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Spinnen, Burkhard


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Welt - Deutschland | 31.10.2006

Burkhard Spinnen über politische Literatur

Nach einem Treffen mit Günter Grass und anderen Kollegen präsentiert der Schriftsteller Burkhard Spinnen seine Gedanken zur politischen Literatur. "Politische Kompetenz darf im postideologischen Zeitalter ausschließlich mit den Gebilden und innerhalb der Gebilde erworben werden, die Schriftstellern ganz eigen sind: mit und in literarischen Texten. Ich muss als Autor in Kauf nehmen, mich der Tagesdiskussion zu entziehen und nicht aufs Umfragekarussell zu steigen. Ich argumentiere nicht auf dem Fundament einer abstrakt literarischen Reputation, sondern aus dem Kontext meines Werkes!... Zentral bleibt immer die Sprache. Literatur ist nicht der Ort, an dem die Probleme der Staatssekretäre gelöst werden; hier wird vielmehr die Probe auf den Stand ihrer Sagbarkeit gemacht... Nach wie vor ist die ästhetische Anstrengung weder das Andere zur politischen noch eine bloße Beigabe dazu. Sie ist vielmehr notwendige Voraussetzung des Gelingens auch politischer Literatur. Denn Literatur gibt keine konkreten Anweisungen und stellt keine abstrakten Systeme auf, sondern liefert konkrete Beispiele - indem sie von ihnen erzählt."

Die Welt - Deutschland | 14.08.2006

Günter Grass war in der Waffen-SS

Der Schriftsteller Burkhard Spinnen, 1956 geboren, ruft im Fall Grass nach "Behutsamkeit" und erinnert daran, dass Günter Grass aus diesem Fehler gelernt habe wie wenige andere. "Mein Vater erhielt noch eine Zeitlang Einladungen irgendeines militärischen Veteranenclubs. Meine Mutter erinnert sich an seine Kommentare dazu: 'Kannste alles wegwerfen!' Günter Grass ist über solche Einsichten und Anweisungen weit hinausgegangen. Er gehört zu der Minderheit seiner Generation, die gezeigt hat, was jenseits eines Berührungsverbots für Massenwahn und verbrecherische Ideologien gedacht und gefordert werden kann. Der 'Makel' in der eigenen Biografie hat schließlich nicht allein Fleiß und Selbstkritik befördert, sondern zu einer lebenslangen Anstrengung für die Verbesserung der Verhältnisse geführt. Daher Behutsamkeit, soviel wir Söhne und Töchter solchen Vätern gegenüber nur aufbringen können."

Die Welt - Deutschland | 10.04.2006

Das Ende der Torwart-Aura

Der Schriftsteller und Alltagsforscher Burkhard Spinnen kommentiert die Abberufung Oliver Kahns als deutscher Nationaltorwart: "So geht das heute! Die Austreibung von Geschichte, Legende und Aura aus dem Alltags- und aus dem Wirtschaftsleben - im Fußball hat sie wie so vieles den Zerrspiegel, in dem sie uns 'zur Kenntlichkeit verstellt' erscheint. Klinsmann tut das Unerhörte und Tabuisierte: er setzt eine Legende ab, er streicht eine Position und Biographie wie ein Produkt aus dem Portfolio. Mit der Entlassung Kahns, über die man vom rein fußballerischen Gesichtspunkt her so oder so denken kann, liquidiert er eines der letzten Überbleibsel des alten Mannschafts-Mythos. Von nun an ist die deutsche Nationalelf wie alle global agierenden Mannschaften ein temporär komponiertes Team, eine Task-Force-Unit mit klar definierten Zielvorgaben (benchmarking) und ohne irgendein surplus von Mythos und Legende."

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