Navigation

 

Home / Autorenindex


Spiegel, Hubert


In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 09.12.2008

Nobelpreis ohne Preisgeld?

Die Nachlassverwalter des Stifters des Nobelpreises, Alfred Nobel, haben sich verspekuliert und in der Finanzkrise Geld verloren. Deshalb könnte das Preisgeld stark sinken, meint die Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung. "Wenn die Bosse der amerikanischen Autoindustrie für einen Dollar arbeiten wollen, müssen sich vielleicht auch Nobelpreisträger künftig bescheiden. ... Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass der güldene Nobelpreisgürtel enger geschnallt werden muss. Zwei Weltkriege und die Depression der dreißiger Jahre hatten dafür gesorgt, dass die Preissumme in manchen Jahren um bis zu zwei Drittel sank. Der Tiefpunkt war 1920 erreicht, als sich [der Schriftsteller] Knut Hamsun mit lumpigen 134.100 Kronen begnügen musste - das waren, gemessen an der Kaufkraft, gerade noch 28 Prozent der ursprünglichen Summe aus dem Jahr 1901. Wie man Horace Engdahl kennt, den gefinkelten Generalsekretär der Akademie und erklärten Gegner der amerikanischen Kultur, dürfte der Plan für den Notfall bereits gefasst sein. Sind die Kassen leer, kann der Literaturnobelpreis des Jahres 2009 endlich in die Vereinigten Staaten gehen. Voraussichtliches Preisgeld: ein Dollar."

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 29.08.2008

Bedrohtes Buch?

Angesichts des Erfolgs elektronischer Geräte zum Lesen von Büchern, wie dem "Kindle" des Online-Buchversands Amazon, stellt sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Frage, ob "dem gedruckten Buch als wichtigstem Medium unserer Kultur eine Revolution" drohe. "Bislang scheint nur eines sicher: All jene, die mit dem Buch zu tun haben, ob sie es schreiben, drucken, binden, verlegen, durchs Land transportieren, verkaufen oder lesen, dürften auf die eine oder andere Weise von der neuen Technologie berührt werden. ... Nicht nur der Ökonomie des Buchmarkts steht Veränderung bevor. Auf dem langen Weg der Profanisierung des geschriebenen Wortes droht eine unerhörte Zäsur. ... Die Verehrung des Buches hat ihre tiefsten und ältesten Wurzeln in der Religion, und die Prozesse der Aufklärung und Säkularisierung haben diese Verehrung nicht zerstört, sondern ihr weitere Wurzeln wachsen lassen. Wer heute Amazons Lesegerät zur Hand nimmt, ist in den ersten Stunden und Tagen dieser Erfahrung beeindruckt von den technischen Möglichkeiten dieses Geräts. Tritt er danach wieder an sein Bücherregal, wird ihm die Aura des Buches so zart und verletzlich erscheinen wie der Flügel eines Schmetterlings."

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | 13.10.2006

Orhan Pamuk - die Stimme der anderen Türkei

"Pamuk ist nicht nur die bedeutendste zeitgenössische literarische Stimme der Türkei, sondern einer der wenigen Repräsentanten des türkischen Kulturlebens, die international wahrgenommen werden", schreibt Hubert Spiegel. "Aber der Gefahr, im Westen für den Repräsentanten der Türkei, in der Heimat jedoch für einen Agenten des Westens gehalten zu werden, kann auch Pamuk nicht entfliehen. In seinen Büchern hält er dieses Dilemma nicht nur aus, sondern stürzt sich geradezu lustvoll in es hinein: Immer wieder und kreuz und quer durch die Jahrhunderte lässt er sich vom Wechselspiel der Kulturen und Traditionen faszinieren. Wenn Pamuk... ein Mittler zwischen den Kulturen ist, dann jedenfalls ein Mittler ganz eigener Art. Ihn interessieren weniger die so oft wohlfeil beschworenen Gemeinsamkeiten zwischen westlicher und islamischer Welt, als vielmehr jene Punkte, an denen die Gegensätze einander berühren. An diesen Punkten setzen seine Romane an, aus ihnen entfaltet Pamuk ein ungeheuer vielschichtiges, anspielungsreiches, nicht immer leicht zu verfolgendes Geschehen."

» Autorenindex


Weitere Inhalte