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Széky, János


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Élet és Irodalom - Ungarn | 23.05.2011

Strauss-Kahn als falsches Feindbild

Nach der Festnahme von Dominique Strauss-Kahn (DSK) haben die konservativen Medien in Ungarn ein negatives Bild vom inzwischen zurückgetretenen IWF-Chef gezeichnet. Die liberale Wochenzeitung Élet és Irodalom widerspricht diesem Bild: "Strauss-Kahn verkörpert das perfekte Böse. Als 'Superbanker' habe er klammen Ländern verzinste Kredite gegeben anstatt ihnen das Geld freigebig hinzuwerfen. ... Damit nicht genug, habe er von diesen Ländern auch noch rigorose Einschnitte erwartet, von Lohnkürzungen angefangen bis hin zu Steuererhöhungen. ... Die Behauptung, dass DSK obendrein ein Jude ist, gießt nur weiteres Öl ins Feuer. ... Zu guter Letzt war Strauss-Kahn einst auch noch Kommunist. ... Die Wahrheit sieht jedoch so aus, dass Ungarn, Griechenland und all die anderen ihre Kredite unter äußerst vorteilhaften Bedingungen bekommen haben mit dem Ziel, ihren Bankrott zu vermeiden. Gerade Strauss-Kahn hat soziales Gespür in die Politik des IWF eingeführt."

Élet és Irodalom - Ungarn | 25.06.2007

János Széky über das neue Osteuropa

Der ungarische Journalist János Széky überlegt, wie eine echte europäische Öffentlichkeit aussehen müsste: "Vor fünfzig Jahren bedeutete 'Europa' leider nur Westeuropa.... Die Irritationen begannen, als das attraktive und selbstsichere Westeuropa das schlampige Osteuropa, das so viel Unrecht erlitten hatte, kennen lernen musste. Eine Zeit lang zeigte Osteuropa von sich nur das, was Westeuropa problemlos verstehen konnte: gemeinsame Wurzeln, Mitteleuropa mit seinem Kafka und dem legendären Budapester Galgenhumor, die Opernhäuser im Jugendstil und Soziologen, die selbst keine geistigen Innovationen wagten, auf westeuropäische Tendenzen aber rasch und sensibel reagierten. Doch Mitteleuropa besteht nicht nur aus Ländern, die Westeuropa erfolgreich kopieren können, sondern auch aus ganz neuen Staaten... Um sie zu verstehen, müsste Westeuropa ihre Sprachen und Kulturen erlernen, statt den Neuankömmlingen eigene Modelle aufzuzwingen. Dieses Europa hat es noch nie gegeben, es muss neu erfunden werden."

Élet és Irodalom - Ungarn | 17.11.2006

Demonstrieren statt Autowaschen

Der Medienexperte János Széky meint, die Unruhen und die Demonstrationswelle in Ungarn zeigten, dass der Systemwechsel abgeschlossen sei. "Mit siebzehn Jahren Verspätung stellt das Land verwundert fest, dass die ungarische Gesellschaft nicht mehr überwiegend aus Kleinbürgern besteht, die Samstag nachmittags pingelig ihren sauerkirschroten Lada waschen und danach Berge von Wiener Schnitzeln vertilgen, sondern dass wir inzwischen den normalen Ländern der westlichen Welt gleichen. Auch bei uns randaliert manchmal der aufmüpfigere Teil der Jugend auf der Straße, auch bei uns ist ein Teil der Bevölkerung stillschweigend damit einverstanden und ein anderer Teil reagiert schockiert. Auch in unserer Gesellschaft gibt es Gegensätze zwischen Ethnien, Rassen und Religionen, und auch bei uns ist die Verfassung nicht dazu da, diese Gegensätze totzuschweigen, sondern sie zu regeln. Auch bei uns kommt es zu Ausschreitungen der Polizei, wenn sie glaubt, es guckt gerade keiner. Auch bei uns weiß jeder, dass die Politiker keine Übermenschen sind, die nie Fehler begehen. Auch unsere Politiker versuchen deshalb, die Details in möglichst dichten Nebel zu hüllen."

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