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Stadler, Rainer


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 05.05.2011

Keine Fotos des toten bin Laden

Die US-Regierung hat beschlossen, keine Fotos des getöteten Osama bin Laden zu veröffentlichen. Eine gute Entscheidung, findet die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Es ist eine soziale Tatsache, dass auch in modernen Gesellschaften die Lust auf Rache und Zurschaustellung wächst, je grösser die Untaten einer Person sind. Dennoch sind dies anarchische Reflexe, die sich mit unseren zivilen Werten reiben. ... Ob blutige Fotos des getöteten bin Ladin nebst dem Sensationellen einen grossen Informationswert haben, bleibt sehr zweifelhaft. Die Annahme, sie könnten uns den letzten Beweis für bin Ladins Ableben liefern, ist ohnehin falsch. Zu gross sind heutzutage die technischen Mittel, Fotos zu manipulieren. Und zu gering sind vorerst die Möglichkeiten, die Qualität solcher Dokumente unabhängig zu prüfen. Man muss der amerikanischen Regierung einfach glauben, dass sie redlich handelt. Sicher ist, dass sich Liebhaber von düsteren Verschwörungstheorien nicht beeindrucken lassen werden, was auch immer die USA tun."

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 14.10.2010

Gefühle wichtiger als Fakten

Hunderte Journalisten aus aller Welt sind in die chilenische Atacama-Wüste gereist, um bei der Rettung der verschütteten Bergleute dabei zu sein. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung kritisiert die Berichterstattung über die Bergungsaktion in Chile als zu emotional: "Im Zeitalter der globalen Unwägbarkeiten feierte sich eine Nation als letzte Retterin. Und die Journalisten schwelgten in Emotionen. … Weit offen waren zudem die Medienkanäle für die Seelen-Experten. Diese wussten erstaunlicherweise schon vor der Bergung der Mineure, wie es den so lange Eingeschlossenen in den kommenden Tagen und Monaten gehen wird. Die Medienwelt versinkt im Subjektivismus und in der Spekulation. Zweifellos darf man sich über die Leistungen der Technik und den Tag der Befreiung freuen. Die Diskrepanz zwischen informationellem Mehrwert und technisch-logistischem Aufwand seitens der Medienhäuser bleibt jedoch grotesk. Die Ressourcen fehlen dann dort, wo es um weniger spektakuläre, aber dennoch wichtige Themen geht."

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 25.03.2010

Ringier macht sich verkaufsfertig

Die Schweizer Mediengruppe Ringier und der deutsche Medienkonzern Axel Springer legen große Teile ihrer Osteuropa-Geschäfte zusammen. Die Neue Zürcher Zeitung sieht in dem am Mittwoch bekannt gegebenen Plan Anzeichen für Ringiers Rückzug aus dem Mediengeschäft: "Ringier trägt zwar den gewichtigeren Teil zum gemeinsamen Unternehmen im Osten bei; das dokumentieren die 250 Millionen Franken [rund 175 Millionen Euro], welche die Berliner mit der Unterzeichnung des Vertrags nach Zürich überweisen. Doch offenbar sitzt Springer trotz der Parität in Eigentum, Kontrolle und Führung am längeren Hebel. Das nährt erneut die Frage, ob die Familie Ringier einen langsamen Abschied vom Mediengeschäft ins Auge fasst. Firmenpräsident Michael Ringier wies Mutmassungen über einen Rückzug verschiedentlich klar zurück. Dennoch: Vor acht Jahren wurde das Thema durchaus konkret. Es gab Gespräche über eine Übernahme von Ringier durch Axel Springer. ... Zusammen mit dem Osteuropa-Segment macht [das internationale Geschäft] bereits 30 Prozent des Springer-Umsatzes aus. Ringiers Spielraum in der kleinen Schweiz bleibt hingegen beschränkt. "

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 02.02.2007

Ungefilterte Pressemitteilungen in die Medien

Rainer Stadler setzt sich mit einer Studie auseinander, die den Einfluss von PR auf Schweizer Medien untersucht hat. Vor allem Lokalsender, Privatradios und Websites sind danach empfänglich für die Botschaften der Öffentlichkeitsarbeiter - gut die Hälfte der Berichte stammen direkt aus den Pressestellen und werden bestenfalls gekürzt. Zudem würden oft Quellen verschwiegen, Pressemitteilungen als Eigenleistung verkauft. Die Printmedien, so Stadler, lieferten "am ehesten noch Einordnungen und Analysen. Angesichts der ökonomischen Schwierigkeiten steht allerdings auch die Presse unter Druck. Der Sparzwang gefährdet das Reflexionspotenzial. Der derzeitige Verdrängungswettbewerb scheint in publizistischer Hinsicht ebenfalls problematisch: Auf engem Raum kämpfen zu viele Titel mit zu wenig Ressourcen um Publikum und Werbewirtschaft. Aufklärung bleibt ein prekäres Projekt, um das immer wieder gekämpft werden muss."

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 16.06.2006

Gehört das Netz den Bürgern?

Rainer Stadler widmet sich kritisch den Verheißungen des Bürgerjournalismus, der mit der "Readers Edition" der Netzeitung im deutschsprachigen Raum eine neue Plattform gefunden hat. "Es bleibt höchst unwahrscheinlich, dass durch solche Plattformen eine völlig neue Art von Journalismus entsteht, wie die 'Readers Edition' vollmundig über sich schreibt. Zwar liebäugeln diverse Medienhäuser mit diesem publizistischen Genre, doch sind sie gerade nicht von der Idee des herrschaftsfreien Mediendiskurses geleitet. Vielmehr geht es um den Versuch, die zunehmend untreuer werdende Kundschaft durch interaktive Formen wieder besser an sich zu binden und die Kommunikationsbedürfnisse des Publikums in den hauseigenen Kanälen zu bewirtschaften... Hierin liegt der profane Kern des 'user-generated content', wie der Bürgerjournalismus im ebenso öden wie entlarvenden Medienbetriebsdeutsch auch genannt wird."

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