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Thibaud, Paul


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Monde - Frankreich | 14.02.2007

Paul Thibaud über die Wiedergeburt Europas

Seit der Ablehnung der Verfassung in Frankreich und in den Niederlanden im Jahr 2005 ist Europa gelähmt, meint der französische Philosoph Paul Thibaud. "Europa funktioniert nur noch negativ, es begrenzt, ohne die Regierungsfähigkeit der Staaten zu ersetzen. Da es kein Ziel hat, hält Europa an seinen alten fixen Ideen fest: am Protektionismus und den nationalen Egoismen... Europa steht vor einem Wendepunkt, den man so schnell gar nicht nachvollziehen kann: Der Wechsel vom blinden, mechanischen Funktionieren zum gezielten, planvollen Funktionieren, der Wandel von der Selbstverleugnung zum Selbstbewusstsein. Wir können uns nicht mehr dazu beglückwünschen, dass wir dauerhaften Frieden erreicht und die nationalen Märkte geöffnet haben. Diese Errungenschaften liegen hinter uns. Wenn wir die Zukunft nur als Antwort auf alte Krankheiten begreifen, dann übersehen wir, was wir wirklich sind und demoralisieren uns gegenseitig."

Le Monde - Frankreich | 29.05.2006

Paul Thibaud über ein Europa der Nationen

"Auf die Fragen Europas müssen nationale Antworten gefunden werden, denn Europa ist mangels gemeinsamer politischer Kultur kein unmittelbar relevanter Raum für Entscheidungen", schreibt der Philosoph Paul Thibaud in einem Plädoyer für die Rückbesinnung auf die Nationen in Europa. Für ihn zeigt das Scheitern des Verfassungsreferendums in Frankreich 2005 die Grenzen der herkömmlichen "gemeinschaftlichen Herangehensweise". "Die Neudefinition von Staatsbürgerschaft legitimierte die europäische Dynamik und äußerte sich in der Ausweitung des übernationalen Rechts, in der gegenseitigen Neutralisierung der Staaten, in der Öffnung des Marktes und in der Angleichung der Lebensweisen... Jetzt haben wir uns [an das Gefühl, ein Volk zu sein] erinnert, die Geschichte hat uns eingeholt und hat unsere Titanic angegriffen: Wir haben die Erweiterung erlitten, den Migrationsdruck, die Feindschaft der Islamisten, den amerikanischen Neokolonialismus, die kommerzielle Aggression der neuen großen Länder... Oft ist die optimistische Sicht, worauf Europa gegründet ist, in Frage gestellt worden. Es gibt ebenso viele Gründe darüber nachzudenken, wie schwierig es ist, ein Europäer zu sein."

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