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Sobolewski, Tadeusz


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Gazeta Wyborcza - Polen | 10.09.2007

Goldener Löwe für Ang Lee

Auf dem Programm der Filmfestspiele von Venedig standen viele englischsprachige Filme mit Starbesetzung, die eigentlich die Unterstützung eines Festivals nicht nötig haben, konstatiert Tadeusz Sobolewski: "Die Kommerzialisierung des Wettbewerbs war ein taktischer Zug von Festivaldirektor Marco Müller. Denn die Zukunft des Festivals in Venedig wird durch das Festival in Rom in Frage gestellt. Mit dem römischen Hauptpreis lässt sich ein neuer Film finanzieren, das ist eine ungeheure Versuchung für Produzenten und Regisseure. Hinzu kommt das neu aufgelegte Festival in Turin unter der Leitung des unabhängigen Regisseurs und Produzenten Nanni Moretti. In Italien tobt ein Festivalkrieg. Müller musste die Hollywoodstars ins Boot holen, um den Appetit seiner Sponsoren zu stillen und das Interesse der Medien zu sichern."

Gazeta Wyborcza - Polen | 03.09.2007

Ken Loachs Film über Sklaverei im 21. Jahrhundert

Der Film "It's a free world" des britischen Regisseurs Ken Loach, der die Ausbeutung von osteuropäischen Emigranten in London thematisiert, ist bei der Mostra in Venedig gut aufgenommen worden, schreibt Tadeusz Sobolewski. Es sei aber fraglich, ob auch die Polen so positiv reagieren, denn der Film räume mit dem positiven Mythos der polnischen Auswanderungswelle auf. "Selten hört man von denen, die von Degradierung sprechen. Wer ist schon bereit, das zuzugeben? Die Menschen, die Loach zeigt, diskutieren nicht in Internetforen. Wir sehen, wie sie in illegalen Siedlungen in Wohnwagen zusammengepfercht hausen. Das ist keine Inszenierung, das ist ein authentischer Ort.... Loach und [Drehbuchautor Paul] Laverty haben das triumphale Bild der polnischen Auswanderer zerstört, indem sie die Kehrseite der Medaille zeigen: die Krankheit eines Systems, in dem die Wirtschaft – vor allem der Dienstleitungssektor – dank einer großen Menge von Leiharbeitern blüht, die oft illegal ausgebeutet werden... So sieht die Sklaverei im 21. Jahrhundert aus. Auch bei uns."

Gazeta Wyborcza - Polen | 11.06.2007

Auf dem Weg zum europäischen Film

Die polnische Regisseurin Malgorzata Szumowska erzählt dem Filmkritiker Tadeusz Sobolewski im Interview, warum die deutsche Schauspielerin Julia Jentsch in ihrem neuen, in Polen produzierten Film "33 Szenen aus dem Leben" die Hauptrolle spielt: "Warum sollen wir uns in Bezug auf die Sprache beschränken? Dank der europäischen Schauspieler hat der Film eine Chance, auch Zuschauer im Ausland anzuziehen... Mir kommt es darauf an, dass unser Film überall wahrgenommen wird. Warum soll man sich mit Grenzen, Sprache und Nationalität einigeln? Man spricht immer vom polnischen Kino. Am besten sollte es sich mit unserer heldenhaften Geschichte, mit unserer Leidensgeschichte beschäftigen. Aber ich möchte, dass Polen als Teil von Europa gesehen wird und nicht als ein merkwürdiges, exotisches Land. Mit einem Film, in dem polnische Schauspieler gemeinsam mit deutschen und dänischen spielen, nähern wir uns dieser Idee an."

Gazeta Wyborcza - Polen | 19.02.2007

Eine politisch korrekte Berlinale

Bei Filmfestivals gewinnen selten die besten Filme, schreibt der Filmkritiker Tadeusz Sobolewski über die Berlinale-Preisvergabe. "Lieber belohnt man einen ehrgeizigen Debütanten oder exotische Kinematografie. Das Berliner Festival, das sich sonst Werte wie Mut und Freiheit auf die Fahnen schreibt, hat diesmal einen sicheren Film ausgezeichnet. 'Tuyas Ehe' ist ein chinesisches Standardprodukt: einfaches Leben, raffinierte Schönheit, ein Lob der mutigen Frau und des ländlichen Pragmatismus." Viel mutiger wäre es gewesen, findet Sobolewski, einen mitteleuropäischen Film wie Jiri Menzels "Ich habe den englischen König bedient" auszuzeichnen. "Nicht die chinesischen Filme, hinter denen eine wirtschaftliche Macht steht, sind heutzutage wirklich exotisch, förderungswürdig oder kaum bekannt. Schade, dass das europäische Kino bei der Berlinale keinen Anwalt hatte."

Gazeta Wyborcza - Polen | 04.12.2006

Europäischer Filmpreis

Tadeusz Sobolewski kommentiert die Vergabe des Europäischen Filmpreises an Florian Henckel von Donnersmarcks Film "Das Leben der Anderen": "Es ist nun mal so, dass fast alle nominierten Filme Geschichte, Kriege, Terror als Hintergrund haben. Aber so wie großen Filme der 'polnischen Schule' früher, berichten die europäischen Regisseure jetzt auch nicht von der Geschichte selbst, sondern erzählen von den Menschen, die in die Geschichte verwickelt sind... Die Wende zur Geschichte geht auch an unserem Kino nicht vorbei. Hoffentlich vollzieht sie sich aber nicht nach den Vorgaben einer offiziellen 'Geschichtspolitik'. Ich bin mir nicht sicher, ob die Welt auf Filme über polnische Niederlagen und Siege wartet, ob sie sehen will, wie heldenhaft wir waren und wie uns Fremde verraten haben. Interessant ist vielmehr, was man über einen Menschen erfahren kann, der den Erfahrungen von Krieg, Kommunismus oder der Solidarnosc-Revolution ausgesetzt war."

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