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Swartz, Richard


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 24.05.2006

Richard Swartz über die Fragmentarisierung des Balkans

Der Schriftsteller und Journalist Richard Swartz bemängelt nach der montenegrinischen Volksentscheidung für die Unabhängigkeit eine fehlende Strategie der EU für das südöstliche Europa: "[M]anchmal wirkt es, als sei Brüssel schon damit zufrieden, dass dort unten nicht mehr geschossen wird. Gleichzeitig schreitet die Fragmentarisierung des Balkans im Sinne Woodrow Wilsons voran - bald werden wir einen selbständigen Kosovo haben. Es gibt indessen Grund zu der Hoffnung, dass die Scheidung zwischen Podgorica und Belgrad dazu führt, dass Serbien endlich die jüngere Vergangenheit aufarbeitet, anstatt die eigenen Probleme weiter auf die Umwelt zu projizieren. Gewiss ist das aber nicht. Der serbische Nationalismus ist alles andere als tot - ... Nach dem vergangenen Sonntag hat nun Serbien seinen Zugang zum Meer verloren und später in diesem Jahr vielleicht auch den Kosovo, die 'Wiege' der serbischen Nation."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 13.03.2006

Slobodan Milosevics Tod

Der Autor Richard Swartz hält die symbiotische Beziehung des Ehepaars Milosevic für eine Spezialität des Balkans. "Dem serbischen Paar Slobodan Milosevic und Mira Markovic entsprechen in Rumänien das Paar Nicolae und Elena Ceausescu, in Albanien Enver und Nadschmije Hodscha, in Bulgarien Todor Schiwkow und seine Tochter Ludmilla. Wir sehen einen Mann an der Macht, doch im Hintergrund befindet sich eine Frau, und eigentlich ist sie es, die regiert. Blutsbande sind wichtiger als alle anderen Loyalitäten, sowohl gegenüber Menschen wie gegenüber Ideen. Diese innige Gemeinschaft der Macht ist geprägt von einer Art leichtem Wahnsinn, von Nepotismus, allerhand bizarren und phantastischen Projekten, von Astrologie, Okkultismus und, falls notwendig, von einem Fanatismus, der die Gewalt nicht scheut."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 12.01.2006

Geduld mit Europa

"Anstatt Utopien zu züchten, müssen die Europäer lernen, mit ihrer Union als etwas Unvollendetem, als einem Provisorium zu leben", rufen die beiden schwedischen Autoren Richard Swartz und Rolf Gustavsson den Europäern zu und mahnen zur Geduld. "Europa hat keine Seele, kein Herz, keine feste Form. Es lässt sich nicht auf Geografie fixieren, ebensowenig wie der Europäer sich durch Religion oder Sprache definieren lässt - ja, wohl nicht einmal die Kultur taugt für einen solchen Zweck. Europa besteht ausschließlich aus größeren oder kleineren Minoritäten, und Europa kann bis auf weiteres nicht mehr anbieten als eine sehr verfeinerte Form der Zusammenarbeit mit überstaatlichen Zügen. Nicht mehr und nicht weniger. Alles darüber hinaus wäre vermessen und gefährlich. Vermessen, weil sich Europa nach den selbstverursachten Katastrophen des 20. Jahrhunderts in Bescheidenheit üben sollte und die Erinnerung an dieses Elend nicht aufgeben darf. Gefährlich, weil die Vorstellung eines einigen Europa - eine Art Vereinigten Staaten von Europa - auf der Idee einer zu vollendenden Utopie beruht und jede Utopie zum Totalitarismus neigt."

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