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Scharabow, Georgi
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Stimmenkauf ist Volkssport in Bulgarien
Eine Spezialeinheit aus Polizei und Staatsanwaltschaft soll den Stimmenkauf während der Kommunal- und Präsidentschaftswahlen in Bulgarien im Oktober bekämpfen. Gute Idee, aber schwer umzusetzen, meint die Tageszeitung Trud: "Das ist eine richtige Maßnahme für ein Land, wo der Stimmenkauf regelrecht zum Massensport geworden ist. ... Doch die Ergebnisse, die dieselbe Spezialeinheit nach den Parlamentswahlen [2009] vor Gericht erzielt hat, waren nicht zufriedenstellend: Es gab insgesamt 97 Urteile, davon 21 Freisprüche. Die restlichen 76 Angeklagten kamen mit Geldstrafen davon. Die Stimmenmakler haben ihre Strafen bezahlt und das war's. Jetzt warten sie auf frisches Parteigeld für die Kommunal- und Präsidentschaftswahlen. Will die Spezialeinheit diesmal mehr sein, als eine Vogelscheuche, sollte sie verdeckte Ermittler unter die Stimmhändler streuen. Und wenn die Regierung das Vertrauen der Wähler gewinnen will, sollte sie ihre eigenen Parteistrukturen in den Kommunen strengstens überwachen und nicht nur die Strukturen ihrer politischen Gegner."
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Bulgaren jubeln über Wirtschaftskrise
Angesichts der schwelenden europäischen Schuldenkrise und den Finanzschwierigkeiten der USA warnen viele Experten vor einer neuen Weltwirtschaftskrise. Den krisengeschüttelten Bulgaren ist das herzlich egal, scherzt die Tageszeitung Trud: "Wir haben keine Angst vor einer neuen Krise, zumal wir noch mitten in der vorigen stecken. Davor waren wir wiederum in mehreren Krisen, die einander nahtlos ablösten und davor - im Sozialismus. Kein lebender Mensch in Bulgarien erinnert sich also noch an die erste aller Krisen. Darum sind wir daran gewöhnt, in der Krise klarzukommen. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass uns die Krisenlosigkeit sogar irgendwie langweilig und ungemütlich vorkäme. Wir haben sogar eine passende Redewendung dafür: 'Je besser es kommt, desto schlimmer kann es werden'. Und wenn alle Stricke reißen, können wir immer noch Dollars drucken. Manche nennen das Falschgeld, aber es ist nicht weniger durch Gold abgesichert, als das echte Geld der Amerikaner."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Wirtschaft, » Gesellschaft, » Bulgarien
Sarkozy will Schengen ohne Bulgaren
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat beim Nato-Gipfel in Lissabon erstmals Bulgariens Beitritt zur Schengenzone von einem Rückgang der Korruption im Land abhängig gemacht. Georgi Scharabow antwortet Sarkozy in der Tageszeitung Trud mit einem ironisch-wütenden offenen Brief: "Mensch, Sarkozy, womit haben wir das verdient? Wir begrüßen Dich mit 'Bonjour' und Du antwortest 'Au revoir'. ... Das ist unfair! Als Du im Sommer unsere Roma aus Paris verjagt hast, sprang ganz Europa gegen Dich auf - Du habest Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierung zugelassen. Was haben sie Dir nicht alles an den Kopf geworfen. Nur wir Bulgaren waren auf Deiner Seite. Schieb sie ab, sagten wir. Wir haben kein Problem mit Frankreich. Jetzt aber haben wir doch ein Problem: Wir sollen erst Korruption und Verbrechen in den Griff bekommen und dann erst an den Schengen-Beitritt denken. ... Und Du, mon ami? Hast Du etwa die illegale Immigration in Frankreich in den Griff bekommen? Hütest du auch gut die Südgrenze der heiligen Europäischen Union?"
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