und Brüssel. Natürlich blicken alle nach Westen, aber Europa ist nicht an der Oder zu Ende. Europas Karte wird neu gezeichnet. Ich glaube, dass es langfristig zu einer Verschiebung der Zentren nach Osten kommen wird. Man wird sehen, welches Potenzial in den Städten des Ostens steckt. Es gibt unzählige Menschen, die im Pendelverkehr zwischen Ost und West unterwegs sind, die täglich an der Einheit Europas arbeiten."

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