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Thomas, Pierre-Henri
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Negativzinsen sind keine gute Nachricht
Seit Dienstag zählt auch Belgien zu den Ländern der Euro-Zone, die sich Geld zu Negativzinsen leihen können. Was zunächst wie eine frohe Botschaft klingt, zeigt tatsächlich, wie schlecht es um die Euro-Zone steht, analysiert die linksliberale Tageszeitung Le Soir: "Dass Investoren es hinnehmen, aus ihren Anlagen keine Erträge zu erhalten, bedeutet, dass das Misstrauen ein beunruhigend hohes Niveau erreicht hat: Die Banken verlieren lieber Geld, als dass sie riskieren, es bei einer anderen Bank anzulegen. Warum? Weil sie die Möglichkeit eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone nicht ausschließen. … Und es gibt noch einen zweiten Grund, sich besser nicht über die gesunkenen Zinssätze zu freuen: Denn sie destabilisieren bestimmte Akteure auf dem Finanzmarkt. Sie bringen Versicherer und Rentenfonds in große Schwierigkeiten, die ihren Kunden Erträge garantiert haben. Kurzum, diese Negativzinsen sind, wenn man genau hinschaut, keine gute Nachricht. Sie künden von einer schweren Krankheit, gegen die es noch weit und breit kein Heilmittel gibt."
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Reiche Belgier retten sich selbst
Belgien hat seine Staatsanleihen am Montag zu sehr niedrigen Zinsen von unter drei Prozent ausgeben können. Das liegt aber nicht allein an der Sparpolitik, meint die Tageszeitung Le Soir: "Sie erinnern sich: Belgien musste für zehnjährige Staatsanleihen einmal Zinssätze von mehr als sechs Prozent zahlen. Das war im November. Der Druck hat schnell wieder abgenommen, und das nicht nur, weil wir Stein und Bein geschworen haben, unser Haushaltsdefizit zu reduzieren. Es liegt auch daran, dass [Ex-Premier] Yves Leterme damals seinen berühmten Aufruf zum privaten Kauf von Staatsanleihen gestartet hat. In nur wenigen Tagen hat der Staat mehr als fünf Milliarden Euro gesammelt. Das Land hat seine Muskeln spielen lassen und den Märkten gezeigt, dass es sich nicht einschüchtern lässt. Natürlich haben wir eine Staatsverschuldung von fast 100 Prozent des BIP, aber mit knapp 225 Milliarden Euro auf der hohen Kante können die Belgier die Ausgaben des Staats ohne Probleme bestreiten. Tugend allein reicht heutzutage nicht mehr aus, um die Euro-Zone zu retten. Dazu braucht es Reichtum. Deshalb muss Europa schnell wieder auf Wachstum setzen."
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Schwacher Euro ist Krisensignal
Der Kurs des Euro ist am Donnerstag zeitweise um gut einen US-Cent auf unter 1,28 Dollar gerutscht und notierte so niedrig wie seit September 2010 nicht mehr. Der schwache Euro verdeutlicht nach Ansicht der Tageszeitung Le Soir, wie schlecht es um die Gemeinschaftswährung bestellt ist: "Vielleicht freuen sich jene Firmen, die in Länder außerhalb der Euro-Zone exportieren, über diese Neuigkeit. Für alle anderen ist sie schrecklich. Sie ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Europa sich immer tiefer in die Krise hineinmanövriert und unfähig ist, auch nur ansatzweise eine überzeugende Antwort zu finden. Wahrscheinlich benötigen wir in diesen stürmischen Zeiten langfristige Lösungen, wie die Einführung einer europäischen Finanzpolitik. Aber - und es ist ermüdend, das immer wieder sagen zu müssen - der Brand muss kurzfristig gelöscht werden. … Die Gipfel haben eher Öl ins Feuer gegossen. Es wurden immer strengere Sparmaßnahmen gefordert, was die Rezession und Verschuldung verschlimmert, während man sich weigerte, effiziente Solidaritätsmechanismen wie den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB oder Euro-Anleihen einzuführen."
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Die Société Générale erschüttert das Bankensystem
"Genau hier liegt das Problem: Um die teilweise gigantischen Prämien zu erzielen (manche Fondsmanager streichen pro Jahr mehr als 100 Millionen Dollar ein), verkaufen die Banker manchmal zweifelhafte Produkte oder nehmen überzogene Risiken auf sich. Für diese Risiken tragen sie aber niemals die volle Verantwortung", beklagt Pierre-Henri Thomas. "Wenn es klappt, bekommen sie eine fantastische Prämie. Wenn es schief geht, müssen sie - im schlimmsten Fall -, die Bank wechseln. Jerôme Kerviel [der Verantwortliche bei der Société Générale] hatte dieses Modell vor Augen. Er hatte den Ehrgeiz, seinen Vorgesetzten zu zeigen, was für ein außergewöhnlicher Trader er ist. Er wurde ermutigt, unsinnige Risiken auf sich zu nehmen, die dazu führen können, dass nicht nur seine Bank, sondern das ganze internationale Finanzsystem zusammenbricht (stellen wir uns für einen Moment den Bankrott der Société Générale vor). Und das in der lächerlichen Hoffnung..., 300.000 Euro Bonus zu kassieren. Dieses Entlohungsmodell ist schädlich."
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